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Purpose und neue Führung

Geschrieben von Themenschmiede-Redaktion | Jun 21, 2022 10:00:00 PM

Wie die Genossenschaft mit einem neuen Selbstverständnis die Zusammenarbeit im Unternehmen und Verbund „evolutioniert“.

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Heute treffe ich Dr. Benedikt Erdmann, CEO der Soennecken. Es geht um das Thema Purpose und neue Führung. Ich bin Thomas Fischer. Na dann, herzlich willkommen zu den Spitzengesprächen.

Guten Abend, herzlich willkommen zum Spitzengespräch wieder aus Düsseldorf. Heute geht es um das Thema Purpose. Das ist ja so ein Begriff, der in aller Munde ist, viel durch die Medien geistert und am Ende geht es um Sinn und warum das wichtig ist und was es damit auf sich hat, werden wir heute besprechen. Und ich habe einen tollen Gast da, der Dr. Benedikt Erdmann, Chef der Soennecken. Benedikt, herzlich willkommen hier bei mir in Düsseldorf.

Du bist dein ganzes Berufsleben schon, glaube ich, fast zumindestens bei der Söneken, aber vielleicht beschreibst du mal, wer ist denn die Sönneken und warum lohnt es sich da so lange schon zu arbeiten? Hallo Tom, ja, schön, dass ich hier sein darf. Vielen Dank. Ja, wer ist die Sünden? Erklärt sich gar nicht so einfach. Also, wir kümmern uns um alles rund ums Büro. Ja, also wir können äh über unsere Händler können wir Büromaterial liefern. Ist das größte Geschäft. Wir können komplette Räume einrichten. Wir können äh Kopierer liefern. Wir haben auch IT-Systemhäuser bei uns im Verbund. Mm. Und das ganze machen wir in der Rechtsform der Genossenschaft. Mhm. Also eigentlich gar kein richtiges Unternehmen. Ja, es ist so eine Genossenschaft, kommen wir vielleicht später noch mal zu, äh was das was das ausmacht. Und äh ja, da bin ich seit 25 Jahren, also wenn ich mein T-Shirt ausziehen würde, wäre so eine Inventarnummer auf dem Fulterblatt eintätowiert. Warum bin ich so lange da geblieben? Ich glaube, das sind wesentlichen drei Gründe. Das erste ist, es gab da einfach immer unglaublich viel spannendes zu tun. Also es, ich bin in das Unternehmen gekommen direkt als Vorstand, da war es ein Sanierungsfall. Ich durfte also eine harte Restrukturierung machen und durfte dann wieder aufbauen. Mhm. Und ähm es sind so viele interessante Themen und jetzt gerade ändert sich ja die Arbeitswelt wieder komplett. Also das hat immer so viel spannende Aufgaben. Das ist äh das zweite ist, ich mag einfach die Menschen gerne, für die ich arbeiten darf. Mhm. Äh Genossenschaft äh wir haben 800 Händler, für die wir arbeiten. Sind einfach tolle Leute. Die machen eine tolle Arbeit und ich habe einfach Freude da dran äh zu gucken, dass die ein gutes Geschäft machen können. Das Dritte ist auch das darf ich sagen, die Firma hat mich auch immer gut behandelt. Ja, also das ist ja auch was ich habe einfach keine Lust mehr, dass man schlecht mit mir umgeht und die waren einfach immer fair. Ich w ich es wird fair bezahlt. Ja, es ist nicht immer alles Friede, Freude, Eierkuchen, aber das ist schon gutes Unternehmen.

Ja, du hast mal gesagt, einer Genossenschaft wie Söniken ist der Purpos quasi in die Wiege gelegt. Und jetzt gehen wir noch mal ein bisschen auf das Genossenschaftsmodell ein. Was ist denn der in die Wiege gelegte Purpose einer Genossenschaft? Also, Genossenschaft kommt ja aus dem Vereinsrecht, ne? Das das verzündet man noch äh wenn ich immer am Genossenschaft erkläre, dann dann dann sage ich immer, das ist wie immer im Tennisverein. Ja, alle Leute, die im Tennisverein sind, die wollen Tennis spielen. Das ist deren gemeinsamer Zweck und ähm da muss man sich auch darum kümmern, wenn man dann spielt, dass man die Platzordnung einhält. Das ist dann die Satzung. Mhm. Ja. Und bei uns ist in der Genossenschaft ist es so, alle unsere Mitglieder beschäftigen sich mit allen Themen rund ums Büro und unser Auftrag als Genossenschaft besteht da drin, die zu fördern, das tun zu können. Mhm. Wir haben also in erster Linie nicht den Auftrag Geld zu verdienen, sondern wir haben den Auftrag unsere Händler in die Lage zu versetzen, ein gutes Geschäft zu machen. Dafür muss man natürlich Geld verdienen. Wenn die Kassen leer ist, kann man das kann man das nicht tun, aber wir sind also weit weg von entfernt von einem äh klassischen kapitalistischen Unternehmen, wo der Gewinner an erster Stelle steht. Mhm.

Man muss vielleicht mal unseren Zuschauern auch erklären, dass Genossenschaften äh eine wirklich sehr weit verbreitete Rechtsform sind. In Deutschland sind, glaube ich, 275 000 Firmen oder fast 300.000 1000 Firmen einer Genossenschaft äh angeschlossen und ich finde, das ist ja eine Organisationsform, die ist ja moderner denn je, wenn alle über Collaboration oder Cooperation sprechen. Ja, es gibt es gibt Wohnungsbaugenossenschaften, es gibt Winzergenossenschaften, es gibt Agrargenossenschaften, es gibt Handelseinkaufsgenossenschaften, es gibt Absatzgenossenschaften. Äh Rwe ist als Genossenschaft organisiert letztendlich die Dat ist als Genossenschaft organisiert und halt eben auch die Sonnic ganz eine ganz tolle Rechtsform. Mhm.

Jetzt ähm hast du eben den Purpos der Genossenschaft erklärt. Ähm reicht das noch aus? Das ist eine rhetorische Frage. Also was ist der Purpus, der tiefere Purpose von Sönekön? Vielleicht können wir dir mal einblenden und du erzählst mal, was es damit auf sich hat. Ja, also wir bewegen uns hier in der Welt der Arbeit und alle unsere Mitglieder bewegen uns bewegen sich in der Welt der Arbeit und wir haben uns vorgenommen, also unser Antrieb ist das ähm äh Arbeit lebenswerter zu machen. Snikken selbst hat diesen Anspruch und den wollen wir umsetzen und in den Markt tragen, gemeinsam mit unseren äh äh 500 Mitgliedern und 300 IT Systemhäusern, die wir noch haben. Wir wollen uns also um die Welt der Arbeit kümmern und wollen einen Beitrag dazu leisten, dass Menschen mit Freude arbeiten, dass sie auch effizient arbeiten können, aber zunächst haben wir mit Freude arbeiten können und darum wollen wir uns darum wollen wir uns kümmern, aber gemeinsam mit unseren Händlern. Mhm.

Jetzt werden wir gleich noch mal ähm besprechen, wie es dazu gekommen ist, aber äh ich habe das Eingang noch ein bisschen ausgeführt, nicht? Das das Thema Purpose ist so etwas, das ist wie so ein Modewort. Ja, also das kam so die letzten Jahre. Also ich meine, ich mach schon sehr lange Beratung und so den letzten w sagen, weiß ich nicht 3 Jahre oder so, vier Jahre geistert dieses Purpos immer rein und es ist für mich auch sehr erklärlich, warum das wichtig ist. Wie schätzt du das ein? Ist das nur ein neuer Management Hype, der da gerade entsteht und es geht irgendwann wieder vorbei oder müssen sich Unternehmen auch mit ihrer Daseinsberechtigung auseinandersetzen? Ja, beides. Also natürlich ist das ein Management Hype gerade. Ja, also das ist natürlich in aller Munde dieses Thema, aber das macht es ja nicht falsch. Ja, also das also auch gehypte Themen können ja richtig und sinnvoll sein und das sehe ich bei diesem Thema PP sehe ich das so. Mhm.

Bei uns war das deshalb so wichtig, es ist einfach eine schiere Notwendigkeit gewesen. Mhm. Äh das äh ich darf das vielleicht mal ganz kurz ähm ganz kurz erzählen, warum es auch so wichtig ist. Der Fachhandelsmarkt, wir arbeiten ja für Fachhandler, das ist ja keine Wachstumsgeschichte. Mhm. Ja, also da trete ich ja auch niemandem zu nah, wenn ich das sage. Also wir wir haben Wettbewerbsdruck ohne Ende und es scheiden mehr Fachandelsunternehmen aus dem Markt aus als hinzukommen. Mhm. Und deshalb brauchten wir auch als Sonnik, als Genossenschaft eine eigene Existenzberechtigung, die über das Fördern der Mitglieder hinausgeht. Mhm. Es reicht einfach nicht aus für andere da zu sein, wenn die Schadeer für die man da sein darf kleiner wird. Mhm. Und deshalb brauchten wir eine eigene Wachstumsgeschichte, eigenen Purpose. Und deshalb war das eine schlichte Notwendigkeit. Es kommt dazu, dass das gerade in aller Munde ist. Äh äh haben wir vielleicht no einen guten Berater gefunden, deswegen aber kannst du sagen, wer euch da beraten hat. Ja. Ja, aber aber das das ist schon ein das ist schon ein tolles Thema. Mhm.

Na, du hast dich ja sehr stark dafür eingesetzt, dass das ähm so ist und es war dir eben wichtig, das hast du äh erläutert. Wie haben denn die Menschen darauf reagiert, als du gesagt hast, wir werden uns jetzt damit mal auseinandersetzen und damit beschäftigen? Das fiel so ein bisschen wie die reise reife Frucht in unseren Shows. Die Zeit war reif dafür. Mhm. Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, mit denen wir das jetzt vor allen Dingen jetzt besprochen haben, äh lächten danach oder sehnten sich danach Sicherheit dadurch zu bekommen, dass dieses Unternehmen eine Existenz eine eigene eine eigene Existenzberechtigung hat. Mhm. Und das gab eine gerade zu eine Sehnsucht danach, dass dieses Thema geklärt wird. Mhm. Und deshalb war auch die Bereitschaft überaus groß daran mitzuarbeiten. Das war ein sehr sehr ist auf sehr viel fruchtbaren Boden gestoßen.

Das ist ja was wir auch beobachten, ne? Wo man einfach merkt, die Welt ist so im Umbruch, alles ist instabil. Das jetzt nicht nur durch die Pandemie. Jetzt haben wir alle gedacht, die Pandemie ist vorbei, wir freuen uns auf einen schönen Frühling, jetzt kommt die Ukraine Krise, der Ukrainekrieg. Und äh generell ja auch davor war ja nicht so richtig sicher, ne? Viele Branchen sind im Umbruch und ähm das das spüren wir natürlich sehr stark, dass die Menschen danach sehnen ein Orientierungspunkt zu haben, in Sinn zu haben. Und äh das bedeutet ja letztlich ist die die Auseinandersetzung mit Purpose die Auseinandersetzung damit, warum gibt's uns eigentlich, ich sag das manchmal äh wenn wenn Kinder einfragen und sagen, sag mal Papa, was arbeitest du eigentlich? Was antwortet man äh darauf, ne? Ja. Und Geld Geld verdienen alleine ist ausreichend als Motivation, sich eine Arbeitsstelle zu suchen. Genau. Und die die Frage, wie man ähm über das Geld verdienen hinaus Sinn bekommt in eine Tätigkeit, das ist von zunehmender Bedeutung. In den äh im äh im im vergangenen, also im vorletzten Jahrhundert, da musste man einfach arbeiten, um die Familie zu ernähren. Da hat sich diese Frage nicht gestellt. Da waren die Menschen überwiegend sehr arm oder sehr reich. Äh meine meine Eltern äh nach dem Zweiten Weltkrieg, die waren besiegelt von dem Gedanken wieder Wohlstand aufzubauen, das Land wieder aufzubauen, ja, VW Käfer zu kaufen oder was es damals gab, ne? Und wir leben jetzt in einem relativen Wohlstand und jetzt erlauben sich viele halt auch den Luxus zu fragen, was kann ich mit meinem Leben anfangen, weil die Frage des Geldes nicht mehr so dominant ist.

Ist ganz interessant. Die ich habe mal im Jahr weiß ich, glaub das war so 2001 oder 2003, ich weiß gar nicht mehr genau, da habe ich einen Vortrag gehört von einem Zukunftsforscher Ben Johnson und der hat damals gesagt, Unternehmen werden sich wie Clubs entwickeln. Also das ist im Prinzip dein Tennis Beispiel, aber die werden sich nicht fragen, kann ich da Tennis spielen, weil natürlich kann ich in dem Tennisverein Tennis spielen, sondern die Frage ist viel wichtiger, was ist das Drum, was was gibt dem ganzen Sinn, warum ist gut da zu sein? Also, die Auseinandersetzung ist ist viel stärker. Äh mit dem da mit dem viel tieferliegenden und nicht nur zu sagen, ich ich gehe Tennis spielen und ein Mensch, ich glaube auch das das trifft nicht nur auf Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu, sondern auch für Kunden, die kommen ja als ganzes zu uns. Die kommen ja mit allem, was sie haben. Jeder Mitarbeiter kommt mit allem, was er hat. Der kommt mit seinen Sorgen, wenn ein Kind krank ist. Ja, der kommt mit seinen Sorgen, wenn die wenn das Geld nicht reicht. Der kommt mit seinen Sorgen, wenn die Eltern krank sind. Und das tun Kunden auch. Und auch Kunden fragen sich, wie geht das Unternehmen mit der Umwelt um? Mhm. Und da glaube ich ist man gut beraten, wenn man ein Unternehmen führt, da mehr zu bieten als nur eine stabile Zahlung zum Monatsende. Absolut.

Man, man weiß sogar und ich habe mal ein paar Zahlendaten, Fakten mitgebracht, die können wir vielleicht mal einspielen. Äh, dass einfach Unternehmen, die die purpose driven sind, wie wir so Neudeutsch sagen, also die über einen starken Purpose verfügen, dass die nachweislich erfolgreicher sind. Ich habe mal ein paar Zahlen, vielleicht können wir die mal einblenden. Da sieht man das. Ich will das jetzt nicht alles vorlesen, das können äh die Zuschauerinnen und Zuschauer äh schneller selber lesen. Äh klar ist ähm es ähm es bedeutet, dass also a zeigt noch mal, wie wichtig den Menschen das ist, dass aber auch vor allen Dingen gerade jetzt beim Thema Fachkräftemangel, das jetzt aktuell wieder eine Diskussion dass Menschen, die die oder Firmen, die ein ein Purpose vermitteln, einfach viel sich viel leichter tun, Menschen zu gewinnen, zu rekrutieren und dass sie auch erfolgreicher sind. Das ist die, ich habe noch eine Folie, vielleicht können wir die einmal zeigen. Ähm, das nämlich Unternehmen, die einen Purpose haben, das war eine Langzeitstudie äh, die in USA durchgeführt wurde, dass die im Vergleich um 175% an Wert gewonnen haben.

Und jetzt ihr seid ja auch sehr erfolgreich, äh muss man sagen. Äh, kannst du Effekte beobachten, solange ist das ja noch nicht her, dass wir den Purpose entwickelt haben. Gibt es schon spülbare Effekte, die du beobachtest? Ja. Ja, das das das tun wir. Ich finde das noch nicht in der Gewinn und Verlustrechnung. Also dazu ist die dazu ist die Sache noch zu kurz, aber ich bin sehr zuversichtlich, dass das auch wirtschaftlich sehr positiven Impact haben wird. Ich beobachte vor allen Dingen eine ein etwas anderes Verhalten unserer Mitarbeiten. Mhm. Ich habe so manchmal das Gefühl, dadurch, dass wir das gemacht haben, haben die Mitarbeiter eine innere Erlaubnis, bestimmte Dinge jetzt zu tun. Mhm. Äh ich empfinde viele Menschen als Freier. Ich empfinde es ist mehr Klarheit in Bezug auf das, was man tun sollte. Äh bedeutet natürlich auch, dass man bestimmte Dinge nicht mehr tut. Es gibt mehr Orientierung. Mhm. Äh auch die Arbeit innerhalb des Vorstandes ist deutlich klarer geworden. Mhm. Sie sind deutlich fokussierter. Äh also das ist schon ein Es ist kein Führungsinstrument im eigentlichen Sinne, aber es hilft enorm bei der Führung des Unternehmens und ich glaube, dass es den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Sicherheit und Orientierung vermittelt. Mm.

Jetzt mag sich der ein oder andere fragen, okay, purpose formuliert, das klingt ja immer so ein bisschen nach so einem Claim, ne? Na so Marketing ist es aber nicht, ne? Man muss das ja mal deutlich sagen. Das ist ja etwas, was nach innen strahlt. Also purpose formuliert, ist es damit getan? Nein, das ist äh das das macht ja auch nur Sinn im Kontext von vielen anderen Maßnahmen. Mhm. Also unserer Purposearbeit ist ein sehr langer Strategieprozess vorausgegangen. Äh wir ändern gerade die Aufbauorganisation massiv auch im Hinblick auf diese ganze Purpos Debatte, die wir geführt haben. Äh wir wir haben sehr umfangreiches Changeprogramm laufen, weil wir dafür sorgen müssen, dass das auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu verarbeiten ist. Für OKRS ein äh um auch ähm um auch die Kaskade letztendlich von der Strategieformulierung runter bis tägliche Touren vernünftig zu organisieren. Also da muss man schon den gesamten Werkzeugkasten des modernen Managements auspacken und Tools und Purp ist halt ein wesentliches Thema dabei. Mhm.

Ich habe ein Beispiel, was für mich so beeindruckend war. Ich habe es gibt ja in Düsseldorf ein Restaurant, da gehe ich gerne mit Kunden hin. Wir waren da auch schon. Ähm ist ähm etwas gehoben, würde man sagen. Und ich saß da mit einem Kunden und äh neben uns am Tisch war ein junges Paar und offensichtlich hatten die gerade ihr erstes Date und der junge Mann, der da saß, der war weiß ich nicht, ob der noch in der Schule war, also auf jeden Fall sehr jung und dann klappte der so die Karte auf und man sah ihn schlucken, als er so die ganzen Preise da gesehen hat und er wollte sich auch irgendwie keine Blöße geben. Und was ich beeindruckend fand, dass die Servicekraft alles dafür getan hat, dass der den günstigsten Wein aussucht. Also sie hat ihm empfohlen den günstigsten Wein. Ja. Und ähm äh dann hat er auch ir Flasche bestellt und so weiter und ich hatte das so ein bisschen beobachtet und die ging irgendwann, ich war etwas länger da und dann habe ich diese Servicekraft nachher gefragt, das oder hab ihr gesagt, dass mir das aufgefallen sei und ähm hab sie einfach damit konfrontiert und sie sagte: "Ja, wissen Sie, ähm wir sind dafür da, Menschen einen unvergesslichen Abend zu bereiten und sie hat gesehen, dass das junge Paar sich das vermutlich nicht so einfach leisten kann und wollte denen einfach einen schönen Abend bereiten." Und das fand ich eine unglaublich schöne Geschichte, die glaube ich zeigt, wie wichtig das ist, dass es nicht damit getan ist, Purpose jetzt zu formulieren, sondern so wie du es schilderst, es muss in die Organisation reingetragen werden.

Es wirkt ja auch eine Gefahr, wenn ich das noch eben sagen darf, Tom, bitte, wir haben den Purpos äh Arbeitlebenswerter machen zu wollen. Mhm. Das ist eine riesen Herausforderung auch an die Gestaltung der eigenen Arbeit. Mhm. Wenn man das nicht gut und richtig macht, hat man einfach das Problem, dass das nachher nun mit Zynismus betrachtet wird. Also, wir können ja nicht sagen, wir wir wir gestalten bei unseren Kunden tolle Arbeitsumgebung. Mhm. Und und selbst sitzen die Leute bei uns im Teppichboden, wo man Gesundheitsamt kommen müsste. Ja, also das das kann man ja nicht tun. Und also mit dem mit dem Anspruch, den man nach draußen trägt, den muss man ja auch nach innen Schritt halten können. Mhm. Und wenn man das nicht tut, dann dann kann der Schuss natürlich auch nach hinten losgehen. Das müsste man sich gut überlegen, ne? Ja, und das muss man ja sagen, das habt ihr ja und und seid dann immer noch dabei ist konsequent umzusetzen, nicht? Dass die Leute gerne zu euch kommen. Ihr habt ja auch tolle Räume, muss man sagen, ist ja ein Prozess, man ist ja niemals fertig damit, ne? Mhm. Ja.

Was ist denn jetzt bei dem Thema vielleicht eine Empfehlung an unsere Zuschauerinnen und Zuschauer, wenn die auch sich überlegen, soll ich ein Purpose entwickeln, ist das gut oder nicht, wie mache ich das? Was was könnst du unseren Zuschauerinnen, Zuschauern für eine Empfehlung geben? Also, das Wichtigste hast du letztendlich eben schon selber angeschnitten. Das Thema steht nicht alleine. Also, das heißt, man kann das nicht als Insel äh ganz alleine machen. Das muss eingebettet sein in ganz viele andere Maßnahmen. Ganz zentral ist die ist die Einbettung in den strategischen Plan, den man hat. Purpers ersetzt keine Strategie. Äh, also das ich würde immer empfehlen, vorher eine inhaltliche strategische Arbeit zu machen und wenn man da Klarheit hat, dann äh dann fällt die Purpusarbeit sehr viel leichter.

Das zweite, was ich empfehlen kann, ist den richtigen Zeit ein Gefühl für den richtigen Zeitpunkt zu bekommen. Mhm. Ich habe das vor vier Jahren schon einmal versucht und bin grandios gescheitert. Was was könnte der richtige Zeitpunkt sein? Was was wie hast du gespürt, dass jetzt bei Söneken der richtige Zeitpunkt ist? Ich weiß es nicht. Es ging auf einmal leicht. Es hatte keine Schwere mehr. Mhm. Vorher war das ganz gewollt alles, da hat man irgendwie mit Agentur beauftragt und das war alles irgendwie nicht so richtig rund, das fühlte sich nicht so leicht an und jetzt war es auf einmal leicht und ich glaube, man muss auch manchmal ein Projekt einfach wieder in die Schublade legen, wenn man das Gefühl hat, der Zeitpunkt ist da nicht.

Dritte Empfehlung, die ich geben kann, äh äh ganz ganz viel mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern arbeiten. Mhm. Bei uns ist es so gewesen, es war eigentlich alles da. Mhm. Äh, ich war nicht der äh ich fliege da mal zu sagen, ich war nicht der Vater, ich war nur der Geburtshelfer. Also, es war bereits da und wir müssen einfach nur dafür sorgen, dass dieses Kind zur Welt kommt. Ich empfehle einfach eine gewisse Natürlichkeit im Umgang mit diesem Thema. Wenn man es zwingen muss, ist die Zeit noch nicht reif. Mhm.

Also unterstreiche ich alles hundertprozentig und ähm wir begleiten euch ja schon lange und insofern habe ich das genauso gespürt. Es ging auf einmal leicht und äh das vielleicht auch noch mal als als meine mein Eindruck aus der Erfahrung heraus an an unsere Zuschauerinnen und Zuschauer. Ähm Purpers ist ja nicht etwas konstruiertes. Es ist ja nicht, dass man sich jetzt irgendwas Wildes konstruiert, sondern in der Regel ist es so, wenn es entwickelt ist, ist es so klar, ja, das ist es. Wir haben es nur nicht gesehen oder nicht in der Pointiheit.

Wenn ich das nur sagen darf, Tom, ich will dir da jetzt kein Honig und Bad schmieren. Ähm, aber ihr habt euch ja einfach auch Mühe gegeben, das Unternehmen zu verstellen. Äh, also das und das das ist das, was glaube ich die Sache letztendlich erfolgreich macht. Ja, du mit Henning gemeinsam, ihr habt so viel mit unseren Leuten gesprochen, ja? Ihr habt versucht euch einzcken in das Unternehmen, das zu begreifen, die DNA des Unternehmens zu verstehen und das, wenn man wenn man wenn ein Berater das nicht tut, dann ist es doch nicht der richtige Berater. Ja, jetzt werde ich ganz rot. Wir wechseln das Thema. Freut mich. Vielen Dank, Benedikt.

Ähm Purpose wird aber auch ja oft missverstanden als Führungsinstrument und äh wir merken natürlich schon, dass die Anforderung an Führung auch ähm verändert sind. Ja, und dass auch Führungskräfte sich bis weilen ja in der heutigen Zeit ein bisschen schwerer tun zu führen. Es ist vielleicht nicht immer so leicht, eine völlig neue Generation von äh von Menschen äh kommt ins Unternehmen rein. Wie ist deine Sicht auf das Thema so Purpose Driven Manager auch in der Frage ähm mit welchen Managertypen haben wir es zu tun? Durchaus ja zum Teil Leute, die sehr lange schon in einem Unternehmen sind. Also, ich habe ja nun den großen Vorzug und das kommt bei diesem Thema Purpose und sehr zugute, dass ich ja sehr lange da bin und ich hoffe auch nach ein paar Jahre da sein darf. Ähm zu einen Change und so eine Purpose Geschichte macht man nicht mit einem drei Jahresvertrag oder wenn man auf dem Sprung ist ins nächste Unternehmen gehen zu. Also man braucht schon einen langen Atem. Man braucht einen langen Atem. Man braucht Nachhaltigkeit. Man braucht eine gute Verankerung im Betrieb bei den Kunden. Man muss das Unternehmen verstanden haben. Da kann man nicht mal eben drüber flitzen und das oberpflichtlich machen. Also das erfordert schon eine tiefe Verbundenheit mit dem Unternehmen. Also so nehme ich das so nehme ich das zumindest wahr. Und du hast recht. Äh Purpose ist kein Führungsinstrument. Ist erleichtert die Führung aber erheblich. Mhm. Äh es ist es ist einfach viel leichter ein Unternehmen zu führen, bei dem man einen gemeinsamen Kern hat, über diesen gemeinsamen Kern auch sprechfähig ist. Jeder Mitarbeiter diesen Kern kennt, äh dann braucht man viele Dinge einfach nicht mehr zu besprechen, weil die selbstverständlich sind und das erleichtert Führung schon ganz erheblich.

Ja, ich sag manchmal, es ist so ein bisschen wie so diese Magic, die geweckt wird, wenn Leute plötzlich an einem Strang ziehen, ohne dass man sagen musste, wir müssen jetzt alle das tun. Es ist intuitiv das Richtige äh was man tut. Ja, das ist genau das, was ich eben zu sagen versuchte. Wenn das richtig anfühlt, dann funktioniert es auch. Äh, wenn das hölzern ist, wenn das gewollt ist, wird es auch nicht funktionieren. Dann werden die Menschen da auch nicht folgen. Mhm.

Ich möchte trotzdem mal auf den Aspekt, weil er damit sehr stark zusammenhängt. Es trifft ja eine Generation jüngerer Menschen auf Unternehmen oder sind schon seit längerem da und die treffen auf gestandene Managerinnen oder Manager. So. Und äh wie wie müssen diese gestandene Manager in so einer Welt mit dieser jüngeren Generation deiner Meinung nach umgehen? Ja, das ist ja ein Thema, das ja ähnliche Purpose auch gerade gehypt, ne? Was gibt es an Büchern? Generation Z und dann mal was mit Generation Y und Generation Golf und Golf hatten wir noch. Ich will gar nicht wissen, was ich bin. Ja. Ja. Ähm ich fühle mich mit diesem Schubladenken ziemlich unwohl. Mhm. Ähm, weil weil ich glaube, man kann sein Verhalten ja auch verändern und auch ich habe mein Führungsverhalten im Laufe der letzten Jahre verändert und wir sollten von diesem Stereotyp weg, die jungen Menschen sind so und die Älteren und die mittleren sind so. Äh, ich glaube, es gibt ganz viele Schattierungen, die man hat. Mhm. Äh, ich sehe auch gar nicht so sehr einen Konflikt zwischen den Generationen. Ich beobachte bei den jungen Leuten, die wir in der Firma haben, unglaublich fleißige Menschen. Mhm. Ja. Ähm natürlich machen sind die Stilmittel teilweise andere, aber ähm äh aber ich sehe da jetzt kein grundsätzlich anderes keinen anderen Arbeitset. Ja, die Prioritäten verändern sich etwas. Also, man möchte natürlich mehr Freiheiten haben. Geld spielt nicht mehr so die entscheidende Rolle. Äh da gibt es andere Dinge, die wichtiger sind. Da gibt es mehr Flexibilität oder dass man mehr Sabetical haben kann und so weiter und so fort. Aber das ist nicht eine Frage des Alters, das will ich doch auch. Also das heißt auch lang gediente Leute verändern sich ja im Laufe ihres Berufslebens und ich glaube darauf kommt es an, dass auch Führungskräfte, auch ältere Führungskräfte einfach dafür sorgen müssen, dass sie sich alle paar Jahre neu erfinden. Man kann nicht einfach ein Verhaltensmuster, dass man hat, das Berufsleben durchdikt und das wird nicht funktionieren. Ich habe versucht, mich alle 4 f Jahre mal neu zu erfinden, ohne meinen Kern zu verlassen. Mhm. Und dann kann man das glaube ich auch tun. Ähm und muss nicht die Gefahr laufen in irgendeiner Schublade dann nachher zu versauen.

Nee, aber es erfordert natürlich, dass man sich selber reflektiert, dass man sehr empathisch auf Situation reagieren kann und dass ähm äh ich sag mal die Sozialisierung, die man ja erfahren hat, also viele Menschen sind ja so wie du, aber ich auch, sozialisiert, wo Arbeit noch natürlich dominant wichtig war, wo Hierarchie, Karriere und und die ganzen Mechanismen eben noch so sehr wichtig waren. Das abzulegen oder zu verändern, ist eben ja auch gar nicht so leicht für viele, ne? Ja, aber aber an dieser Übung kommt man nicht vorbei. Also ich glaube, dass ich gute Führung in der Zukunft sowieso sehr stark durch Empathie auszeichnet. Äh man muss aufnahmefähig sein für die kulturellen und und sonstigen Veränderungen, die um uns herum geschehen. Menschen sind einfach im 21. Jahrhundert anders als im 20. Jahrhundert. Ist doch vollkommen normal. Das sind wir doch auch. Ja. Und wir kriegen auch Menschen erfreulicherweise von anderen Kulturen zu uns ins Unternehmen. Wenn man da immer seinen Stiefel durchzieht, dann wird man diese Menschen nicht erreichen. Da muss man doch eine gewisse Offenheit haben und da muss man doch empathisch sein. Und wenn man diese Stimmungen aufnimmt, wenn man diese Empathie aufnimmt, dann läuft man glaube ich auch nicht Gefahr sprachlos zu werden im Umgang mit anderen Menschen.

Ja, jetzt jetzt weiß ich ja, kenne dich ja ganz gut, du hilfst ja auch Führungskräfte ein Stückchen dabei, nicht? Und vielleicht beschreibst du mal, wie du auch gestandenen Führungskräften hilfst, in eine solche neue Rolle reinzukommen. Ja, das ist meine Aufgabe, ne? Also, das ist für Führung muss man sicher arbeiten und äh und ich hatte ja auch Mentoren. Ja, also man entwickelt sich ja nicht aus dem aus dem freien Raum. Wir geben relativ viel Geld für Coachingmaßnahmen aus bei unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im übrigen nicht nur für Führungskräfte. Mhm. Äh, wir haben sehr viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter selber zu Coaches ausgebildet. Wir haben eigene Change Leute, die die die also wir machen ganz viel, wir arbeiten ganz viel mit unseren Mitarbeiterinnen, Mitarbeitern dabei und das ist kein Privileg nur von der Unternehmensleitung. Ähm, also da tun wir sehr viel. Ich gebe mir vor allen Dingen Mühe in meinem Führungsverhalten das Potenzial von den Menschen zu erkennen. Mhm. Und das erfordert viel Mühe und viel Zeit. Nicht jeder kann alles. Da muss man sich sehr intensiv mit den Menschen auseinandersetzen und das kriegt dieser Zeitansatz kriegt man aber doppelt und dreifach zurückgezahlt.

Ja, aber es zeigt eben auch, dass Führung auch viel stärker als Trainer, als Coach verstanden ist. Ja, und ich sag das ja häufig, Jürgen Klopp wäre ja niemals Champions League Sieger geworden, wenn der mitgespielt hätte. Also Führung braucht eben Zeit und und muss sich um den Menschen äh kümmern und viel stärker noch vielleicht als als das früher erforderlich war. Ja, gute gute Führung bedeutet vor allen Dingen, dass man Menschen um sich herum holt, die besser sind als man selbst in Bezug auf bestimmte Dinge. Man kann dann selber andere Sachen nehmen, aber aber aber Teams komplementär zu den eigenen Fähigkeiten zu besetzen halte ich für eine ganz entscheidende Frage.

Jetzt würde ich gerne mit dir mal einordnen, nicht? Ihr seid die Experten für modernes Arbeiten, will ich mal sagen, ne? Ihr macht Arbeit lebenswerter äh und vieles wird ja immer in einen Topf geschmissen, ne? Purpose und New Work und Digitalisierung zum Teil noch und die Werte und Kulturfragen. Wie sieht denn die Zukunft der Arbeit aus und äh welche Rolle glaubst du spielt der Purpose dabei? Oh, das ist eine große Frage, Tom. Äh, das ist eine große Frage und ich beobachte mit Sorge, dass zu viele Leute behaupten, dass sie die Antwort auf diese Frage wüssten. Ich persönlich glaube, dass wir gerade in einem riesigen Experiment leben. Mhm. Äh wir wir hatten eine alte Welt der Arbeit, bevor dieses Virus über die Welt hergefallen ist, vor Corona. Dann sind alle nach Hause gegangen, haben sich ins Homeoffice zurückgezogen. Äh anfangs hat das ja sogar noch Spaß gemacht. Ja, abgesehen von den Menschen, die das darf das vergisst man auch immer, dass ja eigentlich zwei Drittel der Wirtschaft gar nicht zu Hause bleiben konnte. Ja, weil weil die halt einfach physisch vor Ort sein mussten, ne? Ärzte Krankenschwestern, Logistikmitarbeiter bei uns, Einzelhandel und so weiter und so. Aber diese sogenannten Wissensarbeiter konnten das machen und heute stellen wir fest, drei Jahre später, dass das den meisten Menschen gar nicht gut getan hat. Mhm. Äh Depressionen haben zugenommen, familiäre Konflikte haben zugenommen, Übergewicht ist ein großes Thema geworden in dieser Zeit. Äh, also wir stellen auch fest, dass ä was Gold war, glänzt und jetzt versuchen viele einen Rat zurückzudrehen, stellen aber fest, dass die Menschen diese liefgewonene Freiheit nicht wieder aufgeben wollen. Mhm. Äh, ich glaube, wir haben gerade ein großes soziales äh Experiment. Die Auswirkungen auf den Einzelnen werden gerade erkennbar, die Auswirkungen auf Organisation noch nicht. Mhm. Äh, ich habe kein Unternehmen getroffen in der Vergangenheit, was für sich schon abschätzen kann, in welcher Art und Weise äh sich der Zusammenhalt des Arbeiten in der Firma verändert hat, was davon von Dauer sein wird und was vorübergehender Natur sein wird. Ich rate sehr dazu, diese Frage jetzt mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu besprechen. Mm. Ist nicht die Zeit für Entscheidung, das ist die Zeit für äh für einen intensiven Diskurs, wie man das Unternehmen für die Zukunft organisieren will.

Mhm. Purpus hat ja auch was damit zu tun, dass Unternehmen sich der Rolle in der Gesellschaft auch bewusst wird und äh ich finde, ihr tut ja schon sehr viel oder begreift euch ja auch als öffentlich als als Teil der Öffentlichkeit letztlich. Und äh ähm man sieht das so, wenn ich jetzt bei euch, das ist ja großartig euer Kindergarten beispielsweise, der ist mitten im Unternehmen drin und und vor der Mittag sieht man dann so die kleinen Stöpelkand in Hand erstmal durch die Kantine marschieren und die essen da wie selbstverständlich mit allen anderen. Äh, aber ihr habt sehr viel für die Flüchtlinge getan, sowohl für die syrischen Flüchtlinge als auch jetzt für die ukrainischen Flüchtlinge. Wie wie begreifst du diese Rolle als öffentliches Unternehmen? Als als s mal Corporate Citizen äh wie man heute sagt? Also, ich habe mir immer vorgenommen, vielleicht ähm kann ich mal zurückgehen auf das, was du Sozialisierung nanntest. Ich habe mir immer vorgenommen mit Anstand erfolgreich zu sein. Mhm. Ja, ich will, dass wir anständig unsere Geschäfte machen. Ich will auch, dass wir uns mit Anstand um die Menschen kümmern um uns herum. Und äh zum zum Anstand gehört auch, dass man ein bisschen von den Wohlstand hat auch unter Umständen mal abgibt. Darum äh das hat dann mit Flüchtlingshilfe und so weiter was zu tun.

Mit der Kita der Fall ist so ein bisschen anders. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bringen ja ihre familiäre Probleme mit in die Firma. Mhm. Und wenn wir wollen, dass sie sich einbringen mit ihrer Arbeitskraft und mit ihrer Arbeitszeit in das Unternehmen, da müssen wir die Rahenbedingung auch so setzen, dass sie das auch tun können. Mhm. Und wenn jemand ein Kind hat und dieses Kind muss aus der Kita abgeholt werden, dann ist diese Frau oder dieser Mann ist der Weg. Aber wenn das Kind in der eigenen Kita ist, kommt es nicht auf eine halbe Stunde an. Das ist ein viel entspannteres Arbeiten dann für die Mutter oder für den Vater in dieser Situation und wir wollen einfach einen Beitrag dazu leisten, dass sich unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einfach überhaupt leisten können bei uns zu arbeiten. Mhm. Das ist der Ansatz. Ja.

Wir haben ja beispielsweise auf Pflegelotzen eingeführt, weil wir festgestellt haben, das ist in meinem Alter ist das ja so, da werden die Eltern krank, werden pflegebedürftig und wir haben festgestellt, dass das ein riesen Problem für viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist, äh dass dann die Pflege der Eltern bzw. die Organisation der Pflegen mit dem Arbeitsalltag zu kombinieren. Darum haben wir Pflegelotzung gemacht. Wir haben Mitarbeiter, die ausgebildet sind äh mit Mitarbeitern durch diese schwierige Zeit zu helfen. Also bei Antragsformularen ja die richtig die richtigen Telefonnummern und wir haben es damit geschafft, die Fehlzeiten von einer Woche in einem solchen Fall auf zwei Tage zu reduzieren. Mm. Damit ist allen geholfen. Das Unternehmen hat die Arbeitskraft der Menschen und die Menschen haben einfach eine riesige Last von ihren Schultern genommen. Mhm.

Ja, man sieht damit vor allen Dingen, aber finde ich, um das deutlich zu machen, der Anspruch, wir machen Arbeit lebenswerter, den begreifst du halt auch umfassen für euch als Unternehmen. Und das ist, glaube ich, eine ganz wichtige Botschaft. Äh Purpose um auf den Kern zu kommen, muss sehr authentisch sein, muss von innen kommen und muss dann ernsthaft auch als solcher betrachtet und gelebt werden.

Ja, wir wir sitzen ja alle dem Irrtum auf, dass unser unser Vermögen auf der Aktivseite der Bilanz zu finden ist. Das ist ja Unsinn. Die findet man in der Gewinn und Verlustrechnung unter Personalkosten. Mhm. Ja. Also unser größtes Vermögen geht geht geht nachmittags um 5 Uhr und wir hoffen, dass es morgens um 8 Uhr wiederkommt und äh da müssen wir uns doch drum kümmern und ich glaube, dass das ganz viele Unternehmen gerade auch sehr intensiv spüren. Äh da das ist auch gerade diese Zeit, in der junge Menschen sich einfach überlegen können, für wen sie arbeiten wollen. Mhm. Und deshalb haben wir auch gesagt, wir haben ja nicht gesagt, wir machen Arbeit billiger oder wir haben ja nicht gesagt, wir machen Arbeit effizienter. Es kann auch sein, dass das so ist, aber in erster Linie steht der Menschenmittelpunkt, wir wollen Arbeit lebenswerter machen. Mhm. Und das ist halt auch Teil unserer Überzeugung, Teil eurer DNA könnte man. So ist das. Genau. Genau. Genau.

Jetzt habe ich dir ganz viele Fragen gestellt, Benedikt und schau mal meine Kollegin Lena Henning an, weil ich mir vorstellen könnte, dass wir auch ganz viele Zuschauer Fragen bekommen haben. Lena, wie schaut's aus? Spitzenfragen. Genau, die Spitzenfragen. Ja, liebe Zuschauerinnen und Zuschauer zu Hause, es ist Zeit für Ihre Fragen. Ich habe gerade schon gesehen, es gibt einige, die im Chat hereingekommen sind. Wenn Sie darüber hinaus noch Fragen haben, dann lassen Sie uns die gerne da. Wir haben jetzt noch ein wenig Zeit, dafür diese Live zu beantworten. Ich schaue direkt mal rein und zwar Thema Genossenschaft.

Als Genossenschaft haben Sie viele Mitglieder, andere Unternehmen haben viele Handels oder Vertriebspartner. Wie bekommen Sie den Purp auf die Mitglieder übertragen? Es darf keine Diskrepanz geben zwischen dem Purpose einer Genossenschaft und dem Geschäftszweck eines einer Mitgliedsfirma. Wenn es diese Diskrepanz gibt, wenn das nichts miteinander zu tun hat, wenn das in irgendeiner Art und Weise auseinanderläuft, ähm wird das scheitern, hat das keinen Sinn. Das liegt an der Kunden und Gesellschaftidentität. Ja, unsere Kunden sind ja gleichzeitig sind ja auch gleichzeitig die Innerhaber des Unternehmens. Ähm deshalb habe ich eingangs gesagt, unsere äh Mitglieder beschäftigen sich alle mit der Welt der Arbeit. Jetzt macht der eine baut ein WLAN, der andere liefert Bürobedarf und wieder ein Dritter richtet richtet ganze Büros ein, aber mit der Welt der Arbeit beschäftigen sich alle und darum war es auch kein Zufall, dass wir jetzt genau diesen Purpus so gewählt haben. Aber da muss man schon auf eine sehr hohe Deckungsichte achten, sonst sonst geht das äh sonst geht das schief. Man sieht das ja schon mal, wenn dann vermeintliche Purpse formuliert sind und man fragt sich, was soll das für ein Unternehmen sein? Das passt überhaupt gar nicht. Ja und ja, es wä auch nicht auftragsgemäß. Also mein Auftrag ist n mal um die Mitglieder zu kümmern und deshalb kann man ja nicht, ich kann ja nicht auf einmal anfangen mit Schweinehälften zu. Ja, da muss man schon gucken, dass das dass das passt. Ja, genau.

Dann gehe ich mal weiter in den Fragen. Danke schon mal für die Antwort. Thema Purpose. Oh, Wunder. Wie entwickeln Sie mit Unternehmen denn einen Purpose? Sind alle Mitarbeitenden involviert? Ich glaube, die Frage mich. Also Purpose ist schon etwas, wo man viele Menschen beteiligt, wo man aber nicht alles partizipativ macht. Ich will das mal so umfassen beschreiben. Je nach Kontext, wenn wir eine Unternehmerfamilie beispielsweise haben oder wenn wir unterschontext haben, dann dann ist es schon etwas, was durchaus erstmal normativ miteinander entwickelt wird. Was wir im Vorfeld tun ist, wir fragen natürlich viel. Ben Erdmann hat es eben gesagt, wir wir wir versuchen in den Gehirnwindungen spazieren zu gehen. Wir sprechen mit vielen Leuten, wir versuchen herauszukitzeln, was ist denn das das ähm was so offensichtlich ist, also wo ist der Baum in dem ganzen Wald? Und äh äh das passiert in Gespräch mit den Mitarbeitenden, die Entwicklung selber, dann das ähm Formulieren, das Narrativ gestalten, die Geschichte, das entsteht in der Regel mit dann also mit uns und in Verbindung dann eben mit dem Vorstand, die Geschäftsführung oder und der Gesellschafter Familie. Und dann haben wir ein, sag mal, ein den Purpose formuliert. Wir haben das Narrativ, die Geschichte, die Story drumrum, dann wird es kommuniziert, in die Organisation getragen und dann gemeinschaftlich zum Leben geweckt und das ist der Moment, wo wirklich dann alle Mitarbeitenden einbezogen werden sollten.

Danke lieber Tom. Ich denke, das war eine tolle Antwort auf die Frage von gerade. Ich gehe mal weiter. Ich denke, das geht eher an Sie, Herr Dr. Erdmann. Und wundern Sie sich nicht, dass ich die ganze Zeit geradeaus einfach nur in diese Kamera schaut. Ich w mich aber gar nicht. Alles gut. Ich wurde so instruiert nach vorne zu schauen, deswegen ich nehme sie wahr. Sie haben nun bei Sönikin einen Purpose. Gilt er denn nun für alle Ewigkeit oder kann der auch noch mal verändert werden? Ja, was ist schon für alle Ewigkeit? Ja, also nichts ist nichts ist für alle Ewigkeit. Ich glaube nur ähm ich glaube nur man sollte darauf achten, dass das keine Mode ist. Also, man wechselt jetzt nicht den Purp, wie man von der Wintergarderobe zur Sommergarderobe wechselt. Ja, also das das das ist es nicht. Äh ich denke mal ähm dass das habe ich mir zumindest so vorgenommen, so dass nach 5 Jahren sollte man noch mal drauf gucken, äh ob das ob das alles noch so richtig ist. Äh, idealerweise hält das aber schon so 10 Jahre. Das muss man mal sehen. Ja, die die Welt verändert sich ja auch und das muss man immer sehen, wie dynamisch die sich verändert. Aber so ein 5 bis 10 Jahre Zeitraum meine ich, den sollte man schon ins Auge fassen dabei.

Ja, und wenn ich da ergänzen darf, wir wir haben wir reden ja hier auch von dem Nordstern, nicht? Also das soll ein Orientierungspunkt sein, der Bestand hat und das ist nicht etwas, wo sagt, das machen wir mal nächstes Jahr noch mal neu, sondern man muss ihn auch erstmal ja zum Leben erwecken. Man muss sich darin orientieren können und dann gebe ich dir recht, dann muss man vielleicht irgendwann nach Jahren, 5 Jahre, 10 Jahre mal drüber reflektieren, ob das eigentlich noch in die Zeit passt. Ja, und man muss natürlich auch dabei bedenken, dass das alles natürlich nur dann sinnvoll ist, wenn es uns gelingt, auch Verhalten zu verändern. Absolut. Ja. Und und eine Verhaltensänderung dauert ja naturgemäß Jahre. Also jeder, der mal versucht hat äh weniger Alkohol in der Woche zu trinken, der weiß, dass das lange dauert, bis man sich daran gewöhnt hat, weniger zu trinken. Und äh das ist glaube ich vollkommen normal. Das dauert halt lange, bis sich Verhalten verändert und das ist bei Unternehmen auch so. Und wenn man dann nach zwei oder drei Jahren schon die nächste Sau durchs Dorf jagt, dann war das vergebene Liebesm. Das kann sein. Das ist wie mit Kulturveränderung. Das dauert eben. Genau, dauert. Ja, super.

Dann ja, lieben vielen lieben Dank Herr Dr. Erdmann und vielen lieben Dank Tom. Ich würde damit an dich zurückgeben Tom. Gerne von den Schzenfragen. Ja, vielen Dank Lena Benedikt, wir sind am Ende der Zeit. Es war ein ganzes Gespräch. Schade, wir hätten hier noch noch weiter f das können wir gleich auch noch machen. Wir werden nur jetzt gleich die Kameras ausschalten. Ich hoffe, es hat Ihnen gefallen. Das war unser vorerst letztes Spitzengespräch von dreien, die wir jetzt durchgeführt haben. Wir machen jetzt eine quasi eine Sommerpause und werden dann äh im Herbst mit den weiteren Spitzengesprächen weitermachen. Hoffe, es hat Ihnen gefallen und freue mich, wenn wir uns dann bald schon in welcher Konstellation auch immer wiedersehen. Schönen Abend. Vielen Dank.