
5 Tipps wie Sie schlechte Nachrichten souverän vermitteln
Das Übermitteln schlechter Nachrichten gehört auch zu den Aufgaben von Führungskräften. Mit diesen 5 Sätzen vermitteln Sie schlechte Nachrichten souverän.

HR-Trends 2025: Was wird die Personalarbeit im kommenden Jahr bewegen? Von den HR-Schattenseiten über Führungskräfte bis zu Nachhaltigkeitsberichten.
Wie es in Deutschland politisch im nächsten Jahr weitergeht, müssen wir glücklicherweise nicht prognostizieren. Wir schauen wie in jedem Spätherbst auf die HR-Trends. Wie wirkt sich die angespannte Wirtschaftslage, wie wirken sich globale Entwicklungen 2025 auf die Personalarbeit aus? Mit echten Gute-Laune-Themen können wir Ihnen diesmal nicht dienen, aber wir zeigen Ihnen auf, wie Sie das Beste aus den Umständen machen.
Dunkle Wolken ziehen auf – auch für Personalerinnen und Personaler. Die Zeichen verdichten sich, dass die Personalarbeit im kommenden Jahr unschön werden könnte. Ihr Arbeitsalltag dürfte mehr als in den Jahren zuvor von unangenehmen und belastenden Tätigkeiten geprägt sein:
Die deutsche Wirtschaft steckt fest und sie dümpelt in einer Flaute
Timo Wollmershäuser
Die Gründe sind Wirtschaftsnachrichten zum Abgewöhnen. So sieht die DIHK für das kommende Jahr eine Stagnation der Wirtschaft voraus und auch das Ifo-Institut rechnet nicht mit einem Wirtschaftswachstum. „Die deutsche Wirtschaft steckt fest und sie dümpelt in einer Flaute“, so Ifo-Konjunkturchef Timo Wollmershäuser. Unternehmen geraten infolge der sich abschwächenden Konjunktur in eine wirtschaftliche Schieflage – bis hin zur Insolvenz. So lag der Anteil der Regelinsolvenzen im September 2024 um 13,7 % höher als im Vorjahresmonat. Seit Juni 2023 verzeichnet das statistische Bundesamt eine Zuwachsrate im zweistelligen Bereich.
Unsere Empfehlung: Setzen Sie sich bewusst mit möglichen Krisenszenarien auseinander und bereiten Sie sich darauf vor. Frischen Sie die vielleicht etwas eingestaubten Kenntnisse über die verschiedenen Kündigungsgründe, über die Regeln der Sozialauswahl, Kurzarbeitsregeln usw. mal wieder auf. Und fragen sie vielleicht auch bei der IT mal nach, ob Ihr HR-System für die Abbildung von Kurzarbeit vorbereitet ist. Denn von der Geschäftsführung mit solchen Aufgaben betraut zu werden, wird Sie vermutlich schon genug stressen. Im Fall der Fälle zumindest fachlich sicher und vorbereitet zu sein, hilft.
Nachdem wir Ihre Vorfreude auf das kommende Jahr nun schon einmal gedämpft haben, schicken wir eine zweite schlechte Nachricht hinterher. Insgesamt mehren sich die Anzeichen für eine Renaissance der Kontrollkultur. Nachdem wir im letzten Ausblick bereits feststellen mussten, dass die „alte Arbeit“ mit Präsenzpflicht und wenig Flexibilität zurückschlägt und gleichzeitig die Zeiterfassung nach dem BAG-Urteil von 2022 eine Renaissance erlebt, haben wir aktuell den Eindruck, dass sich auch im Bereich Performance Management die Schwerpunkte etwas einseitig Richtung Leistungskontrolle und „Aussieben“ von Mitarbeitenden verschiebt.
Stellen Sie tatsächlich fest, dass sich das Homeoffice ungünstig auf die Produktivität einzelner Kolleginnen und Kollegen auswirkt, empfiehlt sich auch hier, daraus nicht gleich ein „Zurück zu gestern“ abzuleiten. Möglicherweise sind die Arbeitsbedingungen und technischen Voraussetzungen nicht ideal und Sie können gemeinsam etwas ändern.
Was wir damit meinen? Neben hervorragenden Softskills sind Führungsqualitäten gefragt, die Unternehmen in komplexen Gemengelagen stringent stärken. Schauen wir uns ihre Sandwichposition zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer an, müssen Führungskräfte nicht nur Leitungs- sondern auch Leidensfähigkeit mitbringen. Sie müssen manchmal der Bad Guy sein und unpopuläre Entscheidungen durchsetzen. Sie müssen ihre Teams leistungsorientiert führen und Kontrollwünsche der Arbeitgeber umsetzen (z. B. in Bezug auf Home-Office oder Arbeitszeiten), auch wenn sie diese selbst vielleicht nicht für nötig oder richtig halten.
Umgekehrt erwarten Mitarbeitende von ihren Chefs zeitgemäße Führung. Sie wollen nicht mit Angst zur Arbeit kommen, sondern als Fachkräfte auf Augenhöhe ernstgenommen werden:
Allerdings muss HR die Führungsriege darüber hinaus dazu in die Lage versetzen, sämtliche Anforderungen unter einen Hut zu bringen. Ohne Abstriche an den Errungenschaften von New Leadership zu machen, müssen Unternehmen die Effektivität erhöhen. Um nur eine Zahl herauszugreifen: Acht von zehn Führungskräften nehmen sich für ein einziges Performance-Gespräch bis zu drei Stunden Zeit – nicht etwa, weil das Gespräch mit dem netten Kollegen zu einem Plauderstündchen ausufert, sondern weil Vor- und Nachbereitung viel zu lange dauern. Der Grund: Mehr als die Hälfte nutzt dafür gar keine IT-Lösung und ein Drittel improvisiert mit Excel und Co. Allein für diesen Prozess wünschen sich knapp 70 Prozent der Befragten eine zeitsparende HR-Software.
Ihrer Sandwichposition zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer können Führungskräfte nur gerecht werden, wenn sie effektiv steuern.
Es empfiehlt sich zu prüfen, wo Ihr Unternehmen hinsichtlich Leadership Effectiveness steht, und gegebenenfalls nachzubessern:
Wenn es um Gehaltserhöhungen oder Tarifkonflikte geht, zeigte sich über die letzten Jahre oft ein einseitiges Bild: Auf der einen Seite Gewerkschaften, die starke Argumente auf ihrer Seite hatten (Inflation, sprudelnde Unternehmensgewinne) und auf der anderen Seite Arbeitgeber, die im Anblick von Fachkräftemangel und vollen Auftragsbüchern fast allem zugestimmt haben, Hauptsache es wird gearbeitet. An große Arbeitskämpfe – von den Lokführern der Deutschen Bahn mal abgesehen – kann man sich kaum erinnern.
Es kann nicht schaden, sich dieser potenziellen Gefahr bewusst zu sein und Vorkehrungen zu treffen:
Das Megathema Nachhaltigkeit, so unsere fünfte und letzte Prognose, wird im kommenden Jahr auch die Personalabteilungen beschäftigen. Die Bundesregierung ist die Umsetzung der CSRD (Corporate Sustainability Reporting Directive) in nationales Recht bisher schuldig geblieben, weshalb die EU-Kommission ein Vertragsverletzungsverfahren eingeleitet hat. Es wird bezweifelt, dass es der Minderheitsregierung noch gelingt, das Gesetz zu verabschieden.
Die europäische Rechtslage ist eindeutig: Im Januar 2023 trat die Richtlinie in Kraft. Bis Juli 2024 hätte sie in nationales Recht umgesetzt werden müssen (noch nicht geschehen). Bereits für das nun zu Ende gehende Jahr sind große, kapitalmarktorientierte Unternehmen berichtspflichtig. Ab 2026 müssen Unternehmen einen Nachhaltigkeitsbericht vorlegen, wenn sie mindestens zwei von drei Kriterien erfüllen:
Berichtspflichtige Organisationen müssen die Informationen im Jahr 2025 sammeln, um sie bis Mitte 2026 vorzulegen. Betrifft Sie nicht, da keines oder nur ein Kriterium auf Ihr Unternehmen zutrifft? Das ist ein Irrtum und es wäre besser, sich rechtzeitig vorzubereiten. Denn wenn Ihre Geschäftspartner einen CSRD-Report abgeben müssen, werden sie entsprechende Informationen von ihren Lieferanten verlangen. Und dann müssen Sie doch liefern.
Ganz unmittelbar geht HR der Standard ESRS S1 an, der die Berichtspflichten bezogen auf die eigene Belegschaft regelt. Dazu zählen nicht nur die festangestellten Mitarbeitenden, sondern auch Selbstständige und Mitarbeitende von Zeitarbeitsfirmen. Die Struktur der Belegschaft muss verständlich dargelegt werden. Maßnahmen zur Verbesserung der Situation sollten nachvollziehbar sein. Machen Sie sich unbedingt mit der Ausführung im Einzelnen vertraut. Im Fokus sind unter anderem:
Experten gehen davon aus, dass die Rechenschaft über soziale Standards den Umfang und Aufwand der ökologischen Nachhaltigkeitsberichterstattung noch überschreiten kann. Das stärkt die Rolle der Personalverantwortlichen und kann ihren Einfluss im Unternehmen vergrößern. Muss einmal alles dokumentiert werden, treten Optimierungspotenziale schnell zutage. HR gewinnt so eine Informationsbasis für Verhandlungen mit dem Management, kann aber auch beispielsweise der Arbeitnehmervertretung aufzeigen, welche Errungenschaften bereits erreicht wurden.
Auch als nicht berichtspflichtige Organisation müssen Sie möglicherweise Daten für Ihre berichtspflichtigen Partner liefern!
Gerne hätten wir Ihnen mit ein paar Gute-Laune-Trends gedient und positiver ins Jahr 2025 geblickt. Doch hilft es vielleicht schon, sich der Herausforderungen bewusst zu sein, die Sie erwarten können. Stehen harte Entscheidungen an (HR-Trend 1), können Sie sich nun schon Gedanken machen, wie Sie diese fair und mit möglichst wenig Kollateral- und Folgeschäden umsetzen. Dem Trend zu mehr Kontrollkultur können Sie maßvolle, auf die Kolleginnen und Kollegen abgestimmte Maßnahmen entgegensetzen sowie – besonders wichtig – ein umfassendes und konstruktives Performance Management (HR-Trend 2).