10. August 2017 | pArtikel drucken | kKommentieren

Wie PLM-Systeme und Visualisierung Datensilos aufbrechen

Die Automobilbranche befindet sich gerade im größten Umbruch, seit Henry Ford vor mehr als 100 Jahren die Fahrzeugmontage mit dem Fließband halbautomatisierte und das Zeitalter der Massenproduktion einläutete. Heute sind sowohl der Planungs- und Fertigungsprozess sowie die Vermarktung noch effizienter geworden, jedoch arbeiten die Abteilungen oft nicht mit denselben Daten und Informationen. Hier besteht noch jede Menge Potenzial solche Datensilos aufzubrechen, um einen gesamtheitlichen und verzahnten Prozess zu schaffen. Vom Reißbrett bis zum Werbespot.

Wie in allen Fertigungsbranchen der berühmten Industrie 4.0 generiert und sammelt vor allen Dingen die Automobilbranche ständig Daten und nutzt diese innerhalb einer Abteilung für den Teil der Prozesskette, für den sie zuständig ist. Ein Austausch der Daten zwischen Entwicklung, Produktion, Marketing und After Sales findet aber oft nicht statt.

Aus Datensilos wird Informationstransparenz

Die gesammelten Informationen aller Abteilungen stehen allen anderen zur Verfügung. So wird gemeinsames Arbeiten produktiv. (Quelle: seb_ra/iStock)

Somit bleiben viele Möglichkeiten, von anderen Abteilung zu lernen oft ungenutzt. Beispielsweise kann der Planungsprozess mit Informationen aus dem Folgeprozess Fertigung seine eigenen Abläufe optimieren, so dass wiederum die Fertigung durch erhöhte Effizienz davon profitiert. Und natürlich alle folgenden Teile der Gesamtkette.

Die ideale Lösung für das Zusammenführen der Daten aller Schritte lässt sich mit einem Product Lifecycle Management-System umsetzen (PLM), wie dem von SAP. Die gesammelten Informationen aller Abteilungen stehen dann auch allen anderen zur Verfügung und sind für jede einzelne mit den relevantesten Daten aufbereitet. So sieht die Konstruktionsabteilung eines Unternehmens beispielsweise, welche Ausstattung beim Verkauf eines Modells am meisten angefragt wurde.

Die entsprechenden Schlüsse können dann in die Entwicklung von Neumodellen als eine Art Rückkopplung einfließen, andersrum funktioniert der Informationsaustausch eines zentralen PLM-Systems aber natürlich auch. Eine Marketingstrategie und entsprechende Werbematerialien können schon geplant und teils sogar erstellt werden, während sich die Konstruktion noch in ihrer Abschlussphase befindet.

Datenvisualisierung mit Augmented Reality

Während ein PLM-System softwareseitig alles Abteilungen zusammenführt, wird bereits jetzt nicht nur der Computer oder ein Tablet für den Zugriff auf gesammelte Daten genutzt. In der verarbeitenden Industrie, aber auch der in Logistik setzen einige Unternehmen auf die Darstellung von wichtigen Daten in der virtuellen, beziehungsweise der erweiterten Realität. Im Englischen Augmented Reality oder abgekürzt “AR” genannt.

Raus aus den Datensilos – Augmented Reality oder “AR”. (Quelle: Petar Chernaev/iStock)

Das berühmteste Beispiel dürfte hierbei die Datenbrille von Google sein, die Mitte Juli als “Glass Enterprise Edition” neu auf den Markt gekommen ist. Sie richtet sich speziell an Unternehmen und hatte vor ihrer Veröffentlichung bereits den Einsatz in rund 50 Unternehmen gefunden, darunter auch Volkswagen, DHL und Airbus.

Bei diesen Firmen werden den Arbeitern relevante Daten als Schicht über der Wirklichkeit angezeigt und vereinfachen nicht nur ihre Arbeit, sondern stellen ihnen Informationen anderer Abteilungen zur Verfügung.

Bestimmte Werte können dann zum Beispiel von der Konstruktion an Fertigungstechniker geschickt werden und werden dann im Display angezeigt.

Die Einsatzmöglichkeiten sind hier vielfältig und unterscheiden sich natürlich von Branche zu Branche. Möglich wird eine effiziente Arbeitsweise dagegen durch die sinnvolle Zusammenführung von Daten aus den Datensilos. Gerade im Hinblick auf aktuelle Entwicklungen von Machine Learning und Künstlicher Intelligenz, die noch mehr Nutzen generieren können.

Quelle: mikkelwilliam/iStock

Mittelstand.Heute Redaktion

Hier schreibt Mittelstand.Heute Redaktion für Sie

Mehr Artikel vom Autor

Schreiben Sie einen Kommentar

Mit einem Netzwerk anmelden, oder das Formular ausfüllen. Die E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht. Notwendige angaben sind mit * gekennzeichnet.