2. September 2017 | pArtikel drucken | kKommentieren

Was ist eigentlich aus dem Hype um BYOD geworden?

Vor rund fünf Jahren war das Thema Bring Your Own Device (BYOD) noch ein großes, denn die als mobiler Wildwuchs bezeichnete Entwicklung bereitete IT-Abteilungen ein gewisses Kopfzerbrechen. Private Geräte im datensensiblen Firmennetzwerk oder mit externem Zugriff auf interne Freigaben waren und sind nach wie vor ein Faktor. Aber wie sieht es heute tatsächlich aus?

Es ist zugegebenermaßen etwas still um das einstige Hype-Thema BYOD geworden und es stellt sich die Frage, ob das Problem heute noch eines ist. Die Antwort darauf ist ein eindeutiges Jein. Die Nutzung von privaten Mobilgeräten und Laptops sowie die Arbeit an PCs zu Hause scheinen bei vielen Unternehmen erlaubt oder befinden sich in der Umsetzungsphase im Rahmen der Digitalen Transformation. Einer aktuellen Bitkom-Studie zufolge ist dies auch vermehrt notwendig, denn bereits jeder Dritte arbeitet zeitweise oder regelmäßig vom Homeoffice aus, Tendenz steigend.


Dieser Beitrag richtet sich an:

✔  IT-Entscheider, die ihre BYOD-Strategie vereinfachen möchten
✔ Administratoren, die mit der Einbindung verschiedener Geräte im Firmennetzwerk zu kämpfen haben
✔ Mitarbeiter, die private Devices in der Firmenumgebung nutzen möchten


Vor allem in Deutschland ist es dabei wichtig, sich an die strengen gesetzlichen Regelungen zum Datenschutz zu halten, was nach wie vor der kritischste Aspekt ist. Private Devices entsprechen nämlich oft nicht Sicherheitsstandards, die beispielsweise ein gesichertes Firmennetzwerk und entsprechende Applikationen fordern. Stichwort Industriespionage, bei der Angreifer nicht einmal vor Ort sein müssen, um Daten abzugreifen. Die moderne Arbeitswelt wird eben zunehmend mobiler oder verlagert sich nach Hause, der Zugriff auf Daten in der Firma inklusive.

 

Quelle: Bitkom Research

 

Datensicherheit und unerwünschte Dienste

Der Sicherheitsaspekt war seit Anfang des Aufkommens von BYOD vor einigen Jahren der wichtigste Faktor, aber mittlerweile hat hier ein weicher Übergang stattgefunden. IT-Abteilungen haben angefangen mehr und mehr private Geräte in die Netzwerke zu integrieren und verzichten stellenweise auf das Blocken unerwünschter Dienste.

 

Business Mobility – BOYD kurz und knapp nocheinmal für Sie zusammengefasst!

 

Beispielsweise haben Social Media, YouTube oder andere Dienste in den meisten Unternehmen nichts zu suchen. Aus Gründen der Arbeitsqualität wird aber meist der uneingeschränkte Zugang zu allen Webseiten und Services offen gelassen und es kommen lediglich Sicherheitsmaßnahmen, wie Firewalls und Intrusion Detection Systeme zum Einsatz. Man möchte hier wohl einfach die Mitarbeiter nicht verärgern.

Vor allen Dingen jüngere Generationen haben diese etwas weniger reglementierte Art der Integration von persönlichen Devices vorangetrieben, wie eine Gartner-Studie festgestellt hat. Demnach umgehen Millenials und jüngere Mitarbeiter gerne mal das Verbot nicht genehmigter Geräte und Services, mit denen sie durchaus auch produktiv sind, beispielsweise Cloudspeicher oder To Do-Listen. Vom Datenschutz her bewegt man sich hier aber in einer Grauzone. Offenbar möchten die IT-Abteilungen aber bei dieser Form von BYOD nicht mehr weiter gegen Windmühlen ankämpfen.

Auch 2017 wenig Änderungen bei BYOD

Choose Your Own Device (CYOD) bietet den Mitarbeitern Komfort und Entscheidungsfreiheit. (Quelle: g-stockstudio/iStock)

Andere Ansätze, wie beispielsweise CYOD oder COPE (siehe Schaukasten), bieten da mehr Kontrolle, werden aber bei vielen Unternehmen gar nicht erst genutzt. Lediglich ein Viertel aller Firmen stellt ihren Mitarbeitern Geräte zur Verfügung, weswegen eben oft noch der Wildwuchs von BYOD-Geräten vorherrscht.

Im Grunde bleibt also alles anders. Es gibt zwar neue Ansätze BYOD vernünftig umzusetzen, die Realität sieht aber leider immer noch so aus wie vor Jahren. Die IT ist meist überfordert und lässt vieles einfach laufen und so häufen sich leider Ransomware-Angriffe mit Lösegeldzahlungen, besonders bei KMUs wie Osterman Research im Juni 2017 in einer Umfrage herausfand.

BYOD ist kein Hype mehr, aber immer noch wichtig

Insgesamt ist BYOD also weiterhin ein Thema, nur eben in den Medien nicht mehr ganz so präsent wie vor einigen Jahren. Gerade im Hinblick auf neue Technologien, IoT-Devices in Unternehmen, Connected Cars und die Verlagerung auf Clouddienste, ist es heute wichtiger denn je, eine BYOD-Strategie nicht nur zu planen, sondern auch umzusetzen.

Quelle Titelbild: © PeopleImages / iStock

 

Mittelstand.Heute Redaktion

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