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11.10.2019 – Lesezeit: 5 Minuten

Geschäftsführung / Technologie

So sichern Sie Ihre CAD-Daten in der Cloud

Viele Mittelständler scheuen sich aus Angst vor Industriespionage, ihre Konstruktionsdaten aus CAD-/CAM-Programmen in die Cloud zu bringen. Dabei sind CAD-Daten in der berühmten Wolke oft sicherer als auf den eigenen Servern vor Ort. Es kommt auf das „Gewusst-Wie“ an.

Die meisten Industrieunternehmen, groß wie klein, leben von Konstruktionsplänen, die immens wertvoll und schützenswert für sie sind. Wenn nicht schon geschehen, sollten sie dringend in digitaler Form verarbeitet werden. Hierbei fallen immer wieder die drei Buchstaben: CAD.

Hartnäckig halten sich Gerüchte über gewisse Erfindungen, die aufgekauft wurden und für immer hinter schweren Tresorwänden verschwinden: die nie reißende Strumpfhose zum Beispiel. Tatsächlich sind die Archive und Tresore weltweit voll von Entwürfen und Konstruktionsplänen auf großen Papierbögen oder Mikrofiche, wenn sie nicht mittlerweile Feuersbrünsten, Mäusefraß, Bakterien und Pilzen „zum Opfer gefallen“ sind.

Papier ist geduldig, CAD sicherer

Mit Computer Aided Design (CAD) und Computer Aided Manufacturing (CAM) ist bei der Konstruktion nicht nur vieles leichter geworden, sondern auch sicherer, sofern die Daten mindestens auf zwei Medien oder Rechnern abgespeichert sind. In der Cloud sind die Pläne, zumindest was die Aufbewahrung angeht, noch sicherer, weil sie in der Regel in zwei oder sogar mehreren Rechenzentren georedundant aufbewahrt werden. Darauf sollte jedes Unternehmen achten, wenn es seine Daten und Anwendungen einem Cloud Service Provider oder Managed Service Provider (MSP) anvertraut.

Managed Cloud Services sorgen nicht nur für mehrfachen Schutz der Daten vor Feuer, Stromausfällen und anderen unvorhergesehenen Vorfällen. Für viele Hersteller ist es noch viel wichtiger, inwiefern die wertvollen Dokumente mit reinem Hosting in Deutschland auch vor Hackerangriffen und Industriespionage aus dem Ausland sicher sind.

Mehr Infos zum „Data Protector for SAP“ und zur Sicherheit von (CAD-)Daten

Dabei rücken auch vor dem Hintergrund neuer Richtlinien wie der DSGVO die Daten immer mehr ins Zentrum der Sicherheit. Das zeigt ein umfassendes Whitepaper zur Data Centric Security von IDG, der All for One Group AG und den SAP-Sicherheitsspezialisten Secude International AG, das hier zum kostenlosen Download bereitsteht. In dem Whitepaper wird auch speziell auf die Data Centric Security für SAP-Daten einschließlich Tabellen-Kalkulation und CAD-Zeichnungen eingegangen.

3D-Druck ist das Thema für CAD

Aber was ist CAD eigentlich genau? Welche Anwendungen, Formate und Player gibt es? CAD steht für Computer Aided Design oder rechnergestütztes Design und ist Teil von CAx-Technologien, wozu auch Computer Aided Manufacturing (CAM) gehört. Eingesetzt wird CAD unter anderem in der Architektur, im Bauingenieurswesen, im Maschinenbau, in der Elektrotechnik und in der Zahntechnik.

In vielen dieser Bereiche kommt zunehmend die additive oder generative Fertigung zum Einsatz, die im Volksmund einfach als 3D-Druck bezeichnet wird. In der Industrie und Zahntechnik eingesetzte „3D-Drucker“ können nicht nur einfache Kunststoffe, sondern sogar Keramik, Stahl und Titan verarbeiten.

Dabei kommen unter anderem Laser- und Elektronenschmelzverfahren und Lasersintern (Erhitzen bis fast zum Schmelzpunkt) in einem Pulverbett aus dem gewünschten Material zum Einsatz. CAD-Programme für die 3D-Modellierung übernehmen vorher die geometrische Berechnung und sind oft auch in der Lage, zumindest die äußere Form aus einem Gips- oder Wachsmodell abzubilden. Viele Programme können sogar automatisch Gitterstrukturen einfügen, um dem 3D-Druck die nötige Stabilität zu verleihen. Als 3D-Repräsentationsarten kommen Kanten- Flächen-, Draht- und Körpermodelle in Frage.

CAD: Die wichtigsten Formate und Anbieter

Bei der 2D-Modellierung, sprich der Darstellung von geometrischen Elementen auf zwei Ebenen, geht es vor allem darum, Linien, Freiformkurven, Kreise und Punkte darzustellen sowie zu modifizieren, wobei Profis bevorzugt mit Vektorgrafik-Programmen arbeiten. Kostenlose Programme und Testversionen bieten aber auch gängige Bilddateiformate wie gif, jpg, bmp, png und tif an, die mitunter wesentlich weniger Arbeitsplatz einnehmen, aber sich weniger für Modifikationen eignen. Viele CAD-Programme kommen aber aus der Welt der Tabellenkalkulation und bieten sogar Excel als Dateiformat an, was aufgrund der Vielzahl von Koordinatenpunkten bei manchen Formen oder Modellen wenig platzsparend erscheint.

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Beim 3D-Druckservice All3DP findet sich eine Liste der „19 besten CAD-Programme“ und der jeweils unterstützten Datei-Formate im Profi-Umfeld. Ganz vorn dabei sind dort Solidworks und Catia der französischen Dassault Systèmes (DS), Siemens NX, MicroStation und Houdini für 2D- und 3D-CAD genannt. Die meisten von ihnen unterstützen zumindest die STL-Schnittstelle für 3D-Druck und Rapid-Prototyping, wobei der Namensgeber Stereolithographie (ein frühes 3D-Druckverfahren) die erste kommerzielle Anwendung war.

Weithin unterstützt wird auch das von dem „CAD-Vorreiter“ AutoDesk für AutoCAD spezifizierte Dateiformat DXF (Drawing Interchange File Format). Profis aus dem Gaming-Bereich arbeiten für das 3D-Rendering gerne mit Cinema 4D und dem binären 3ds-Format von Autodesk, nicht zu verwechseln mit Nintendos Spielekonsole 3DS, wobei hier aber bewusst auch das stereoskopische 3D anklingt.

Warum Cloud Hosting in Europa

Das Arbeiten mit und Ablegen von CAD-Daten in der Cloud wird heute immer wichtiger, zumal es erlaubt, weltweit von verschiedenen Standorten aus darauf zuzugreifen und an einer Konstruktion zusammenzuarbeiten. Dabei darf aber nicht der Sicherheitsaspekt zu kurz kommen und muss darauf geachtet werden, dass die CAD-Daten in der Cloud oder im Hybrid-Modell redundant vorgehalten werden. Mit jedem zusätzlichen Speicherort erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass die Daten nicht durch Feuer und andere Katastrophen oder versehentlich vernichtet werden. Hohe Verschlüsselungsstandards und Backups tun ihr Übriges.

Egal, um welche 2D- oder 3D-CAD-Pläne es sich handelt, sind diese ohne ausreichende Sicherheit sehr leicht Beute von Hackerangriffen, Sabotage und Industriespionage. Letztere kann auch staatlich gelenkt sein und war auf dem Höhepunkt der NSA-Abhöraffäre Mitte des Jahrzehnts ein Grund, warum viele deutsche mittelständische Unternehmen zunächst davor zurückschreckten, ihre Daten und Anwendungen in die Cloud zu verlagern. Denn amerikanische Provider können laut USA Patriot Act oder dem jetzigen USA Freedom Act im Verdachtsfall gezwungen werden, Kundendaten an amerikanische Behörden weiterzuleiten.

Folglich haben große Anbieter wie Microsoft sich beeilt, in Deutschland und Europa Rechenzentrumsplätze anzumieten oder eigene Rechenzentren aufzubauen. Auch wenn besagte Affäre fast vergessen scheint, ist es deutschen Unternehmen nach wie vor wichtig, dass ihre Daten auf dieser Seite des großen Teiches gehostet werden. Deutsche Provider sind da eindeutig im Vorteil.

Rundumschutz durch Computer Centric Security

Untersuchungen, die im Whitepaper „Data Centric Security – Hacker schnell und effektiv ins Leere laufen lassen“ näher beschrieben sind, zeigen, dass deutsche Unternehmen sich nur unzureichend gegen Hackerangriffe, Sabotage und Industriespionage schützen. Mittelständler seien dabei mit sieben von zehn Unternehmen besonders angreifbar. Das Whitepaper zeigt aber auch Wege wie sich Unternehmen wirksam vor Verlust, Diebstahl und andere Gefahren für ihre Daten schützen können. Als Paradeanwendung für die Data Centric Security wird der von All for One Group und Secude gemeinsam entwickelte „Data Protector for SAP“ genannt. Dieser nimmt die Daten selbst in den Fokus, überwacht sämtliche Datentransfers und blockiert bei Bedarf die Exportfunktionen des SAP-Systems.

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Welche vier Säulen Sie bei der IT-Sicherheit immer im Blick haben sollten, erfahren Sie in diesem Artikel.

Quelle: Titelbild iStock, gorodenkoff