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26.07.2019 – Lesezeit: 2 Minuten

Human Resources / Impulse

Ab in die Provinz: So locken Unternehmen Fachkräfte

Der deutsche Mittelstand ist geographisch stark verstreut, und darin liegt seine Stärke. Auf dem flachen Land jedoch gibt es zwei Herausforderungen: Mitarbeiter und Bandbreite gewinnen. Mit diesen Tipps binden mittelständische Unternehmen ihre Fachkräfte an die Provinz.

Der deutsche Mittelstand ist Weltspitze. Viele sind Hidden Champions und müssen sich vor keinem Wettbewerber verstecken, auch wenn sie ihren Firmensitz in „Hintertupfingen“ haben. Für das Leben in der Provinz gibt es viele gute Argumente. Es ist weniger hektisch als in feinstaubbelasteten Metropolen, die Lebenshaltungskosten sind geringer, die nachbarschaftliche Atmosphäre angenehmer und lange Verkehrsstaus sind so gut wie nicht vorhanden.

„Können kein Home Office einrichten“

Alles könnte so schön sein, gäbe es da nicht zwei große Hürden. Viele Mittelständler leiden unter der schlechten Bandbreitenabdeckung, wo selbst viele Entwicklungsländer mittlerweile besser aufgestellt als das vermeintlich perfekte Deutschland. Doris Albiez, Geschäftsführerin von Dell Deutschland, bringt es auf den Punkt: „Wir hören sehr viel Schlechtes über unsere Bandbreite und das stimmt. Die Wirtschaft muss es selber in die Hand nehmen. Viele Firmen können kein Home Office einrichten, weil ihre Mitarbeiter keine Bandbreite haben.“

Und es gibt viele überzeugte Großstädter, die nur ungern außerhalb der Ballungszentren arbeiten wollen. Aber es gibt Hoffnung: „Junge Leute sind nicht mehr so mobil wie wir früher und bleiben lieber in der Nähe ihres Geburtsortes“, hat Albiez beobachtet. Eine familiäre Atmosphäre und gute Work-Life-Balance sei vielen wichtiger als hippes Leben in der Großstadt.

Konzept für Nachwuchskräfte

Sie rät mittelständischen Unternehmen dazu, sich mit innovativen Konzepten um Talente zu bemühen. „Wir haben gute Erfahrungen mit ein bis zwei Wochen Probearbeitszeit gemacht, in denen ausgetestet werden kann, ob man zueinander passt“, so Albiez. Es gehe darum, bestehende Mitarbeiter bei der Stange zu halten, weil dies viel effizienter sei, als in neue Kolleginnen oder Kollegen zu investieren. Albiez ist stolz darauf, dass die Mitarbeiterfluktuation bei Dell Deutschland nur bei rund vier Prozent jährlich liegt. „Persönliche Ansprache ist wichtig. Gehen Sie auf jeden Einzelnen zu und nehmen Sie die Sorgen und Nöte ernst.“

Kurze Arbeitswege sind gefragt

Tim Bormann, Geschäftsführer der Bormann EDV + Zubehör GmbH aus Neusäß in Bayern, hat ebenfalls festgestellt, dass seine derzeit 40 Angestellten Wert auf kurze Wege und Work-Life-Balance legen: „Wir sind eine große Familie und sind damit auch attraktiv für neue Kräfte.“

Daniel Volke, Leiter Bereich Softwareentwicklung VR bei Volke Entwicklungsring SE, Wolfsburg, ergänzt: „Mitarbeiter wollen Home Office machen, und die Jungen wollen mit Freude bei der Arbeit sein. Work-Life-Balance ist sehr wichtig.“ Bei der Homeoffice-Regelung gilt es aus Unternehmenssicht allerdings, feste Regeln aufzustellen, die für alle gelten. Hier lesen Sie, wie der Spagat zwischen Freiheit und Kontrolle gelingen kann.

Quelle: Titelbild pixabay, communicatieDRV