Titelbild-Digitalisierung-Wettbewerbsdruck-Wettbewerb-Tablet-Analyse-Zahlen-pixabay-1263422-PhotoMIX-Company

15.05.2019 – Lesezeit: 2 Minuten

Geschäftsführung / Impulse

Digitalisierung erhöht Wettbewerbsdruck

Die Digitalisierung sorgt in deutschen Unternehmen für zunehmenden Wettbewerbsdruck, so eine Studie des Branchenverbandes Bitkom. Selbige Untersuchung zeigt allerdings auch: Bislang investieren noch zu wenige Firmen in digitale Geschäftsmodelle.

Die Digitalisierung ist im Bewusstsein der mittelständischen Unternehmen angekommen. Fast alle deutschen Firmen sehen die Digitalisierung als Chance für sich selbst, wie aus einer aktuellen Studie des ITK-Branchenverbandes Bitkom hervorgeht. Insgesamt zeigt die Studie, dass die Ängste rapide abnehmen: So hat sich die Zahl der Unternehmen, die sich durch die Digitalisierung in der Existenz bedroht fühlen, im letzten Jahr von 24 Prozent auf 12 Prozent glatt halbiert.

Gleichzeitig bemerken Unternehmen indes, dass mit der zunehmenden Digitalisierung auch der Wettbewerbsdruck steigt. Hauptgrund: Vermehrt drängen zuvor branchenfremde IT- und Internetfirmen wie Google, Amazon und Co. auf die Märkte der Mittelständler. Knapp 40 Prozent geben zu, dass andere Unternehmen, die früher als sie selbst auf die Digitalisierung gesetzt haben, nun einen Vorsprung haben. Sie reagieren darauf, indem sie ihre Produkte und Dienstleistungen anpassen. Mehr als die Hälfte hat bereits völlig neue Angebote konzipiert.

Die Angst wird größer

Unternehmen sehen zunehmend Probleme bei der Digitalisierung

„Keine Zeit, kein Geld“

Nach wie vor besteht allerdings große Zurückhaltung, was digitale Geschäftsmodelle angeht. Nur ein Fünftel plant entsprechende Investitionen. Etwa die Hälfte hat das bereits in der Vergangenheit getan, will aber dieses Jahr (Anm. d. Red.: 2019) keine Geldmittel mehr bereitstellen. Nur ein Sechstel hat einen Verantwortlichen für die Digitalisierungsstrategie ernannt.

Dieses Verhalten kritisieren die Autoren der Studie scharf: „Keine personelle Verantwortung, keine Zeit, kein Geld – so macht man keine Digitalisierungsstrategie“, mahnte Bitkom-Präsident Achim Berg. „Damit die Weltmarktführer von heute auch in Zukunft an der globalen Spitze stehen, müssen sie jetzt in die Geschäftsmodelle von morgen investieren. Und das Geschäft von morgen ist ausschließlich digital.“

Als größte Hürde auf dem Weg in die Digitalisierung sehen die meisten Verantwortlichen den Datenschutz. Tatsächlich sind entsprechende Bedenken im Laufe der Jahre stark gestiegen und haben aktuell einen Höchststand erreicht. Auch die technische Sicherheit und fehlende Fachkräfte sehen etwa die Hälfte als Hinderungsgrund.

Bedeutung erkannt, Umsetzung mangelhaft

Die meisten Befragten haben durchaus erkannt, dass neue Technologien große Bedeutung haben. Es hapert allerdings immer noch bei der Umsetzung. Ein Großteil sieht Künstliche Intelligenz (KI) als wichtige Zukunftstechnologie. Aber nur zwölf Prozent planen oder diskutieren auch entsprechende Projekte. Berg fordert eine nationale Strategie, um KI voranzubringen.

Eine nicht ganz so große Diskrepanz gibt es bei vielen anderen Technologiethemen. Etwa vier Fünftel haben die Bedeutung des Internet of Things (IoT) und Big Data erkannt. Immerhin fast 60 Prozent wollen auch in Sachen Big Data aktiv werden und 44 Prozent das Thema IoT angehen. Blockchain ist dagegen nur für sechs Prozent ein Thema.

„Wenn man an die Bedeutung von Künstlicher Intelligenz als Querschnitts- und Schlüsseltechnologie denkt und an die Chancen, die eine noch sehr junge Technologie wie Blockchain bieten kann, dann muss diese Zurückhaltung verwundern“, sagte Berg. „Verglichen mit dem Vorjahr gibt es bei KI und Blockchain trotz der breiten öffentlichen Debatte praktisch keine verstärkte Befassung in den Unternehmen.“

Sie sind auf der Suche nach Unterstützung bei der Umsetzung Ihrer Digitalisierungsstrategie? Unser Artikel zeigt Ihnen, wie Sie als Mittelständler von staatlichen Förderprogrammen profitieren.

Quelle: Titelbild pixabay, PhotoMIX-Company / Grafik Mittelstand Heute