13. Februar 2018 | pArtikel drucken | kKommentieren

Das sind die Trendthemen bei Enterprise Mobility Management

Im Bereich Enterprise Mobility Management gewinnen Unified Endpoint Management (UEM) und die Verwaltung von IT-Endgeräten über UEM oder EMM stark an Bedeutung in Deutschland, wie eine IDC-Studie zeigt. Ein Motor der Entwicklung ist die Datenschutz-Grundverordnung als Impulsgeber für Investitionen. Im Kommen sind auch Augmented und Virtual Reality (AR/VR).

Die Nutzung mobiler Technologien erreicht die nächste Stufe, davon sind die Marktforscher von IDC überzeugt. Dabei machen sie zwei Themenfelder als treibende Faktoren aus. Es ergeben sich neue Anwendungsfälle durch innovative mobile Technologien. Außerdem liegt der Fokus in allen Organisationen auf Anwendern und Prozessen. IDC hat deshalb Mitte des Jahres 257 IT-und Fachbereichsverantwortliche aus Unternehmen mit mehr als 100 Mitarbeitern befragt und die Ergebnisse in der Studie „Enterprise Mobility in Deutschland 2017“ zusammengefasst, um sie mit Stichproben der vorangegangenen Studien seit 2012 zu vergleichen. Haben 2012 gerade einmal 28 Prozent der Unternehmen eine Mobility-Strategie implementiert, sind es 2017 bereist 56 Prozent.

UEM bringt mehr Compliance und Sicherheit

Mobile Sicherheit hinkt hinterher.

Lösungen für Unified Endpoint Management (UEM) führen zu mehr Compliance und Sicherheit. (Quelle: iStock/Warchi)

Lösungen für Unified Endpoint Management (UEM), mit denen sich auch mobile und traditionelle Clients verwalten lassen, führen der Studie nach zu mehr Compliance und Sicherheit. Viele Entscheider erhoffen sich davon eine Vereinfachung und Zusammenführung des End-User-Computings.

45 Prozent der befragten Unternehmen sind schon mitten in konkreten Umsetzungsplänen. Das erfordert aber auch eine Zusammenführung der Teams für das Mobile und das Client Management, die bei zwei Drittel der Unternehmen bisher getrennt sind. Die IT-Entscheider sind aber optimistisch, dass die Zusammenlegung ohne größere Konflikte gelingt.

Das Management von IoT Endpoints rückt in den Fokus

Heute gibt es bereits mehr Connected Things (IoT-Geräte) als Smartphones und PCs in den Unternehmen. Daher sehen es 61 Prozent der befragten Unternehmen als sinnvoll an, die IoT Endpoints über eine EMM- (Enterprise Mobility Management) oder UEM-Lösung zu verwalten. Der IDC-Studie zufolge kann UEM oder EMM aber nicht die Antwort auf alle IoT-Szenarien sein. Es sei zum Beispiel unwahrscheinlich, dass Landwirte ihre Viehzucht mit der gleichen Plattform wie Smartphones oder Laptops verwalten wollen. Ob dem so ist, mag dahingestellt sein. Denn mit dem Trend zu Farming 4.0 sind viele Landwirte schon sehr viel weiter als andere Branchen mit der Digitalisierung.

IDC­-Projektleiter Mark Alexander Schulte sieht die naheliegendsten Anwendungsfälle im Office-Bereich, wie etwa im Management von vernetzten Konferenzräumen. Aber: „Klar ist, dass EMM- und UEM-Lösungen, die sich ausschließlich auf Smart Devices, Laptops und PCs beschränken, in den kommenden Jahren zur Seltenheit werden“, fügt er hinzu.

Mobile Technologien strategischer eingesetzt

Ein Ergebnis der Studie ist, dass mobile Technologien in den Unternehmen strategischer eingesetzt werden als zuvor, der Zenit aber bereits erreicht ist. Smartphones, Tablets, Apps und andere Geräte oder Anwendungen sind bei Wissensarbeitern nicht mehr wegzudenken. Die Unternehmen wollen 2018 aber auch eine bessere Unterstützung der Fachbereiche mit gleichzeitiger Durchsetzung von Security-Standards. Smart Devices, Wearables und AR/VR würden durch innovative Anwendungsfälle immer häufiger in Digitalisierungsstrategien aufgehen, was IDC als Zeichen setzt, dass der Peak der Entwicklung vorerst erreicht ist.

Wachsendes Interesse an AR und VR

AR und VR lassen sich gewinnbringend für Mobility-Szenarien einsetzen. (Quelle: iStock/alvarez)

Derweil wächst in Deutschland das Interesse, AR und VR als vielversprechende Technologien für Mobility-Szenarien zu nutzen. Der aktuelle Hype um die Technologien zeige es deutlich: In zwei von drei Unternehmen beschäftigen sich die IT-Entscheider mit einer möglichen Umsetzung von AR/VR Use Cases. Trotz Herausforderungen wie der Markteinführung neuer Hardware und der Content-Entwicklung ist IDC laut Projektleiter Mark Alexander Schulte überzeugt, „dass AR und VR fundamental die Art und Weise verändern werden, wie Menschen mit Maschinen, Daten und untereinander interagieren“.  Die IT-Verantwortlichen sollten sich daher früh daranmachen, „entsprechende Möglichkeiten für ihr Unternehmen zu entwickeln und in Pilotprojekte zu überführen“.

DSGVO erweist sich als innovationsfördernd

Die neue Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO oder englisch GDPR), die nach Ablauf der Übergangsfrist Ende Mai 2018 EU-weit bindend wird, hat auch Auswirkungen auf Enterprise Mobility. Denn Schutz personenbezogener Daten berührt im besonderen Maße auch mobile Geräte, zumal im Schnitt 30 Prozent der Belegschaft in deutschen Unternehmen mit dem Smartphone oder Tablet auf Kundendaten zugreifen können. Dabei ist das neben den Informationen über die Mitarbeiter und Lieferanten nur ein Teilbereich der personenbezogenen Daten.

Wie Schulte vermerkt, stimuliert die DSGVO Investitionen eher als sie auszubremsen. 40 Prozent der befragten Betriebe wollen gerade aufgrund der Verordnung neue Mobility-Projekte anstoßen, nur 29 Prozent zurückstellen. Das heißt, die Mehrheit der Unternehmen hat erkannt, dass es mehr Investitionen erfordert, die Compliance und Sicherheit der mobilen Geräte zu gewährleisten. IDC sieht dringenden Handlungsbedarf, da mehr als jedes dritte Smartphone mit Zugriff auf Unternehmensdaten zum Beispiel nicht gemanagt ist, sprich keine klare Trennung zwischen privater und geschäftlicher Nutzung aufweist.

 

Quelle Titelbild: iStock/triloks

Mittelstand.Heute Redaktion

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