Mit Digitalisierung senkt VW Kosten und steigert Effizienz

17.02.2020 – Lesezeit: 3 Minuten

Geschäftsbereiche / Geschäftsführung

Digitalisierung: VW senkt Kosten und steigert Effizienz

VW macht in Sachen Digitalisierung ernst: 2019 haben die Wolfsburger 400 Workshops zur Effizienzsteigerung abgehalten. Um noch mehr Kosten zu senken, effizienter und schneller zu werden, will Volkswagen 2020 einen zweistelligen Millionenbetrag in die Digitalisierung investieren.

Das Volkswagenwerk in Wolfsburg ist das VW-Stammwerk und mit einer Gesamtfläche von 6,5 qkm sowie 1,6 qkm Gebäudefläche die größte Fabrikanlage der Welt. Da kommt es natürlich besonders darauf an, Prozesse zu beschleunigen und effizienter zu gestalten. Das will der weltgrößte Automobilkonzern in Wolfsburg nun tun und laut Werksleiter Stefan Loth 2020 einen mittleren zweistelligen Millionen-Euro-Betrag in die Digitalisierung unserer Prozesse und das Thema Industrie 4.0 investieren.

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Im Vorjahr hat VW im Stammwerk rund 400 Workshops zum Thema Effizienzsteigerung abgehalten. Und wie der Konzern mitteilt, habe dies zum überwiegenden Teil dazu beigetragen, Geschwindigkeit zu erhöhen und Kosten zu senken. Dabei gab es laut Produktions- und Logistikvorstand Andreas Trostmann durchaus einige Herausforderungen, die Fortschritten bei der Effizienz im Weg standen, aber wie er betont, gelte es jetzt, „in den Anstrengungen nicht nachzulassen“.

Mitarbeiter und Betriebsrat ziehen mit

Der Betriebsrat und die Mitarbeiter waren auch maßgeblich involviert. Der Betriebsratsvorsitzende Bernd Osterloh hat ausdrücklich die erhöhte Produktivität gelobt, die von den Mitarbeiter durch Ideen und Vorschläge vorangebracht wurde. Wie er sagte, würde erhebliche Investitionen in Wolfsburg und die Innovationen aus der Belegschaft die Türe für neue Produkte öffnen. „Die Mannschaft im Stammwerk ist dafür bereit“, so Osterloh.

"Riesenschritt in puncto Effizienz" – Stefan Loth, VW-Werksleiter

Schwerpunkt der Investitionen ist die Digitalisierung. So sollen zum Beispiel Schweißpunkte an den Karosserien nicht mehr manuell mit Ultraschall, sondern automatisiert geprüft werden, um Daten in Echtzeit in das IT-System zu überführen. Werksleiter Stefan Loth bezeichnet das als „Riesenschritt in puncto Effizienz und eine tolle Idee der Belegschaft“. Die erwarteten Sparpotenziale sollen nach der Umsetzung bei rund drei Millionen Euro liegen. Es ist geplant, die Lösung dann sukzessive auch in anderen Standorten einzuführen.

Mensch und Maschine Hand in Hand

VW hat in Wolfsburg auch die Effizienz der Kollaboration von Mensch und Maschine gesteigert. Seit Ende 2019 prüfen und justieren nun Roboter der Ausrichtung der Scheinwerfer. Die Mitarbeiter müssen die Autostrahler nur noch einschalten. Vorher mussten sie die Scheinwerfer noch selbst justieren.

Einsparungen in Millionenhöhe erwartet sich der Automobilkonzern auch davon, dass künftig Roboter statt menschliche Arbeiter selbständig Türen und Heckklappen in die Fahrzeuge einsetzen. Der Vorteil ist auch, dass Daten wie die über Spaltmaße automatisch von einer IT-Lösung weiterverarbeitet werden, womit der Abstand zwischen benachbarten Bauteilen (eben Spaltmaß) deutlich optimiert werden kann.

Der bayerische Konkurrent BWM hat im US-amerikanischen Spartanburg 2014 die Mensch-Maschinen-Zusammenarbeit oder -Kollaboration erstmals so weit geöffnet, dass große Industrieroboter Seite an Seite mit menschlichen Kollegen arbeiten und nicht mehr hinter schweren Gittern. Mensch und Maschine Hand in Hand ist seitdem zu einem immer wichtigeren Thema mit Blick auf Industrie 4.0 geworden.

Digitalisierungspotenziale lange nicht ausgeschöpft

Digitalisierung wird nicht nur bei den großen Automobilherstellern konsequent vorangetrieben, auch im Mittelstand werden Prozesse dank neuer Technologien zunehmend optimiert. Die All for One Group, führende IT- und Consulting-Gruppe im DACH-Raum, arbeitet mit Kunden aus der Industrie und im Bereich Logistik an entsprechenden Lösungen. Lagerroboter sind immer mehr im Kommen, und auch für mittelständische Kunden ist es preislich so attraktiv geworden, dass sich der Einsatz rechnet.

Die Zusammenarbeit zwischen VW, dem Betriebsrat und den Mitarbeitern bei der gemeinsamen Entwicklung von Lösungen zur Effizienzsteigerung ist ein gutes Beispiel für gelungenes Change Management, das die All for One Group und die Düsseldorfer Tochter Allfoye Managementberatung GmbH mit den Kunden ebenfalls begleitet und voranbringt. Gerade im Bereich Produktion gibt es noch viel Potenzial, durch Digitalisierung effizienter, schneller und günstiger zu werden.

Wie Sie Ihr Change Management vorantrieben, erfahren Sie in unserem Expertenbeitrag von Allfoye-Geschäftsführer Dr. Thomas Fischer.

Quelle: Titelbild pixabay, jp26jp