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04.10.2018 – Lesezeit: 3 Minuten

Technologie / Marketing, Vertrieb und Service

IFA Berlin: Wie klug ist ein Kabel?

LEONiQ bringt Intelligenz in Energie- und Datenströme. Damit hat Leoni, ein globaler Anbieter von Produkten, Lösungen und Dienstleistungen für intelligente Energie- und Datenübertragung aus Nürnberg, als einer der ersten Partner für Microsoft Azure Sphere schon im April für Aufmerksamkeit gesorgt. Mittelstand Heute hat das Unternehmen auf der IFA 2018 getroffen.

Kurz vor der IFA 2018 überraschte die Süddeutsche Zeitung mit der Meldung „Was fehlt sind die E-Autos, nicht die Ladestationen“.  Was aber eigentlich fehlt, ist das Vertrauen in die Reichweite und die Technologie allgemein. Die Leoni AG könnte dazu beitragen, dass sich das ändert. Denn mit LEONiQ, Schlüsseltechnologie einer neuartigen Kabelintelligenz, könnte der normalerweise oft gezähmte Ladevorgang bis zur Leistungsgrenze gesteigert und beschleunigt werden und das sicher und ohne weitere Risiken durch aktive Überwachung entlang des Ladekabels bis hin zur Batterie.

Intelligentes Kabel LeoniQ auf der IFA

Das ist nur eines der Praxisbeispiele, die Dr. Christopher Maier, Solutions Architect der Digital Solutions Group bei Leoni, der Mittelstand-Heute-Redaktion am Microsoft-Stand in Halle 13 auf der IFA in Berlin genannt hat. Denn da ging es nicht nur um Neuerungen rund um New Work und Arbeiten 4.0, sondern insbesondere auch um die neue IoT-Plattform Microsoft Azure Sphere mit Leoni als einer der Pioniere.

Intelligente Kabel

Ein Kabel ist per se nicht sonderlich schlau, möchte man meinen. Das ändert sich nun Dank LEONiQ grundlegend. LEONiQ ist eine innovative, intelligente Schlüsseltechnologie der Leoni AG, deren größter Kundenkreis die weltweite Automobil-, Nutzfahrzeug- und Zulieferindustrie ist. Die Wurzeln und der Name des Nürnberger Unternehmens gehen übrigens auf die Herstellung leonischer Waren zurück. Es handelt sich dabei um Erzeugnisse aus Drahtgeflecht nach Vorbildern aus Lyon, die seit dem 16. Jahrhundert auch in der Region Nürnberg erstmals in größeren Stil hergestellt wurden. Das nur am Rande.

LEONiQ ist nicht die erste Technologie, die Intelligenz in Energie- und Datenkabel bringt. Wie Bruno Fankhauser, Vorstand für die Division Wire & Cable Solutions bei Leoni, in einem Interview mit Markt & Technik äußerte, hatte er selbst 2007 schon die Idee gehabt, dass Kabel je nach Situation und Belastung ihre Farbe ändern könnten, ähnlich wie damals neuartige Strohhalme. Später entwickelte Varianten konnten zwar erkennen, dass es irgendwo im Kabel Temperaturprobleme gab, konnten diese aber bislang nicht punktgenau orten und waren eher analoger Natur. Alternative Technologien und zugehörige Messtechnik bzw. Hardware waren zudem bis dato meist sehr groß und kostspielig.

Klein, digital und ökonomisch

Dank LEONiQ ist man nun dazu in der Lage, nicht nur wesentlich günstiger und bis zu 100 Mal kleiner zu bauen, sondern auch mittels entsprechender Sensorik entlang des kompletten Kabels wichtige Parameter wie Temperatur, Dichte oder mechanische Belastung punktgenau zu erfassen, zu analysieren und zu übermitteln. Derzeit ist die Messelektronik in etwa so klein wie ein USB-Stick. Wie Vorstand Fankhauser sagt, sei man sehr zuversichtlich, diese künftig noch weiter miniaturisieren zu können. Entscheidend ist für ihn und die Experten im Team der Digital Solutions Group des Konzerns, dass LEONiQ Intelligenz in einem nahezu beliebigen Kabelsystem ermöglicht und das erstmals für eine Vielzahl von Anwendungen ökonomisch sinnvoll.

Ein Fall für Azure Sphere

Eine weitere Besonderheit ist auch die transparente Darstellung des Gesundheitszustands der Kabelsysteme in einer sicheren und leistungsfähigen Cloud-Umgebung. „Um LEONiQ insgesamt noch sicherer zu gestalten, durften wir als erstes Unternehmen die Datenübermittelung mittels MS Azure Sphere, Microsofts innovativer Cloud-Lösung, im Rahmen eines gemeinsamen Show-Cases präsentieren“, erklärte Maier am gemeinsamen Microsoft-Stand im Rahmen der IFA. „Bislang sind wir überaus zufrieden mit den ersten Ergebnissen und sehen hier für die weitere Zusammenarbeit noch großes Potenzial.“

IFA Microsoft Stand mit Leoni und LeoniQ

Microsoft stellte diese IoT-Plattform erst im April 2018 im Rahmen der Hannover Messe öffentlich vor, mit dabei der Leoni-Konzern am Partnerstand des Softwareriesen. MS Azure Sphere präsentiert sich als neuartige IoT-Lösung zum Aufbauen von sicheren Internetverbindungen für Geräte, die mit einem Microcontroller (MCU) mit Prozessor und Peripheriefunktionen ausgestattet sind.

LEONiQ wiederum umfasst als Schlüsseltechnologie laut Automobil Produktion drei Hauptelemente: Systemsimulation für Energie- und Datenübertragung; sensor-integrierte Verbindungslösungen für Monitoring; sowie Datenanalytik und Smart Devices, wobei Algorithmen in der Cloud relevante erfasste Daten analysieren, um wichtige Ergebnisse in einem kundenfreundlichen Dashboard anzeigen zu können.

Sie möchten mehr Neuigkeiten zu Microsoft Azure erfahren, und was die vielzitierte Blockchain damit zu tun hat. Mehr zur Schlüsseltechnologie LEONiQ lesen Sie hier.

Quellen: Evernine GmbH (alle Bilder)