Studie: Corona beschleunigt die Digitalisierung globaler Lieferketten

19.03.2021 – Lesezeit: 2 Minuten

Prozesse / Produktion und Logistik / Technologie

Studie: Corona beschleunigt die Digitalisierung globaler Lieferketten

Während der stationäre Handel durch die Pandemie stark ins Stocken gekommen ist, hat E-Commerce weltweit kräftig zugelegt. Das wirkt sich laut einer Studie von ABI Research auch auf Technologien aus, die globale Lieferketten managen.

Pandemie deckt Lücken auf ...

In einer ABI-Studie „Technology-Driven Supply Chain Transformation” heißt es, dass die E-Commerce-Umsätze 2020 im Zuge der Pandemie um über 20 Prozent im Jahresvergleich zugelegt haben. Das wiederum zwinge die Unternehmen nun, die vorher oft zurückgehaltenen Investitionen in die Automatisierung von Fahrzeugen, in Robotik und den Einsatz von Software-Applikationen binnen weniger Monate umzusetzen, so die Analysten von ABI Research.

Sie erwarten, dass die Entwicklung anhalten und sich verfestigen wird. Denn sowohl Unternehmen als auch Verbraucher seien digital gestützt schon zu kontaktlosem Verhaltensmuster übergegangen. Wer vor 2020 schon entsprechende Testbetriebe aufgenommen habe, könne laut ABI Research nun auch mit Steuervorteilen und Umsatzsteigerungen rechnen.

... verstärkt aber auch Technologieeinsatz

Wie Susan Beardslee, ABI-Chefanalystin für Frachtverkehr und Logistik, in einer Pressemeldung zitiert wird, hat die Pandemie bestehende Lücken in Sachen Digitalisierung und Technologie-Integration sowie hinsichtlich Alternativplänen aufgezeigt. Zugleich habe die volatile Produktnachfrage, in Quarantäne befindliche Mitarbeiter und saisonale Schwankungen den bestehenden Fachkräftemangel noch verschlimmert.

Um auf künftige Ereignisse in der weltweiten Lieferkette besser vorbereitet zu sein, gelte es mit Blick auf eine post-pandemische Strategie, längerfristige Entscheidungen zu treffen. „Zahlreiche Unternehmen sind gerade dabei, ihre Zukunft auf Resilienz (Widerstandfähigkeit oder Ausfallsicherheit) und Agilität mit größerer Flexibilität und Kapazität zu gründen, um Unwägbarkeiten besser begegnen zu können“, so Beardslee. Manche Trends, die zuvor Teil von 5-Jahresplänen waren, hätten sich in Monaten beschleunigt.

Autonome Transportsysteme stark im Kommen

ABI Research zufolge hat sich die Einführung von Technologien über die gesamten Lieferketten rapide verstärkt: Die Studie thematisiert dabei unter anderem Hard- und Software für autonomes Fahren und autonome Transportsysteme, Robotik, Künstliche Intelligenz und Machine Learning (KI und ML), den Einsatz der Blockchain und Computer-Visions-Systeme. Als Beispiel für autonomes Fahren nennt das Marktforschungsinstitut eine Kooperation von TuSimple Autonomous Freight Network mit dem Nutzfahrzeughersteller Navistar und Penske Truck Rental, um bis 2025 in Nordamerika 11.000 (nach SAE Level 4) voll autonom fahrende Nutzfahrzeuge auf die Straßen zu bringen und nachverfolgen zu können.

Markt für Asset Visibility wächst rasant

Der weltweite Markt für die Asset Visibility (Überwachung und Nachverfolgung) von Fahrzeugen, Anhängern und Fracht wird laut ABI Research bis 2025 ein Volumen von 20 Milliarden Dollar übersteigen. Die Liste von Anbietern, die sich in dem Markt tummeln, reichen von Telekommunikations-Unternehmen wie Verizon bis etwa CoROS, ein Tochterunternehmen von Mercedes-Benz Vans.

„2021 wird weiterhin vermehrt in digitale, automatisierte und integrierte Lösungen investiert und diese eingeführt, um die dringend benötigte Resilienz in der globalen Lieferkette durch optimierte Transparenz, Flexibilität und Zuverlässigkeit zu gewährleisten“, sagt Susan Beardslee abschließend.

Logistik und Supply Chain Management unterliegen einem stetigen Wandel. Doch was bringt die Zukunft? Lesen Sie hier mehr. https://www.mittelstand-heute.com/artikel/5-trends-fuer-die-supply-chain-der-zukunft

 

Quelle: Adobe Stock, Denys Prykhodov, Datei-Nr.: 303064804