18. Juli 2017 | pArtikel drucken | kKommentieren

Digitale Transformation: So holen Sie Ihre Mitarbeiter ab

Was bei der Digitalen Transformation leider oft in den Hintergrund gerät: Nicht nur die IT-eines Unternehmens, sondern auch die Mitarbeiter müssen aktiv in den Wandlungsprozess einbezogen werden. Dieser Artikel verrät CEOs kleiner und mittlerer Unternehmen, wie das gelingen kann.

Es ist beinahe amüsant zu betrachten, wie viele unterschiedliche Bereiche innerhalb von Unternehmen inzwischen von der Digitalisierung geprägt sind: Von der Cloud-IT-Infrastruktur bis zu Collaboration-Plattformen, vom Auswerten von Kundendaten bis zu eCommerce, von automatisierten Arbeitsprozessen in Produktion und Logistik ebenso wie im Büro bis vielleicht zum vernetzten Kaffeeautomaten in der Kantine..

Das führt allerdings zur Gefahr, dass die Digitale Transformation von Geschäftsführern und IT-Verantwortlichen gerne als eine Sammlung einzelner Projekte (miss)verstanden wird, die es auf IT-Ebene abzuarbeiten gilt. Diese Sichtweise kann früher oder später jedoch zum Problem werden, denn einer der wichtigsten Pfeiler des Unternehmens wird dabei vernachlässigt: die Mitarbeiter.

Mitarbeiter einzubeziehen ist das A und O

Ohne motivierte Mitarbeiter kann keine erfolgreiche Digitalisierung gelingen. (Quelle: Geber86/iStock)

Eine aktuelle Studie der Beratungsgesellschaft EY bestätigt, dass die Mitarbeiter in Deutschland größtenteils positiv gegenüber dem Digitalen Wandlungsprozess gestimmt sind: Von mehr als 1.000 Befragten aus den Branchen Automobil, Fertigung, Logistik und Finanzen gibt fast jeder Zweite an, sich dadurch zusätzliche Chancen im Beruf zu erhoffen.

Die Grundvoraussetzungen sind also gegeben – nun liegt es an den Managern selbst, die Mitarbeiter aktiv in den Wandlungsprozess mit einzubinden. Denn ohne die Mitarbeiter als „Enabler“ kann keine erfolgreiche Digitalisierung gelingen.

Lesen Sie hier, wie Sie mit drei einfachen Schritten Ihre Mitarbeiter zum digitalen Wandel abholen:

1. Klare Definitionen und Ziele finden

Damit keine falschen Erwartungen geweckt werden, muss die Führungsriege im Unternehmen verstehen, dass die Digitalisierung ein ganzheitlicher Prozess ist, der durch immer neue Technologien stets weiterwächst und nie wirklich abgeschlossen werden kann. Umso wichtiger ist es daher, klare Ziele zu definieren. Saloppe Aussagen wie etwa „Wir wollen digitalisieren“ reichen dafür bei Weitem nicht aus.

Alle Zielvorstellungen werden daher im Idealfall in einem sogenannten „Target Operating Model“ detailliert festgehalten. Das Modell beschreibt schrittweise und sehr verständlich, welche Prozesse und Strukturen geändert oder neu eingeführt werden – und wo eventuell auch externe Expertise hinzugezogen werden muss. Dabei kann sich auch der Blick auf andere Unternehmen lohnen, um so Inspiration für erfolgreiche Digitalisierungs-Strategien zu finden.

2. Kommunikation als Schlüssel zur Digitalisierung

Nach jedem Schritt, den das Unternehmen weiter in Richtung Digitalisierung geht, ist es wichtig, die Mitarbeiter mitzunehmen. Hierfür ist Kommunikation der Schlüssel. (Quelle: sanjeri/iStock)

Sobald die Strategie klar definiert ist, sollte das oberste Gebot nun sein, die Mitarbeiter im Unternehmen aktiv in den Wandel einzubeziehen. Stellen Sie Änderungen im Unternehmen stets vor, bevor Sie umgesetzt werden. Vermitteln Sie vor allem auch den Nutzen der neuen Technologien, denn viele Kollegen denken noch nach dem altbekannten Muster: „Bisher hat doch alles funktioniert, warum nun etwas daran ändern?“.

Am besten gelingt die Wissensvermittlung über spezielle Workshops und Schulungen. Experten und Verantwortliche für die Digitalisierung im Unternehmen stellen den Kollegen Schritt für Schritt den Wandlungsprozess vor und geben Hilfestellungen für neue Tools und Prozesse. Dabei ist es nicht mit einer Sitzung getan: Nach jedem Schritt, den das Unternehmen weiter in Richtung Digitalisierung geht, ist es wichtig, Ihre Mitarbeiter mitzunehmen und auf dem Laufenden zu halten.

3. Ansprechpartner erleichtern die Umstellung

Sinnvoll kann es zudem sein, sogenannte „Change Agents“ zu ernennen: Einzelne Kollegen werden als Experten für die Transformation bestimmt und fungieren als „Digital-Vorbilder“. Sie setzen neue Technologien als erste ein und stehen den Kollegen bei Fragen direkt zur Seite.

So haben ihre Angestellten stets einen Profi zur Hand, der ihnen mit Rat und Tat zur Seite steht – ohne die IT-Abteilung einschalten zu müssen. Der Vorteil: Da die Change Agents gleichzeitig Experte und Kollege sind, fällt es Ihren Mitarbeitern leichter, ihre Sorgen oder Probleme in Bezug auf die Digitalisierung zu adressieren.

Am Ende entscheidet die Unternehmenskultur

Eines sollten Sie bei der Digitalisierung Ihres Unternehmens im Hinterkopf behalten: Die drei Schritte sind keine Geling-Garantie für die Umstrukturierung Ihres Unternehmens. Denn es gibt einen wichtigen Punkt, der nicht außer Acht gelassen werden darf: Die Unternehmenskultur.

Die 5 wichtigsten Treiber der digitalen Transformation (Quelle: Evernine GmbH).

Digitalisierung hat viel mit Veränderung zu tun. Das erfordert ein hohes Maß an Offenheit und Agilität – und zwar nicht nur bei den einzelnen Mitarbeitern, sondern vor allem in Bezug auf das Unternehmen und seine Strukturen und Werte. Herrscht in Ihrem Unternehmen ein ausgeprägtes Top-Down-Prinzip, oder gibt es netzwerkartige Strukturen? Werden Fehler geduldet, solange sie zu Verbesserungen führen, oder werden fehlerfreie Prozesse als höchstes Gut angesehen? Basiert Führung in Ihrem Unternehmen auf Macht, oder verstehen sich Führungskräfte eher als Coaches? Mit anderen Worten: Ist die Unternehmenskultur offen und veränderungsbereit, oder eher starr und hierarchisch?

Die gute Nachricht ist: Unternehmenskultur – so schwammig und weich sie zu sein scheint – kann gemessen und analysiert werden. Und mit gezielten Interventionen lassen sich dann tatsächlich auch gewünschte Veränderungen erreichen. Lassen Sie sich von externen Beratern ihre Modelle vorstellen – beispielsweise das Graves Value Model, das etwa die Managementberatung Allfoye einsetzt.

Quelle Titelbild:  stockvisual/ iStock

 

Mittelstand.Heute Redaktion

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