Microsoft macht mit Mesh holographische Begegnungen zukunftsfähig

14.05.2021 – Lesezeit: 3 Minuten

Impulse / Technologie

Microsoft macht mit Mesh holographische Begegnungen zukunftsfähig

Auf der Entwicklerkonferenz Ignite hat Microsoft mit „Mesh“ eine neue Plattform für Mixed Reality vorgestellt, die mittels holographischer 3D-Abbilder fast lebensechte virtuelle Begegnungen über Kontinente möglich machen, um etwa gemeinsam an einer Konstruktion zu arbeiten.

Schon immer war die Menschheit fasziniert von der Idee, sich einst über große Entfernungen hinweg dreidimensional begegnen zu können. Microsoft hat auf der Entwicklerkonferenz Ignite 2021 Anfang März ein Microsoft Mesh genannte neue Plattform für Mixed Reality und die lebensecht wirkende digitale Zusammenarbeit über alle Grenzen hinweg vorgestellt.

Vom Avatar zur Holoportation

Zunächst für Datenbrillen und Avatare genannte virtuelle Stellvertreter gedacht, soll Microsoft Mesh zu einem späteren Zeitpunkt auch den Weg zur „Holoportation“ ebnen, um sich „als lebensechtes, fotorealistisches Selbst in virtuelle Räume zu projizieren“, schreibt Philip Weitnauer, Senior Product Mixed Reality and HoloLens bei Microsoft.

Sein Kollege Alex Kipman, einer der maßgeblichen Entwickler der HoloLens und von Microsoft Mesh in Redmond, hat 2016 schon in einer Ted Conference mit der Datenbrille live demonstriert, wie die Zukunft der Holoportation aussehen könnte und wie sie die Grenzen der zweidimensionalen Welt der Bildschirme überschreitet. Die Ted-Zuschauer konnten mit speziellen 3D-Brillen sehen, was Kipman „lebensecht“ virtuell vor die Augen kam.

Was ist Mesh, was AR, was VR?

Aber hier zunächst die Frage: Was ist eigentlich Mesh: Viele kennen das Wort von „vermaschten“ WLAN-Netzen. Mesh steht aber auch für ein polygones Gitternetz zur Modellierung von 3D-Objekten – und wie Kipman es auf der Ignite 2021 interpretierte – für Mixed Reality. Gemeint ist ein Mix aus Virtual und Augmented Reality. Am einfachsten zu erklären sind die Unterschiede anhand der von Microsoft Mesh im ersten Schritt unterstützten Datenbrillen oder Smart Glasses:

Die HoloLens beziehungsweise die aktuelle HoloLens 2 ist halbdurchlässig und blendet den Träger somit nicht völlig von der Umgebung aus, sondern erweitert die reale Wahrnehmung im physischen Raum. Damit ergeben sich mehr Möglichkeiten, den Träger völlig von der realen in eine völlig virtuelle Welt eintauchen lassen.

 

Gestützt auf KI und die Cloud mit Azure

Bevor mit Microsoft Mesh die Holoportation Wirklichkeit wird, sollen die Personen, die sich über Distanzen hinweg virtuell begegnen, zunächst noch als lebensecht aussehende Avatare oder Abbilder der echten Personen erscheinen. Auch die Objekte, von Microsoft auf der Ignite 2021 am Beispiel eines Fahrzeugmodells gezeigt, an dem das virtuell zusammengetrommelte Entwicklerteam zusammen tüftelt, erscheinen nur virtuell. Dank Mesh und fortschrittlichem 3D Rendering sollen sie aber aussehen wie in Echt. Dabei kommt auch Künstliche Intelligenz zum Einsatz.

Wie Microsoft-Manager Weitnauer schreibt, ist die neue Plattform das Ergebnis jahrelanger Forschungs- und Entwicklungsarbeit im Bereich Hand- und Augen-Tracking, um Hologramme und Modelle auf Basis von KI zu erstellen und so „ausdrucksstarke Avatare“ zu erzeugen. Darüber hinaus setzt Microsoft bei Mesh auch auf die eigene Cloud-Plattform Azure. „Wir bauen auf den Vorteil unserer intelligenten Cloud Azure auf“, zitiert Weitnauer seinen Kollegen Kipman. „Bei kollaborativen Erlebnissen befindet sich der Inhalt nicht in meinem Gerät oder in meiner Anwendung. Die holographischen Inhalte befinden sich in der Cloud, und ich brauche nur die speziellen Linsen, die es mir ermöglichen, sie zu sehen“, fügt Kipman hinzu.

Mannigfaltige B2B-Einsatzszenarien

Mesh-fähige Apps sollen es über offene Standards sowie über die HoloLens 2, einer Reihe von VR-Headsets, Smartphones, Tablets oder PCs möglich machen, wie bei dem Fahrzeugmodell über 3D-Inhalte zu interagieren. Geplant ist, Mesh auch in Microsoft Teams und Microsoft Dynamics 365 zu integrieren. Als Einsatzszenarien für die Produktentwicklung nennt Weitnauer unter anderem Fahrräder, High-End-Möbel, Düsentriebwerke und sogar neue Sportstadien. Als weitere Möglichkeit nennt er Architekturbüros, die Gebäude Käufern oder beteiligten Unternehmen so virtuell Zutritt verschaffen.

Egal ob über Smart Glasses wie der HoloLens 2 oder per Projektion, kann die 3D-Holographie, wie von Microsoft gleichfalls intendiert, nicht zuletzt auch das Wir-Gefühl stärken. Das wird für Unternehmen mit Einzug agiler Führung und Methoden immer wichtiger wird. Voraussetzung dafür ist die Digitalisierung mit Teamlösungen wie Microsoft 365, Teams und anderen Anwendungen für die moderne Kommunikation und Zusammenarbeit über alle Grenzen hinweg.

Was kann die eigens für den Businessbereich konzipierte Microsoft HoloLens? Hier gibt es einen Überblick.

 

Quelle: Titelbild: Microsoft