Titelbild-Banknoten-Brieftasche-Geld-Euro-Budget-Vergütungsrunden-pexels-417395-Pixabay

10.01.2019 – Lesezeit: 3 Minuten

Prozesse / Human Resources

Vergütungsrunden einheitlich, einfach und budgetkonform steuern

In Russland will man hoch hinaus: Einer KPMG-Studie zufolge sollen die Gehälter dort 2018 um bis zu 10 Prozent gestiegen sein. In Deutschland sollen sie einer Lurse-Befragung zufolge immerhin um 2,8 Prozent zulegen. Mit transparenten und systematischen Vergütungsprozessen kann dieses Ziel erreicht und zugleich der Kostenfaktor „Gehälter“ kalkulierbar gestaltet werden.

Von Robert Bosch stammt das Zitat: „Ich zahle nicht gute Löhne, weil ich viel Geld habe, sondern ich habe viel Geld, weil ich gute Löhne bezahle.“ Vor dem Hintergrund des anhaltenden Fachkräftemangels und nahezu Vollbeschäftigung bleiben Gehaltserhöhungen nicht aus. Die meisten Unternehmen halten es dabei wie bisher: Die jährliche Gehaltsentwicklung muss zielgerichtet gesteuert werden. Vorab sollte daher unter der Beteiligung der HR-Abteilung für das gesamte Unternehmen das Budget festgelegt werden, mit dem die Führungskräfte später in ihre jeweiligen Gehaltserhöhungsrunden mit den Mitarbeitern gehen. 

Abkehr von Bonuszahlungen

Abgesehen von unmittelbar umsatzrelevanten Bereichen, allem voran der Vertrieb, verabschieden sich immer mehr Unternehmen von Bonuszahlungen für ihre Mitarbeiter, auch weil dafür gesonderte Budgets definiert werden müssen. Stattdessen gehört die individuelle Leistungsvergütung mehr und mehr zum festen Gehaltsbestandteil. Anders als beim Bonus wirkt sich eine Gehaltserhöhung des festen Entgelts allerdings nachhaltig auf die Budgets für die Mitarbeitervergütung aus. Daher setzen generelle oder weitreichende Gehaltserhöhungen sehr viel mehr unternehmerischen Weitblick voraus, zumal sie im Krisenfall nur schwer rückgängig gemacht werden können.

Grundsätzlich gilt aber zunehmend die Devise „Wenn es dem Unternehmen gut geht, dann sollen auch die Mitarbeiter entsprechend ihrer Leistung an der erfolgreichen Entwicklung des Unternehmens partizipieren“. Dieser Trend, so simpel er klingen mag, ermöglicht es, Unternehmens- oder Bereichskennzahlen (wie etwa den ROI) gezielt in Beziehung zum Budget für Gehaltserhöhungen zu setzen.

Leistungen differenziert bewerten

Gleichwohl kommt es darauf an, in den Gehaltsrunden in ausreichendem Maße die individuelle Leistung eines Mitarbeiters zu berücksichtigen, um insbesondere Leistungsträger monetär zu belohnen. Der Gehaltsentscheidung sind somit Performance-Management-Prozesse vorzuschalten, in denen die Führungskraft das „Was“ und „Wie“ der Mitarbeiterleistung beurteilt.

A und O sind dabei differenzierte Leistungsbeurteilungen. Diese Beurteilungen der Performance sollten möglichst der Normalverteilung entsprechen. Als hilfreich erweisen sich hier Kalibrierungs- beziehungsweise Validierungsrunden im Kreise der Managerkollegen, um subjektiven Beurteilungstendenzen entgegenzuwirken. Anschließend werden die Leistungsbeurteilungen mit der Entscheidung über die Gehaltsentwicklung verknüpft. Die Aufgabe, dabei die individuelle Leistung gerecht abzubilden, stellt sich insbesondere dann, wenn individuelle Boni nicht (mehr) gewährt werden.

Gehaltserhöhungen leistungsgerecht gewichten

Um zwischen den Mitarbeitern bei der Gehaltsentwicklung ausreichend differenzieren zu können und dem verantwortlichen Manager Spielräume bei seinen Entscheidungen zu eröffnen, empfiehlt sich, die jeweilige Leistung in einem bestimmten Faktor einzubeziehen. Ein Beispiel: Ist im Schnitt eine Gehaltserhöhung von 2,8 Prozent vorgesehen, würde der Top-Performer bei fünf Leistungsstufen (mit dem Faktor 0,5) das 2,5-fache oder 7 Prozent (2,5 x 2,8 Prozent) mehr Gehalt bekommen, der Low-Performer hingegen nur das 0,5-fache oder 1,4 Prozent mehr vom Ausgangsgehalt. Gegebenenfalls kann dabei auch die bisherige Lage eines Mitarbeiters im Gehaltsband berücksichtigt werden.

Die individuelle Gewichtung ermöglicht es, das vorgegebene Budget einzuhalten, ohne auf eine Differenzierung zu verzichten. Sollte ein Manager dennoch die Zielmarke (2,8 Prozent in dem Beispiel) nicht einhalten, sind abteilungsübergreifende Budget-Ausgleichsprozesse denkbar. Eine wichtige Rolle spielt dabei die HR-Abteilung, um den Prozess zu moderieren. Diese sollte auch dafür sorgen, dass die Gehälter und Lohnerhöhungen transparent sind. Denn Mitarbeiter reden gegebenenfalls auch über ihre Gehälter und vergleichen untereinander. Daher ist es im Sinne der Unternehmen, bei Gehältern, Lohnerhöhungen und Sondervergütungen auf Gerechtigkeit und Transparenz zu achten.

Unterstützung durch Compensation Management Software

Zu empfehlen ist darüber hinaus, den Gehaltsfindungsprozess durchgängig mittels einer Software zu unterstützen. Diese sogenannte Compensation Management Software (oder auch Vergütungs-Software) kann einheitliche und transparente Leistungsbewertungs- und Gehaltsfindungsprozesse ermöglichen, die sich durch Regeln, automatisierte Validierungsprüfungen und Genehmigungspflichten flankieren lassen.

Download E-Book: In 4 Schritten zum modernen VergütungsprozessEine moderne Compensation Management Software verknüpft systematisch Daten aus dem Talent- beziehungsweise Performance-Management mit dem Thema Vergütung, identifiziert Leistungsträger und bildet Verteilungswirkungen von Entscheidungen ab. Übergeordnete Gehaltsbudgets können damit auf der Ebene der Manager oder Vorgesetzten wirksam verwaltet beziehungsweise zielgerichtet gesteuert werden.

Fazit und Empfehlungen

Geld ist nicht alles, aber vor allem Unternehmen aus den High-Tech-Branchen kommen heute gar nicht umher, ihren Mitarbeitern für gute gemeinsame und individuelle Leistung in regelmäßigen Abständen Gehaltserhöhungen zu zahlen. Diese sind natürlich immer auch ein Kostenfaktor, sollten aber nicht allen in gleicher Höhe zukommen, sondern herausragende Arbeit übermäßig gut belohnen. Wichtig ist vor allem, zu einer fairen Bewertung der Leistung jedes Mitarbeiters und somit zu gerecht empfundenen Gehältern und Gehaltserhöhungen zu kommen. Eine gute Compensation Management Software kann Sie dabei unterstützen.

Falls Sie sich für weitere Artikel rund um das Thema Vergütungen interessieren, dann empfehlen wir Ihnen diesen Beitrag.

Quelle: Titelbild pexels, Pixabay