E-Book: So wird Recruiting zum Wettbewerbsvorteil
So machen Sie Recruiting zum Wettbewerbsvorteil. Die richtigen Mitarbeiter für Ihr Unternehmen gewinnen. 30 Seiten Expertenwissen. Konkret. Umsetzbar.

Recruiting-Kennzahlen liegen voll im Trend. Doch das meiste ist nur Statistik. Was wirklich zählt sind Daten, die relevante Schlussfolgerungen ermöglichen.
Das Recruiting von neuem Personal verursacht enorme Kosten. Deshalb ist es wichtig, dass Sie Ihre Personalbeschaffungsaktivitäten auswerten und messbar machen. Das ist nicht unbedingt etwas Neues für Sie. Doch welche KPIs sind das? Welche sind die richtigen, die wirklich helfen, Ihre Personalbeschaffung strategisch sinnvoll auszurichten?
Wir sehen in der Praxis immer wieder, dass Unternehmen Kennzahlen auswerten mit der Begründung: "Weil alle das machen". Doch das alleine ist nicht genug. Besonders das Schlussfolgern der richtigen Recruiting-Maßnahmen aus diesen Kennzahlen wird im hart umkämpften Arbeitsmarkt immer wichtiger und kann letztendlich einen wichtigen Wettbewerbsvorteil bringen.
Hier sind die vier wichtigsten Kennzahlen im Recruiting, die Sie ab jetzt auswerten und für Ihre Erfolgsmessung nutzen sollten:
Empfehlungen von Mitarbeitenden sind eines der wichtigsten Instrumente in der Personalbeschaffung. Sie haben einen hohen Return of Investment, da der Aufwand für Recruiterinnen und Recruiter relativ gering ist und die Bewerbungen oft sehr passend sind. Doch die einfache Einführung eines Mitarbeiterempfehlungsprogramms ist oft nicht ausreichend. Man muss das Programm richtig umsetzen, damit es bei der Rekrutierung neuer Mitarbeitender effizient unterstützt.
Um über die Qualität eines Empfehlungsprogramms Auskunft zu bekommen, brauchen Sie Kennzahlen zur Erfolgsmessung. Die Anzahl der Empfehlungen ist Schritt 1; noch aussagekräftiger ist die Quote, wie viele Talente durch diese Empfehlungen eingestellt wurden. Das Tüpfelchen auf dem i aber ist die Messung, wie viele dieser Kandidatinnen und Kandidaten langfristig hohe Leistung erbringen (z. B. über die Verlinkung zur Leistungsbeurteilung). Nur mit dieser Recruiting-Kennzahl können Sie reagieren und das Mitarbeiterempfehlungsprogramm entsprechend anpassen.
Den sogenannten Bewerbungstrichter sollte jedes Unternehmen für die Erfolgsmessung verwenden. Auch Sie. Darunter versteht man eine Betrachtung bestimmter Zahlen über den gesamten Bewerbungsprozess hinweg:
Eine Zahl, die in Unternehmen häufig nicht ausgewertet wird, ist die Zeit, die ein Talent auf eine Rückmeldung vom Unternehmen warten muss, unabhängig vom Status der Bewerbung, in dem er/sie sich gerade befindet.
Oft wird ausschließlich ausgewertet, wie lange ein Einstellungsprozess im Ganzen dauert. Das gehört definitiv zu den wichtigen Kennzahlen, trotzdem ist die Zeit bis zur Rückmeldung ein Indikator, den Sie separat auswerten sollten.
Wenn Sie sich die Einträge auf Bewertungsplattformen wie kununu.de ansehen, werden Sie bei den Beschwerden von BewerberInnen häufig auf das Thema der fehlenden oder verspäteten Rückmeldung seitens des Unternehmens stoßen. Es liegen also Probleme in der Kommunikation vor.
Mangelhafte Kommunikation im Recruiting verschlechtert die Candidate Experience (die Erfahrung von Bewerbenden mit Ihrem Unternehmen) erheblich und verursacht ein negatives Bild. Da bringen alle Maßnahmen zum Employer Branding nichts, wenn Recruiterinnen und Recruiter bei der Personalbeschaffung die Kommunikation schleifen lassen. Oft liegt das einfach nur an ineffizienten Prozessen im Recruiting. Hier kann eine Software für das Bewerbermanagement wie zum Beispiel SAP SuccessFactors helfen.
Dauert ein Bewerbungsprozess länger, ist das für Kandidatinnen und Kandidaten zwar nie angenehm; informieren Sie sie allerdings zeitnah und regelmäßig über den Stand der Bewerbung und das weitere Vorgehen, hat das weniger negativen Einfluss auf die Außendarstellung des Unternehmens.
Wenn Sie feststellen, dass Bewerbende wochenlang auf eine Antwort oder eine Info über das weitere Vorgehen warten, sollten Sie schnellstmöglich die Ursachen ermitteln und diese beheben. Mögliche Gründe können ein unübersichtliches Bewerbermanagement-System sein, in dem die Recruiterinnen und Recruiter den Überblick verlieren, oder aber fehlende Kooperation mit den Fachbereichen, möglicherweise auch eine Unterbesetzung der Personalabteilung. Egal, welches Problem letztendlich die fehlende zeitnahe Rückmeldung verursacht: Arbeiten Sie möglichst zügig an einer Lösung, anderenfalls verlieren Sie Bewerbende. Auf dem umkämpften Fach- und Führungskräftemarkt ist das ein enormes Problem.
Häufig werten Unternehmen die Kosten ihres Bewerbungsprozesses aus. Das ist auch richtig, schließlich muss man die Ausgaben im Blick behalten, gerade bei einem Kostentreiber wie dem Recruiting. Oft wird dabei allerdings das Controlling der Qualität vernachlässigt. Wie gut sind die Bewerberinnen und Bewerber, die mit diesem Prozess rekrutiert wurden, auch auf längere Zeit gesehen?
Tatsächlich ist diese Zahl noch wichtiger als die Kosten der Rekrutierung. Schließlich ist es das hauptsächliche Ziel eines Unternehmens, qualitativ hochwertige Mitarbeitende zu finden und einzustellen und nicht, Kandidatinnen und Kandidaten möglichst günstig zu finden. Gerade auf lange Sicht spart das Ihrem Unternehmen Kosten. Wird gleich die richtige Kandidatin eingestellt, muss nicht zweimal rekrutiert und eingearbeitet werden. Das Controlling von Qualitätsmerkmalen ist natürlich deutlich schwieriger und aufwendiger als das reine Auswerten von Zahlen. Die Merkmale, nach denen Sie die Qualität Ihrer Einstellungen messen, können vielfältig und sehr unterschiedlich sein. Deshalb sollten Sie sich dafür Zeit nehmen und genau prüfen, welche Kriterien für das Personalcontrolling Sinn machen.
Sie könnten zum Beispiel anhand von Leistungsbewertungen durch die Führungskraft Rückschlüsse auf Können und Kompetenz des eingestellten Talents ziehen. Aber nicht nur die Führungskräfte sollten an diesem Vorgang beteiligt werden: Auch Kolleginnen und Kollegen der betroffenen Abteilung und aus Abteilungen mit Schnittstellen zum neuen Talent könnten befragt werden. Außerdem lässt sich die Qualität eines Mitarbeiters oder einer Mitarbeiterin an seinem Vorankommen und Karriereweg im Unternehmen festmachen.
Als Kennzahl für die Qualität der Personalauswahl können Sie die Quality of Hire berechnen. Dazu übersetzen Sie die oben genannten sowie weitere Kriterien in eine Metrik. Auf einer Skala können die entsprechenden Personen verschiedene Aspekte bewerten:
Der Vorteil der Kennzahl „Quality of Hire“ liegt darin, dass Sie die für Ihr Unternehmen relevanten Kriterien individuell festlegen und die Einstellungsqualität quantifizieren können. Dazu addieren Sie einfach die Trifft-zu-trifft-nicht-zu-Punkte und teilen die Summe durch die Anzahl der Fragen. Auf diese Weise wissen Sie nicht nur, wie gut die einzelne Stellenbesetzung gelungen ist, sondern können auch die generelle Einstellungsqualität beurteilen.
Diese 4 Kennzahlen sind nach unserer Erfahrung die wertvollsten. Zum einen, weil Sie sie - mit Ausnahme der Qualitätskennzahl - leicht erheben können, zum anderen, weil Sie daraus konkrete Handlungen ableiten und so Ihr Recruiting verbessern können.
Sie sehen, KPIs müssen keine Angst machen. Im Gegenteil. Sinnvoll eingesetzt, bringen sie Ihre HR-Arbeit voran.