Change for good: Interview mit Dr. Thomas M. Fischer
Über die bedeutende Rolle der CFOs in Transformationsprozessen von Unternehmen und wie sie nachhaltige und innovative Veränderungen vorantreiben können.
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Herr Plettendorf: Change for good lautet das Motto des diesjährigen CFO Summit vom Handelsblatt bei mir. Dr. Fischer von Allfoye an Sie die Frage, welche Rolle spielt eigentlich der kaufmännische Teil in einem Unternehmen, der CFO bei einem Wandel zum Guten?
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Herr Fischer: Er spielt eine elementare Rolle, er ist ja der Herr oder die Herrin über die Zahlen und heutzutage ist es eben immer wichtiger, analytisch zu arbeiten. Viele Daten aus unterschiedlichen Quellen zu verarbeiten, daraus eben Erkenntnisse zu ziehen. Und diese Aufgabe kommt eben nun mal den CFO zugute. Und sie sie entwickeln sich damit hin ja zum wirklichen strategischen Bereiter Bereiterin hinzu, einer Verbesserung, Veränderung des Geschäftsmodells, das heißt Veränderung, Wandel, Transformation gelingt umso besser, je besser auch die Datenlage ist. Und dafür ist eben nur mal der oder die CFO verantwortlich.
Herr Plettendorf: Also schöpferische Zerstörung, sag ich mal als Stichwort braucht es das wirklich oder müssen wir den da nicht mal in Ruhe liegen lassen?
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Herr Fischer: Na, ich würde sagen, daa hat ja nach wie Vorrecht, ich glaub seine Thesen sind für die Ewigkeit gemacht und es ist ja mehr denn je an der Zeit sich über diese Frage Gedanken zu machen. Wie verändert sich unser Geschäftsmodell und es gab damals zur Zeit ne Digitalisierung als es so en vogue war 2014 ging das ja so richtig los, 2013 12 um die Zeit herum, da sprachen alle eben von Disruption des Geschäftsmodells heute. Digitalisierung ist immer noch sehr wichtig, kommen Themen wie Nachhaltigkeit eben dazu und umso mehr eben auch die Frage, wie verändert sich unser Geschäftsmodell, und da helfen natürlich genau solche Ansätze, sich der Frage zu widmen, wie zerstören wir unser Geschäftsmodell, also was könnte es zerstören. Die andere Frage würde lauten, wie sieht unser schlimmster anzunehmender Wettbewerber aus und nur so, mit solchen Fragen kommt man so den den Dingen, die so im Kern nicht liegen wirklich auf den Grund. Dahinter steckt ja die Idee, alles wirklich mal in Frage zu stellen, wirklich zu hinterfragen, zu schauen, wie müssten wir uns verändern, um in Zukunft erfolgreich zu sein.
Herr Plettendorf: Bleiben wir bei den Bonmots, es gibt ein weiteres, das heißt, die Schwierigkeit ist nicht, neue Ideen zu haben, sondern den Alten zu entkommen, brauchen wir da Veränderungen im Changemanagement, in Unternehmen?
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Herr Fischer: Change Management ist ja ne quasi Daueraufgabe geworden und die Change Ansätze, die vor vielen Jahren entwickelt worden sind, die gelten sicherlich noch heute. Ich glaube es ist eher an der Zeit sich der Frage zu widmen, wie sieht Change Management 2.0 aus, und zwar in Zeiten, wo nicht nur die Veränderung im Unternehmen ist, sondern wo wir erleben, dass die Unsicherheiten da draußen Wandel, Kriege, Krisen, Katastrophen, ja auch ganz stark auf die Menschen einwirken, das heißt, nichts scheint mir sicher, und Change ist eine Daueraufgabe geworden, umso mehr kommen Komponenten dazu, wie psychologische Sicherheit also, dass man weiß, Menschen verändern sich leichter, wenn sie ne gewisse psychologische Sicherheit bekommen. Das heißt für sämtliche Change Ansätze ist es erforderlich, Menschen wirklich mitzunehmen, sprichwörtlich auf die Reise, und das bedeutet zunächst auch mal, ihnen ein ein gewisses Maß an Sicherheit zu geben, bedeutet aber eben auch, dass man Menschen klarmachen muss, dass sie Veränderung bereit veränderungsfähig sein müssen und das eben als fortlaufenden Prozess.
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Herr Plettendorf: Sie haben gerade n paar Stichworte schon gesagt, Krieg, Wandel. Wie beurteilen Sie denn die, ich sag mal die gesellschaftlichen, aber vielleicht auch die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für einen Wandel.
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Herr Fischer: Also mir macht im Moment die politische Diskussion natürlich große Sorgen. Wir, wir haben ja gerade mal die Europawahl hinter uns, wir sehen das Erstärken der AFD, mich erschüttert, muss man sagen, dass sie im Osten überall stärkste Partei ist. Ich sehe diese Strömung und sage, Mensch, da sieht man, wie, wie tiefgreifend doch offensichtlich die Kluft in der Gesellschaft ist und wie ohnmächtig offenbar etablierte Parteien sind, diese Kluft irgendwie wieder zusammenzubringen, und das ist etwas, was mich besorgt, wenn man sich das anschaut, 1929-30 brach damals die New Yorker Börse zusammen. 1933 kam Hitler an die macht, ich mag jetzt nicht den Teufel an die Wand malen, aber wir müssen natürlich wirklich höllisch aufpassen und ich glaube, wir sind als Unternehmerinnen, Unternehmer mehr denn je gefordert, aufzustehen und etwas dafür zu tun, dass es eben nicht passiert, und das geht nur, indem wir aktiv für Werte eintreten, indem wir erklären, wie wichtig Werte wie Weltoffenheit, Freundlichkeit, Toleranz, Respekt eben sind und dass wir diese Werte als Exportnation natürlich auch einfach aktiv vertreten.
Jetzt weiß ich nicht, ob das die Antwort auf ihre Frage war, aber das war mir wichtig zu sagen.
Herr Plettendorf: Genau, ich hätte an der Stelle auch direkt noch mal nachgefragt, diese erstarkten, eher rechten Kräfte stehen ja nun nicht unbedingt für Veränderung, sondern eher für zurück zum Alten, aber was heißt das denn für für unsere Wirtschaftssysteme, für den Welthandel, was dreut uns da?
Herr Fischer: Naja, dieser Protektionismus, also die AF D postuliert ja zurück zur D-Mark ist natürlich völliger Nonsens, muss man einfach sagen und sie sie gehen hin und versuchen scheinbar mit ganz einfachen Lösungen und Pauschalitäten komplexe Probleme zu lösen. Wir müssen uns Bewusstsein wir als Exportnation auch als Europa brauchen ja Welthandel, wir brauchen Globalisierung, wir brauchen internationale Beziehungen, wir brauchen Fachkräfte in unserem Land. Wir brauchen ausländische Fachkräfte, das sind alles Dinge, die sind ein Stück weit auch Motor für unsere Wirtschaft und nur dann kann ja auch letztlich Wohlstand in unserer Gesellschaft entstehen und so mit diesen stereotypen anachronistischen Haltungen, die ja für Stillstand, wenn man dahinter schaut, stehen, wird ein Wandel überhaupt nicht machbar sein.
Herr Plettendorf: Herr Fischer, ganz herzlichen Dank.
Herr Fischer: Ja, vielen dank Ihnen auch.











