7. März 2018 | pArtikel drucken | kKommentieren

So sieht die Logistik der Zukunft aus

Kaum ein Bereich ist so stark im digitalen Wandel wie die Logistik. Datenbrillen, Lager- und Transportroboter werden heute bereits erprobt oder eingesetzt. Drohnen sind noch umstritten, werden aber kommen. DHL denkt schon an 3D-Drucker, die in selbstfahrenden Lieferwagen erst die Waren entstehen lassen.


Dieser Beitrag richtet sich an:

  • Logistikabteilungen, die sich umfassend über neue Trendthemen informieren wollen.
  • CEOs und CFOs, die ein Interesse daran haben, wie sie die Kosten für die Lager- und Lieferlogistik senken können.
  • CIOs, die die digitale Transformation im Unternehmen vorantreiben wollen und dabei besonders auch die eigene Logistik im Auge haben.

Die Deutsche Post DHL Group sieht sich neben Amazon als einen der Vordenker und Vorreiter, wenn es um die Logistik der Zukunft geht. Im „Logistics Trend Radar“ beschreibt der Paketversandriese einige Zukunftsvisionen, die sich teilweise wie Science Fiction lesen, aber in naher Zukunft schon Realität sein sollen.

DHLs Trendradar

Im Trendradar von DHL sind unzählige Technologien und Entwicklungen aufgezählt. Dies hier ist nur ein Ausschnitt:

Anticipatory Logistics, von Amazon als Anticipatory Shipping patentiert, wird Waren schneller und kostengünstiger dahin liefern, wo sie aller Wahrscheinlichkeit nach gefragt sein werden. Basis dafür ist das Wissen über das Verbraucherverhalten, das große Online-Versandhäuser mittels Big Data heute schon sammeln.

Selbstfahrende Autos, Lieferwagen und Gabelstapler, die bei Wind und Wetter 24 Stunden im Einsatz sein werden. (Quelle: iStock/Chesky_W)

Selbstfahrende Autos und Lieferwagen, die bei Wind und Wetter 24 Stunden im Einsatz sein werden.

Selbstfahrende Gabelstapler, Smart Container und Transportroboter, wie sie heute teilweise schon in der Lagerlogistik eingesetzt werden, werden die Waren auf der letzten Meile auch direkt zu den Kunden bringen. Hermes Logistik hat 2016 in drei Hamburger Stadtteilen mit den Transportrobotern von Starship Technologies schon ein entsprechendes Pilotprojekt gestartet.

Augmented Reality und Datenbrillen sind auch schon in der Lagerlogistik erprobt worden, beim Picking (Einsammeln) von Waren zum Beispiel. SAP hat dafür vor Jahren schon eine sogenannte AR Warehouse Picker App für mobile Geräte entwickelt und zeigt sich überhaupt sehr aktiv in dem Bereich.

3D-Drucker, die wohlmöglich noch im selbstfahrenden Lieferwagen, quasi als rollende Fabrik die Waren brandneu auf dem Weg zum Kunden produzieren. Der DHL-Trendradar rechnet zwar nicht sobald damit (fünf Jahre und mehr), erwartet aber große Auswirkungen durch autonom oder gelenkt fahrende 3D-Drucker.

Das Internet der Dinge (IoT) wird in zunehmendem Maße in der Logistik und in der gesamten Lieferkette Einzug halten, wobei smarte Objekte Teil derselben werden. Ob es der vielzitierte sich selbst füllende Kühlschrank sein wird, mag dahingestellt sein. Aber Geräte und Waren werden in naher Zukunft immer mehr miteinander kommunizieren und interagieren.

Big Data wird in naher Zukunft stärker noch als bisher die Logistik bestimmen, für mehr Effizienz und Kundenzufriedenheit sorgen und neue Geschäftsmodelle entstehen lassen (siehe auch Anticipatory Logistics).

Logistik-Revolution mit Drohnen und KI

Der Einsatz von Drohnen für die Paketzustellung stößt auf wachsende Akzeptanz. (Quelle: iStock/sergeysan1)

Der Einsatz von Drohnen für die Paketzustellung gilt zwar als umstritten, stößt aber gerade mit Bezug auf entlegene Bergregionen auf wachsende Akzeptanz. Peer Bentzen, DHL Executive Vice President Business Development, ist jedenfalls überzeugt, „dass die Drohne kommen wird“. Hermes-Chef Frank Rausch äußerte sich dahingehend eher skeptisch und sieht die Zukunft in bodengestützten Lieferrobotern wie denen, die sein Unternehmen in Hamburg erprobt.

Eine Umfrage des Branchenverbands BITKOM unter 508 Logistikunternehmen zeigt aber, dass die Chancen für die Drohne nicht schlecht stehen. BITKOM-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder sieht die Logistik heute schon als einen der digitalsten Unternehmensbereiche. „Aber mit Drohnen, autonomen Systemen und Artificial Intelligence steht der Logistik nicht nur eine Optimierung der Geschäftsprozesse, sondern eine Revolution bevor“, so Rohleder.

Von den Zukunftstechnologien, die von den Befragten die meiste Zustimmung erhielte, lagen AR- und Datenbrillen mit 75 Prozent ganz vorne, gefolgt von selbstlernenden KI-Systemen mit 65 Prozent und selbstgelenkten Drohnen für die Inventur und selbstfahrenden Fahrzeugen mit 58 und 57 Prozent. Drohnenflüge zu den Endkunden sehen 42 Prozent der von BITKOM befragten Logistikunternehmen voraus.

Was den aktuellen Einsatz der genannten Technologien angeht, sind autonome Fahrzeuge, Drohnen und mit Künstlicher Intelligenz ausgestattete selbstlernende Maschinen mit weniger als vier Prozent Zustimmung noch ganz hinten. 81 Prozent der Logistikunternehmen nutzen immerhin schon digitale Technologien. Fahrerlose Stapler, Smart Container und Lagerroboter sind mit 16 bis 20 Prozent der Antworten im guten Mittelfeld.

Digitalisierung als Chance

88 Prozent der von BITKOM befragten Unternehmen sehen die Digitalisierung als Chance, nur elf Prozent eher die Risiken. 89 Prozent gehen davon aus, dass die Digitalisierung hilft, die Logistikkosten zu senken, 86 Prozent rechnen damit, dass sich dadurch die Lieferketten beschleunigen werden.

Änderung der Regulierungsbestimmungen sind für das Gros der Unternehmen ganz oben auf der Agenda, gefolgt von Förderung der digitalen Kompetenzen durch Anpassung der Ausbildungsberufe. Auf Platz 3 der Wunschliste an die Politik ist die Bereitstellung von Open Data für Logistikanwendungen.

Fast zwei Drittel der von BITKOM befragten Logistikchefs erwarten, dass die Transport- und Wertschöpfungsketten durch die Digitalisierung und Cloud-Services weniger fehleranfällig werden.

SAP ist der Lösungsanbieter für Logistik

SAP ist mit Enterprise-Resource-Planning (ERP) als Kernprodukt und Einzellösungen wie SAP SRM und SAP SCM für das Supply Chain Management seit jeher ein starker Partner der Logistikbranche und der Unternehmen, die eigene Lagerlogistik betreiben. Die neue ERP-Suite SAP S/4HANA mit der SAP-HANA-Datenbank im Zentrum vereint alle diese Lösungen, die aber auch weiterhin einzeln angeboten werden.

Mit All for One Steeb, dem führenden SAP-Dienstleister in der DACH-Region, erhalten mittelständische Unternehmen der Automobil-Zuliefer- und Konsumgüterindustrie, der Fertigungsbranche, des Handels und des Maschinenbaus jeweils die passenden Lösungen für die eigene Lager- und Lieferlogistik. Dazu gehören auch die Einbindung von Kurier-, Express- und Paketdiensten (KEP) und ein Warenausgangsmonitor. Unter Lösungen & Impulse finden Unternehmen bei All for One Steeb grafisch dargestellt jeweils die passenden Lösungen für ihren Bedarf.

 

Quelle Titelbild: iStock/tiero

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