4. November 2017 | pArtikel drucken | k2 Kommentare

Microsoft entwickelt die Zukunft von Azure mit der Blockchain

Microsoft hat mit Azure eine vielseitige Plattform geschaffen, die die Cloud-Transformation weiter vorantreiben und eine Alternative zu Amazon Web Services darstellem soll. Im Zuge des momentanen Trends rund um Bitcoins und die Blockchain zeigt Microsoft, dass auch der Tech-Gigant aus Redmond das Potenzial der neuen Technologie erkannt hat. Deshalb unterstützt die Azure-Cloud nun Ethereum – der Tausendsassa unter den Blockchains.

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Wenn man Vitalik Buterin, dem Erfinder von Ethereum, Glauben schenkt, ist die Zukunft des Internets komplett dezentralisiert. Es werden nur noch wenige Server benötigt und alle Verarbeitungen von Daten und Transaktionen laufen in der Ethereum-Blockchain, also letztlich bei den Nutzern ab. Wenn es nach Microsoft geht, liegt die Wahrheit jedoch irgendwo zwischen der derzeitigen Server-Client-Architektur und einem dezentralisierten Ansatz, wie ihn im Grunde alle Blockchains verfolgen.

Das Beste aus beiden Welten möchte Microsoft nun mit dem Coco Framework (Confidential Consortium) zusammenbringen, welches für Azure entwickelt worden ist. Die Technologie läuft auf Microsofts Cloud-Servern und soll dem Unternehmen zufolge die Vorteile einer sicheren und vertrauenswürdigen Blockchain mit den Anforderungen in Einklang bringen, die Großunternehmen stellen.

Coco bringt alle Blockchains unter ein digitales Dach

Folglich hat Microsoft das Coco Framework darauf getrimmt, verschiedene Blockchains und deren Transaktionen untereinander zu verbinden und reibungslose Übergänge zu schaffen. Den ersten Schritt hat Microsoft zum Launch des Frameworks mit der Integration von Ethereum gemacht. In Zukunft sollen dann weitere Blockchains dazu kommen, unter anderem von Branchengrößen wie Intel, dem Finanzdienstleister J.P. Morgan Chase und R3, die weitere Plattformen wie Corda, Quorum und Hyperledger Sawtooth integrieren werden. Aber auch Blockchains aus der Automobilfertigung oder zur Verifizierung von Identitäten würden über kurz oder lang Sinn machen.

 

Einen schnellen Überblick finden Sie hier:

Die DApps genannten Anwendungen wickeln in der Ethereum-Blockchain die Ein- und Ausgaben von Daten ab. (Quelle: Evernine)

 

Für mittelständische Unternehmen bietet sich mit dem Framework ein einfacher Einstieg in die noch recht neue, aber zukunftsweisende Technologie Blockchain an, die in Insiderkreisen bereits als die nächste Evolutionsstufe des Internets gilt. Ethereum ist von Microsoft wohl deshalb als Plattform für den Launch gewählt worden, da sie so vielseitig ist und eine schier endlose Zahl an Prozessen und Kombinationen abwickeln kann, unabhängig von Branche oder Einsatzzweck.

Die Benefits von Blockchains

Grob umrissen wickeln die DApps genannten Anwendungen in der Ethereum-Blockchain die Ein- und Ausgaben von Daten ab. Maschinen und IoT-Devices können Sensordaten versenden und andere Anweisungen ausführen lassen, oder der Geldeingang eines bestimmten Kunden kann veranlassen, dass ein bestimmter Fertigungsauftrag automatisch beginnt. Zahlungsabwicklung, Benachrichtigung des Kunden und Planung der Lieferung inklusive.

Der Vorteil von Ethereum ist an dieser Stelle die Geschwindigkeit, mit der die Prozesse verarbeitet werden, denn es entstehen keine Wartezeiten, solange diese nicht absichtlich festgelegt worden sind. Das Coco Framework soll diese Abwicklung noch weiter beschleunigen: Laut Microsoft mit der Geschwindigkeit einer Datenbankabfrage, was einen Bruchteil der Zeit bedeuten würde, die die reguläre Verifizierung und Ausführung von Transaktionen in Ethereum momentan braucht. Der Clou des Coco Frameworks ist zudem, dass mehrere Blockchains “verbunden” werden und miteinander Daten austauschen können.

Eine Einführung in das Coco Framework von Microsoft

Eine kurze Einführung in das Coco Framework von Micorosft sehen Sie hier:

Die Transparenz des ausgeführten Codes, sprich das “Was passiert hier eigentlich mit den übermittelten Anweisungen?” ist der zweite große Vorteil von Blockchains und bringt wiederum Vorteile mit sich. Neben der offensichtlichen Einsehbarkeit, die Datenmanipulationen ausschließt, beispielsweise beim Transfer von Zahlungen, führt die Offenlegung von Code dazu, dass dieser als Kopie von anderen optimiert und wiederum beschleunigt werden kann. Die Prozesse, die in dem Code abgearbeitet werden, können somit potenziell noch schneller durchgeführt werden.

Azure-Nutzer können Coco leicht ergänzen

Das Potenzial und die Basis für eine zukünftige Prozess-Infrastruktur mit dem Coco Framework ist vor allem für Unternehmen interessant, die bereits jetzt Azure nutzen oder nutzen wollen. Mit dem Coco Framework sind die Weichen für die zukünftige Entwicklung der IT gestellt – die nahtlose Integration in eine Infrastruktur, die man sowieso bereits nutzt, inbegriffen.

 

Quelle Titelbild: Zapp2Photo /iStock

Mittelstand.Heute Redaktion

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