18. Juli 2017 | pArtikel drucken | k1 Kommentar

Haben Sie noch Angst vor der Hybriden Cloud?

Wer seine Daten und Anwendungen einerseits nicht selbst hosten und betreiben möchte, andererseits aber auch nicht vollständig in der Public Cloud wissen möchte, für den sind hybride Cloud-Umgebungen eine interessante Lösung. Wir zeigen Entscheidern, worin die Vorzüge der Mix-Variante liegen und geben Ihnen drei einfache Tipps an die Hand, mit denen beim Weg in die hybride Cloud nichts mehr schiefgehen kann.

Egal um welche Branche es geht: An der Auslagerung von Anwendungen und Daten in die Cloud, führt heute kein Weg mehr vorbei. Zu groß sind die Vorteile, die sich dadurch ergeben: Angefangen bei Kosteneinsparungen durch den Verzicht auf eigene Server-Farmen, über den ständig gewährleisteten Daten-Zugriff für alle Mitarbeiter – egal ob im Büro oder von Unterwegs – bis hin zum Zugewinn an Agilität und Innovation durch externe Cloud-Anbieter.

Private oder Public – keine leichte Entscheidung

Jedoch hält sich in den Köpfen vieler Business-Entscheider noch hartnäckig die Angst vor der Public Cloud. Der Grund dafür sind die oft strengen Compliance-Vorgaben von Unternehmen, die in der öffentlichen Cloud nicht eingehalten werden können. Für besonders sensible Daten ist der Einsatz einer eigenen virtualisierten IT-Lösung, also einer Private Cloud, definitiv sinnvoll – und oftmals sogar aus rechtlicher Sicht zwingend erforderlich.

Für sensible Daten ist der Einsatz einer privaten Cloud ratsam. (Quelle: Warchi/iStock)

Ob die Private Cloud Umgebung von der eigenen IT-Abteilung im eigenen Rechenzentrum oder von einem Dienstleister in dessen (deutschen) Rechenzentrum aufgebaut wird, ist Ermessenssache.

Doch für standardisierte Anwendungen, wie etwa Office 365 Anwendungen für sämtliche Mitarbeiter (Software as a Service), oder um nicht-unternehmenskritische Daten in eine cloudbasierte Datenbank auszulagern (Infrastructure as a Service), ist allerdings oftmals die Public Cloud die sinnvollere Wahl: Sie ermöglicht dem Anwender eine hohe Standardisierung von Prozessen – und ist oft kostengünstiger als die Private Cloud.

Zudem ist es bei schnell wachsenden Anforderungen nicht nur deutlich günstiger, die Kapazitäten mittels Public Cloud zu erweitern, anstatt eigene Infrastruktur zu schaffen, sondern auch wesentlich schneller zu bewältigen.

Eine optimale Lösung heißt Hybrid Cloud

In der Realität entstehen bei den meisten Unternehmen hybride (Multi-)Cloud-Landschaften, da je nach Anwendung und Datensensibilität Public Cloud, Private Cloud oder ganz klassische On-Premise-Systeme nebeneinander stehen. Die Vorteile der Public Cloud, wie die hohe Skalierbarkeit und Flexibilität sowie die der Private Cloud, besonders in Bezug auf Compliance-Richtlinien, werden individuell kombiniert.

Entscheidend ist: die einzelnen Cloud-Systeme müssen miteinander orchestriert werden. Denn sonst entsteht eine Landschaft aus einzelnen Cloud-Silos – mit entsprechenden Folgen: keine durchgängigen end-to-end-Prozesse, keine übergreifenden Datenanalysen, Reportings und Kennzahlen, kein durchgängiges, mobiles Arbeiten.

Die Redaktion meint: die hybride Wolke eignet sich für alle Unternehmen, die sich nicht vollständig für Private oder Public entscheiden möchten oder können (und ein flexibles Modell suchen, welches maßgeschneidert zu den jeweiligen Anforderungen passt). Wir haben ein paar Tipps gesammelt.

 

Viele Unternehmen verwenden die hybride Cloud-Lösung, die maßgeschneidert zu den jeweiligen Anforderungen passt (Quelle: Evernine GmbH).

 

1. Analyse ist das A und O

Bevor es überhaupt an den eigentlichen Umzug geht, sollten Sie eine detaillierte Bedarfsanalyse durchführen. Welche Aufgaben sollen in die Public, welche in die Private Cloud wandern – und welche sollen in der traditionellen Unternehmens-IT bleiben? Möchten Sie in Ihrem Unternehmen einzelne Software-Komponenten, Plattformen oder die gesamte Infrastruktur auslagern?

Welche Geschäftsprozesse sollen unterstützt werden, und ist sichergestellt, dass diese end-to-end funktionieren? Und natürlich: welche Ziele werden mit einer Auslagerung in die Cloud verfolgt – geht es um Unterstützung von Fachbereichs- und anderen Geschäftsprozessen, um Kosteneinsparungen, um Kostentransparenz, um Modernisierung der IT, oder um Reduzierung der Betriebsaufwände?

Wie eingangs bereits angesprochen, sind unternehmenskritische Daten besser in der Private Cloud aufgehoben, während nicht-kritische Arbeitslasten in der öffentlichen Cloud gut aufgehoben sind. Auch saisonale Lasten eignen sich perfekt für die Public Cloud: ändert sich zwischenzeitlich etwa die Auftragslage ungewöhnlich stark, kann die Skalierbarkeit der Infrastruktur optimal genutzt werden, um Spitzen und Flauten im Datenverkehr individuell aufzufangen.

2. Klein anfangen, dann wachsen lassen

Kein Unternehmen wird sofort „mit Mann und Maus“ in die Cloud migrieren können oder wollen. Erst Anfang Mai erklärte Heath Reynolds von Dell EMC auf der Dell EMC World Conference 2017, dass er eine andere Herangehensweise empfiehlt: besser klein anfangen, und dann die hybride Cloud Schritt für Schritt wachsen lassen.

Schritt für Schritt die unternehmenseigene Cloud-Infrastruktur aufbauen. (Quelle: gilaxia/iStock)

Wer etwa noch keine Erfahrungen mit Private Clouds gemacht hat, sollte im ersten Schritt hier ansetzen und die unternehmenseigene Cloud-Infrastruktur aufbauen. Nach und nach können dann einige Arbeitslasten ausgewählt werden, die für den Umzug in die öffentliche Cloud in Frage kommen.So können Sie schrittweise aus Ihren Erfahrungen lernen und weitere Anwendungen und Daten migrieren, sobald Sie sich in der neuen Infrastruktur sicher fühlen. Zusätzlicher Pluspunkt: durch die schrittweise Einführung fällt es leichter, das Vertrauen von Führungsebene, Mitarbeitern und Kunden zu gewährleisten.

3. Verlassen Sie gedanklich Ihre „alte IT-Welt“

Durch den Wechsel in die Cloud stehen Ihnen viele neue Technologien und Funktionen offen – Sie müssen nur den Mut haben, sie auch zu nutzen! Daher ist die Migration in die Cloud die ideale Gelegenheit, bisherige Unternehmensstrukturen neu zu überdenken.

Wo können Geschäftsprozesse optimiert werden? Wie wird die Unternehmens-IT endlich effizienter? Wie kann ich Geschäftsziele einfacher und schneller erreichen? Gehen Sie diesen Fragen nach, wenn nötig auch durch das spezifische Know-how eines externen Beraters.

Denn grundsätzlich gilt: übernehmen Sie nicht einfach alte Strukturen – Machen Sie sich Gedanken, wie Ihnen die (hybride) Cloud zum größtmöglichen Nutzen für Ihr Unternehmen verhelfen kann.

Quelle Titelbild: Maxiphoto / iStock

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