11. Dezember 2017 | pArtikel drucken | kKommentieren

Rechenzentrum: Zu mir oder zu dir?

Keine Digitalisierung ohne Rechenzentrum. Im Zeitalter der Cloud denken immer mehr Unternehmen darüber nach, ihr Datacenter auszulagern, um sich mehr aufs Kerngeschäft zu konzentrieren und die Sicherheit und Verfügbarkeit der Daten und Anwendungen den Profis zu überlassen.

Statt ein eigenes Rechenzentrum zu betreiben, geht der Trend zum Auslagern. (Quelle: adventtr/iStock)

„Rechnen lassen, statt selber rechnen. Das ist für mich ein Thema, das sich jeder CIO sorgfältig anschauen sollte“, schreibt Stefan Bucher, operativer Leiter der IT-Division von T-Systems, in einem Beitrag mit dem Titel „Rechenzentren: das Epizentrum der Digitalisierung“. Das Bonmot hat er der „Digital Business Readiness“-Studie von Crisp Research entnommen. Demnach sehen mehr als zwei Drittel der deutschen Unternehmen eine RZ-Infrastruktur als „alles entscheidende Basis“ an. Doch statt ein eigenes Datacenter zu betreiben oder den kostenintensiven Ausbau zu wagen, geht der Trend zum Auslagern.

Der Studie zufolge setzen aktuell noch 43,6 Prozent der befragten Unternehmen auf ein eigenes Rechenzentrum, die Pläne für die kommenden drei bis fünf Jahre sprechen aber eine andere Sprache. Demnach wollen dann nur noch 20,4 Prozent der Umfrageteilnehmer an einem eigenen Rechenzentrum festhalten.

Eigener Betrieb immer weniger sinnvoll

„In Zeiten der Cloud ist der zeit- und kostenintensive Ausbau eigener Rechenzentren immer weniger sinnvoll und lukrativ. Aus meiner Sicht ist der Trend in Richtung Zukauf externer Speicher- und Rechenleistung unumkehrbar“, schreibt der T-Systems-Manager weiter.

Rechenzentren zu betreiben könne eben nicht jeder. IDC sieht das ähnlich:

 

„Der Großteil der Rechen- und Speicherkapazität wird auf von Cloud-Dienstleistern betriebene Hyperscale-Rechenzentren verlagert, die für Cloud, Mobile und Big Data optimiert sind“, zitiert Bucher das amerikanische ITK-Marktforschungsinstitut.

 

Die Digitalisierung und die sich schnell weiterentwickelnde ICT-Landschaft stelle die Unternehmen vor enorme Herausforderungen und Fragen, wie sie zum Beispiel ihre Unternehmens- und Kundendaten vor Cyberattacken schützen können oder wie der Datenspeicher ausfallsicher und kosteneffizient betrieben werden kann.

Dabei rücken laut Bucher Themen wie die Ausfallsicherheit und die Skalierbarkeit immer mehr in den Mittelpunkt. Vor dem Hintergrund ist für den T-Systems-Mann klar: „Unternehmenslenker, die ihre Rechen- und Speicherkapazitäten in die Hände von Experten auslagern, schlafen nicht nur besser, sie haben auch den Rücken frei, um sich auf ihr eigentliches Kerngeschäft zu konzentrieren.“

Sicherheit ist das A und O

Freilich ist Bucher dabei auch nicht ganz uneigennützig, ist sein Arbeitgeber T-Systems doch selbst einer der ganz großen Cloud-Rechenzentrumsbetreiber in Deutschland und Europa. Als Microsoft Cloud Deutschland mit Azure Deutschland im November 2016 den Betrieb eigener deutscher Rechenzentren aufnahm, wurde die Telekom-Tochter als Treuhänder beauftragt, darüber zu wachen, dass niemand Zugriff auf die Daten hat. Das schließt auch T-Systems und Microsoft ein und ist somit die Basis für hohes Kundenvertrauen in Deutschland.

Die Auswahl des RZ-Standortes ist sehr entscheidend. (Quelle: imaginima/iStock)

Die Auswahl des RZ-Standortes ist dabei auch entscheidend. T-Systems und andere Betreiber achten darauf, dass die Rechenzentren nicht in unmittelbarer Nähe zu größeren Ansiedlungen, Flugschneisen und Autobahnen eingerichtet werden. Darüber hinaus muss über physische und elektronische Sicherheitsmaßnahmen auch dafür Sorge getragen werden, dass kein Unbefugter Zutritt zu dem Rechenzentrum hat. Zu den Maßnahmen gehören laut Bucher unter anderem Erdwälle, Sicherheitszäune, Videokameras und Bewegungsmelder, und im Weiteren auch digitale Sicherheitstechniken wie gesicherte IP-VPN-Tunnel und Firewalls, verstärkt auch Intrusion-Protection- und Intrusion-Prevention-Systeme sowie Datenverschlüsselung gemäß der SSL- und TLS-Protokolle.

Übrigens: Das von e-shelter in Frankfurt am Main bereitgestellte Rechenzentrum ist mit 65.000 qm das fünftgrößte der Welt. Dort betreiben nicht nur die Großen wie die Deutsche Telekom, sondern auch mittelständische Anbieter wie All for One Steeb ihre Data Center. Diese setzen vor allem darauf, dass sie persönlichen Service liefern und eigene Experten in Deutschland einsetzen können. Denn gerade mittelständische Unternehmen wünschen sich bei IT-Outsourcing-Projekten einen Dienstleister auf Augenhöhe und sprechen im Supportfall ungern mit einem Callcenter im Ausland.

Quelle Titelbild:maxiphoto/ iStock

Mittelstand.Heute Redaktion

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