Best Practice: SAP S/4HANA-Migration bei Vodafone

30.11.2020 – Lesezeit: 2 Minuten

Geschäftsbereiche / Geschäftsführung

Best Practice: SAP S/4HANA-Migration bei Vodafone

Vodafone hat von SAP ECC auf SAP S/4HANA migriert. Nach einem monatelangen Vorlauf konnte der Mobilfunkriese an nur einem Wochenende erfolgreich auf das neue ERP-System umstellen. Im Fokus der Migration: Daten.

Der Mobilfunkkonzern Vodafone hat den Schritt erfolgreich in Richtung SAP S/4HANA gewagt. An nur einem langen Wochenende wurde die von über 100.000 Mitarbeitern genutzte monolithische SAP-Installation auf das neue Enterprise-Resource-Planning-System umgestellt. Der Schlüssel für den Erfolg waren laut Vodafone-CIO Ignacio Garcia „Daten, Daten, Daten. Einhundertprozentiger Fokus auf Daten.“

Von ECC zu S/4HANA

Vodafone vertraut seit über zehn Jahren auf eine ERP-Lösung aus dem Hause SAP. In 22 Ländern stellte der Mobilfunkriese deswegen SAP ECC in den Dienst. Dies war laut Vodafone ein zur damaligen Zeit ein fundamentaler Schritt, um einen wichtigen Überblick über die Geschäftsprozesse zu erhalten. Seitdem hat sich einiges getan: Der Konzern wuchs in den letzten zehn Jahren in Deutschland bei Mobilfunkanschlüssen um mehr als drei Prozent auf über 36 Prozent Marktanteil.

Auch im Breitband konnte der Mobilfunkanbieter mit dem roten Logo in den letzten zehn Jahren seinen Marktanteil um fast sechs Prozent auf über 30 Prozent festigen. Die Folge daraus war allerdings, dass die Geschäftsprozesse immer komplexer wurden. Auch der Ausbau der eigenen Infrastruktur brachte das ERP-System SAP ECC von Vodafone an seine Grenzen. „Dafür war deutlich mehr Kapazität nötig – allein für Batches und Processing“, so Garcia.

Migration mit Herausforderungen

Die von Garcia beschlossene SAP-S/4HANA-Installation zählte weltweit zu den größten Migrationen. Der Konzern entschied sich aufgrund anderer Unternehmenserfahrungen bei der SAP-S/4HANA-Integration dabei für den Brownfield-Ansatz. Bei diesem Ansatz werden die Daten aus dem vorhandenen System importiert und für die Prozesse des neuen Systems nachgebaut.

Oberste Priorität hatte bei CIO Garcia das Vorbereiten der Daten. Zuvor hatte das Unternehmen über einen Zeitraum von acht Monaten die Hardware erneuert, während Garcia mit seinem Projektteam die Daten reduzierte. Durch die Archivierung dieser Daten konnte das Migrationsvolumen entsprechend verringert werden.

Im nächsten Schritt mussten die Daten auf das neue Modell in SAP S/4HANA konvertiert werden. Ein besonders heikler Schritt, wie viele SAP-Experten erahnen dürften. Daher entschied sich das Projektteam für eine Erprobungsphase von 22 Tagen.

Diese Vorsichtsmaßnahme führte schließlich zum Erfolg, wie der CIO berichtet: „Am Ende konnten wir den Umzug in vier Tagen absolvieren. Das war immer noch ein relativ umfassender Zeitraum, aber die Wahl des richtigen Wochenendes und eine transparente Kommunikation mit dem Business haben es möglich gemacht.“

Planungsfehler erkennen und korrigieren

Natürlich verlief auch bei dieser Migration nicht immer alles nach Plan. Entscheidend war jedoch laut Garcia, dass die Planungsfehler rechtzeitig erkannt und schnell korrigiert wurden: „Wir haben im Zuge eines Lernprozesses viele Dinge ‚on the fly‘ verändert. Beispielsweise war zunächst vorgesehen, dass wir vor dem Go Live drei volle Datenkonversionen durchführen. Am Ende waren es fünf, weil wir erkannt haben, dass das eine erfolgskritische Komponente ist“.

Die Ergebnisse der Migration können sich sehen lassen: Die Softwareentwicklung schafft dank der neuen Strukturen statt sechs Releases pro Jahr jetzt mehrere im Monat. Außerdem können die internen IT-Experten „jetzt viele Dinge einfach selbst erledigen und schneller Business-Mehrwert erzeugen“, sagt der CIO abschließend.

Welche ERP-Lösung ist die richtige?

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Was kostet ein Cloud-ERP eigentlich für kleine und mittelständische Unternehmen? Hier erhalten Sie einen Überblick.

Quelle: Titelbild Vodafone-Logo (c) Vodafone