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SAP Business ByDesign im Healthcare-Einsatz: Skalierbare Versorgung für Tausende Patient:innen

Wie koordiniert man die Versorgung von Tausenden Patient:innen – ohne Medienbrüche, mit Hunderten beteiligten Ärzt:innen und begrenzten Ressourcen? Das Healthcare-Unternehmen PVM Versorgungsmanagement GmbH hat dafür auf Basis von SAP Business ByDesign eine eigene digitale Plattform entwickelt – und damit ein neues Versorgungsmodell etabliert. 

Der Healthcare-Spezialist PVM Versorgungsmanagement GmbH aus Speyer hat sich auf Basis der Mittelstandslösung SAP Business ByDesign eine eigene Digitalplattform aufgebaut, um die Versorgung Tausender Patient:innen zu koordinieren. Auch deren jeweilige Fach- und Hausärzte sind zur idealen Versorgung dort mit eingebunden: „Wir betreuen für Krankenkassen ihre Versicherten, um deren Lebensqualität zu verbessern“, beschreibt die Geschäftsführerin Stefanie Barth- Spiekermann. In der Praxis besuchen und betreuen medizinische Fachkräfte die Patient:innen zuhause - die so genannten „Nurses“. 

Digitale Zusammenarbeit in der Medizin fördern  

Neben diesen persönlichen Besuchen ist die digitale Koordination der Behandlung eine besondere Säule dieses Betreuungsmodells. Eine eigens entworfene digitale „Patientenakte“ auf Basis von SAP Business ByDesign macht dies möglich. Ein zentraler Erfolgsfaktor war dabei, dass PVM von Beginn an digital und online dokumentieren wollte, um Medienbrüche zu vermeiden und eine gemeinsame Basis für die Zusammenarbeit aller Beteiligten zu schaffen. Diese Grundentscheidung half dabei, Prozesse nicht nur zu digitalisieren, sondern von Anfang an digital zu denken. Damit unterscheidet sich der Ansatz deutlich von klassischen Digitalisierungsprojekten, bei denen analoge Prozesse lediglich übertragen werden.

So kümmert sich PVM um alle organisatorischen Aspekte dieser Versorgung: Die gezielte Abstimmung und der lückenlose Informationsaustausch zwischen den beteiligten Fach- und Hausärzten der Patient:innen schließen hier eine typische Lücke unseres Gesundheitssystems. Im Gegensatz zur gesetzlichen elektronischen Patientenakte, die vor allem auf die Krankheitshistorie blickt, ist die Lösung von PVM ganz auf Zusammenarbeit und Planung ausgelegt. Zudem sind auch alle administrativen Schritte durchgängig digitalisiert: von der Planung über die Dokumentation der Hausbesuche bis zur Abrechnung der Aufgaben. Alle Beteiligten arbeiten dabei auf einer gemeinsamen Datenbasis – ein entscheidender Faktor für Transparenz und Effizienz.

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 Warum PVM auf SAP Business ByDesign setzt. 

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Die Arztpraxis wird zum MedTech-Unternehmen  

„Einer unserer Erfolgsfaktoren war, dass wir die unterschiedlichen Wissensbereiche zusammengebracht haben und wir damals zu dritt Führungserfahrung aus anderen Jobs mitgebracht haben. So konnten wir die Themen Finance, Medizin und Technik mit den unterschiedlichen Blickwinkeln miteinander verbinden“, erinnert sich Geschäftsführerin Stefanie Barth-Spiekermann. Das Unternehmen entstand 2012 auf Basis eines Ärztenetzwerks aus Hunderten Fach- und Hausärzten in Rheinland-Pfalz. „Über 90 Prozent der niedergelassenen Kollegen waren bei uns im Netz“, erinnert sich der Mediziner und Geschäftsführer Clemens Spiekermann, der diese Grundlage geschaffen hatte und zuvor selbst als Hausarzt niedergelassen war. Gemeinsam mit dem IT-Experten Jörg Trinemeier entstand die PVM Versorgungsmanagement GmbH , die heute rund 50 Mitarbeitende hat. Diese interdisziplinäre Aufstellung bildet bis heute die Grundlage für die Verbindung von medizinischem Fachwissen und technologischer Umsetzung.

Die Vision der IT-gestützten Patientenbetreuung auf digitaler Basis konkretisierte sich durch eine gemeinsame Branchenanalyse mit Healthcare-Experten von SAP. Es fehlte lediglich noch eine technische Basis für dieses Vorhaben. Die damaligen On-Premise-Lösungen von SAP, beispielsweise für Krankenhäuser, waren deutlich überdimensioniert für niedergelassene Ärzte. Es brauchte eine Lösung, die sowohl anpass- und skalierbar, aber auch kosteneffizient ist. Mit SAP Business ByDesign fiel die Wahl bewusst auf eine Cloud-Lösung, die Standardprozesse mit hoher Flexibilität verbindet. So hat PVM stattdessen das Cloud-ERP für den Mittelstand – SAP Business ByDesign – für die Patientenverwaltung angepasst. Aus dem Kundenmanagement wurde beispielsweise das Patientenmanagement mit Versichertennummer, Leistungskatalog und Versorgungsvertrag. Auch die jeweiligen Aufgaben pro Patient werden im ERP organisiert.

„Das Projektmanagement-Tool von Business ByDesign hat es uns ermöglicht, die Aufgaben in diesem Versorgungspfad den entsprechenden Leistungserbringern zuzuordnen. Es wird dann klar definiert, was muss die Nurse beim Patienten machen, was muss der Hausarzt machen, was muss der Facharzt machen“, so Stefanie Barth-Spiekermann. Die Nutzung von Standardfunktionalitäten wie Projektmanagement zeigt, wie sich bestehende ERP-Logiken auf neue Anwendungsfelder übertragen lassen. Die Daten liegen hierbei ausschließlich in deutschen Rechenzentren, dies sorgt für Compliance und Vertrauen der beteiligten Hausärzte. Zugriff erfolgt vollständig browserbasiert, sodass keine lokale Installation in den Praxen notwendig ist.

Heute betreut das Unternehmen rund 10.000 Patient:innen und verbindet 350 Arztpraxen digital miteinander. Die Ergebnisse sind bessere Patientenbetreuung durch heimische Beratung und weniger Krankenhausaufenthalte.

„Wir nutzen ByDesign sehr untypisch. Viele andere Kunden nutzen es ganz anders. Nichtsdestotrotz haben wir das Gefühl, dass All for One uns versteht.“
Jan Trinemeier, Geschäftsführung PVM

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Was andere Mittelständler daraus lernen können  

Die Digitalisierung bei PVM ist für andere mittelständische Unternehmen vor allem deshalb interessant, weil sie kein Standardbeispiel der Digitalisierung zeigt, sondern einen pragmatischen Aufbau entlang eines entstehenden Geschäftsmodells. Hier stand die Frage im Vordergrund, wie sich ein komplexer Prozess von Grund auf digital abbilden lässt, damit diese spezielle Patientenversorgung überhaupt effizient, skalierbar und transparent möglich wird.

Drei zentrale Erkenntnisse lassen sich daraus ableiten:

  • Digitalisierung von Anfang an mitdenken, statt bestehende Prozesse nur abzubilden
  • Standardsoftware flexibel interpretieren und erweitern
  • Zusammenarbeit als zentralen Mehrwert einer Plattform verstehen

Dazu benötigt es Partner, die sich um diese Technik kümmern: „Die All for One ist unser Entwicklungspartner, der uns seit vielen Jahren erfolgreich betreut. Sie entwickelt unsere Lösung weiter – und was dabei sehr angenehm ist: dass sich das Entwicklungsteam eindenkt, wenn wir den Impuls geben, in welche Richtung wir etwas benötigen“, so Stefanie Barth- Spiekermann.

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IT als Rückgrat eines skalierbaren Modells 

Bei PVM ist die Digitalisierung kein begrenztes Projekt. Die IT ist hier das Rückgrat für betriebliche Abläufe und war von Beginn an die Grundlage der strategischen Entwicklung des Unternehmens. Nur damit wurde die enge Zusammenarbeit mit den externen Partnern – den Arztpraxen und Krankenhäusern– möglich. Denn diese benötigen für den Zugang zum Cloud-ERP lediglich einen Browser. Nurse, Hausarzt und Verwaltung: alle arbeiten in der gleichen Software. Dies minimiert den Onboardingaufwand der Partnerpraxen und eröffnet die digitale Zusammenarbeit.

„Der Befund ist schneller bei dem niedergelassenen Hausarzt als der Patient“, freut sich Clemens Spiekermann.

 

Quellen