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08.06.2018 – Lesezeit: 5 Minuten

Geschäftsführung

Smart Factories als Zukunft der Automobilzulieferindustrie

2011 wurde auf der Hannover Messe ein Begriff geprägt, der in den nächsten Jahren für Gesprächsstoff sorgen und die nächste Revolution für das verarbeitende Gewerbe einläuten sollte: Industrie 4.0. In den letzten sieben Jahren arbeiteten Vertreter aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft an der Initiative Maschinenbauunternehmen und Fabriken in ein vernetztes und durch IT-Systeme gestütztes Zeitalter zu überführen. Ein Teilaspekt dieser Bemühungen mündete in den Smart Factories und vor allen Dingen Automobilhersteller treiben diese Entwicklung weiterhin am stärksten voran. Einen Haken hat das Ganze jedoch: Die Zulieferer kommen mit der Digitalisierung nicht schnell genug nach - und das könnte auf Dauer zum Problem für die Branche werden.

Dass Deutschland eines der wirtschaftlich stärksten Länder der Welt ist, ist nicht allein, aber zu einem nicht unerheblichen Teil, dem berühmten deutschen Ruf als “Land der Ingenieure” zu verdanken. In keinem anderen OECD- und Partnerland werden mehr Fachkräfte in den MINT-Berufen ausgebildet, als in Deutschland, wo der Anteil bei 37 Prozent liegt. Die zunehmend technologiebasierte Wirtschaft profitiert jetzt schon, und in der Zukunft vermehrt, von dieser Arbeiterschaft, allen Unkenrufen zum Fachkräftemangel zum Trotz. Während auf Seiten der Workforce also Investitionen getätigt werden, hält sich auch die Automobilbranche nicht mit Geldern für Forschung, Entwicklung und Modernisierung der Fertigungsstraßen zurück.


Dieser Beitrag richtet sich an:

• Geschäftsführer aus der Automobilzulieferindustrie, die ihr Unternehmen fit für die Zukunft der Branche machen möchten

• CIOs, die ihre internen Prozesse miteinander vernetzen und klassische Abläufe digitalisieren wollen

• Business-Entscheider, die neues Geschäft generieren und sich mit digitalen Prozessen strategischer am Markt orientieren wollen


Die Automobilhersteller führen laut einer Studie von Capgemini die Spitze in der Industrie an und können sich in fünf Jahren über Produktivitätszuwächse von fast 136 Milliarden Euro weltweit freuen, wenn die momentane Entwicklung weiter geht. Grundstein für diese Prognose sind die derzeit getätigten Investitionen, die laut einer weltweiten Befragung von Führungskräften bei rund 212 Millionen Euro in die Produktionsstätten der Zukunft liegen: die Smart Factories. Während jeder zweite Autohersteller in vernetzte Systeme, KI-Technologien und Cobots investiert, sind es die Zulieferer von Bauteilen, Elektronik und Zubehör, die hier weiter zurück hängen.

 

Während die Automobilhersteller bereits in Smart Factories investieren, hinken die Zulieferer noch hinterher (Quelle: PhonlamaiPhoto/ iStock)

Automobilzulieferer hinken bei der Digitalisierung hinterher

Dabei bemühen sich die Unternehmen darum, digitale Prozesse in der Logistik, Produktion und im Vertrieb und Marketing zu etablieren, finden aber oft nicht den richtigen Ansatz, welche Arbeitsschritte genau digitalisiert und verzahnt werden müssen, um auch in Zukunft wettbewerbsfähig zu bleiben. Stellenweise geht es sogar so weit, dass sich einige Maschinenbauer dem Trend mehr oder weniger verweigern und die Digitale Transformation eher als Risiko, denn als Chance sehen.

Was oft fehlt ist also gar nicht mal die Bereitschaft zum digitalen Wandel im Unternehmen, sondern die tatsächliche Umsetzung. Wir wollen Ihnen in diesem Beitrag Punkte aufzählen, die bei der Digitalisierung von Automobilzulieferern und Maschinenbauunternehmen generell wichtig sind. Dabei sind es nicht nur technische Aspekte und das Equipment, die hier eine Rolle spielen.

 

 

Veränderung beginnt im Kopf - auch die digitale

Zunächst beginnt die Digitalisierung eines Unternehmens weder bei der Anschaffung neuer Maschinen, noch bei der Installation eines IT-Systems, sondern bei der Unternehmensführung selbst - also in den Köpfen von Führungsriege und Arbeiterschaft. Was sich ein wenig abgedroschen anhört, ist aber tatsächlich der erste Schritt, eingefahrene Prozesse und Vorgehensweisen gegen moderne einzutauschen und somit den Grundstein für eine echte Smart Factory zu legen. Dass diese Aufgabe keine einfache, jedoch eine notwendige ist, formulierte BMW-Chef Harald Krüger 2017 in einer Rede folgendermaßen: „Wir führen zwei Geschäftsmodelle zusammen: Unser etabliertes Kerngeschäft auf der einen Seite und Startup-Mentalität sowie neue Geschäftsfelder auf der anderen Seite.“ Genau hier liegt die Herausforderung.

Die Impulse zum Wandel müssen also von der Geschäftsführung ausgehen und nicht zum Nebenprojekt der IT-Abteilung oder der Forschungs- und Entwicklungsbereiche deklassifiziert werden. Nur das Management kann Impulse zur Innovation setzen, die entsprechende Motivation an die Mitarbeiter herantragen und durch entsprechende Fortbildungen für neue Prozesse fit machen. Dazu zählt auch die Schulung für die Bedienung neuer Maschinen, aber vor allem auch die simpel klingende Aufgabe, den Mitarbeitern die Vorteile der neuen Vorgehensweisen näher zu bringen. Sie sollen schließlich nicht gegen Neuerungen ankämpfen, sondern diese nutzen, um einen Mehrwert für das Unternehmen zu schaffen um beruflich und persönlich zufriedener zu werden. Weitere Tipps gibt übrigens auch dieser Ratgeber.

 

Digitale Prozesse müssen in Automobilzulieferindustrie zur Priorität werden (Quelle: PhonlamaiPhoto / iStock)

Treffen Sie harte Entscheidungen

Es ist immer noch Gang und Gäbe in Unternehmen, eine Doppelstrategie zu fahren, nachdem neue IT-Tools eingeführt wurden. Das alte System wird weiterhin genutzt, während das neue nur schleppend Akzeptanz findet und somit auch nicht in vollem Umfang weiter genutzt werden kann. So hart es klingt, aber der Schlüssel zur zukünftigen Wettbewerbsfähigkeit ist hier tatsächlich die Innovation ein wenig zu forcieren. Orientieren Sie sich sowohl intern an ihren Mitarbeitern als auch extern am Markt und treffen Sie Business-Entscheidungen gezielt und “all in”. Statt monatelangem Ausprobieren von Tools und Strategien, sollten Sie Handlungsdrang zeigen und die notwendigen Änderungen im Rahmen der Digitalisierung im Unternehmen konsequent zu Ende führen.

Selbst wenn einige Prozesse neu sind und eine gewisse Einarbeitung erfordern oder herausfordernd sind, werden sie sich auf Dauer bezahlt machen. Wichtig ist es hierbei, nicht wieder zurück zu alten, analogen Verfahren zu gehen sobald erste Probleme auftreten, sondern die weitere Digitalisierung und den Innovationsdrang aufrecht zu erhalten.

All for One Steeb lädt zum Workshop zur Digitalisierung ein

Wie genau diese einzelnen Schritte aussehen können, würde aufgrund der Vielfalt der Unternehmen in der Automobilzulieferindustrie den Rahmen dieses Artikels sprengen. Konkrete Tipps, wie die Digitale Transformation in Ihrem Unternehmen ablaufen kann, welche Mittel dazu sinnvoll sind und wo die Vorteile liegen, können Sie sich dafür im Workshop von All for One Steeb ansehen und sich von Experten unverbindlich, speziell für Ihr Unternehmen, persönlich beraten lassen.

Der Design Thinking Impuls-Workshop möchte ein klares Verständnis für die Digitale Transformation schaffen und die zahlreichen Facetten in der Branche aufzeigen. Dazu zählen die Bereiche Strategie, Geschäftsmodelle und Unternehmensprozesse sowie Organisation, Produkte & Services und die Customer Experience - ein besonders wichtiges Thema, das gerade in aller Munde ist, weil es sich am Kunden ausrichtet und ihre Entwicklungs- und Produktionsprozesse beeinflussen sollte.

Wir möchten Sie herzlich einladen, am Workshop teilzunehmen und mit den Experten von All for One Steeb zu sprechen. Sie können sich unter diesem Link anmelden, unter dem Sie auch weitere Informationen zum Ablauf und den einzelnen Themen finden.

 

 

Quelle Titelbild: iStock/ RainerPlendl