31.01.2020 – Lesezeit: 2 Minuten

Human Resources / Impulse

Wettbewerbsvorteil Kantine: Mit Essen gegen den Fachkräftemangel

Gutes Essen hält Leib und Magen zusammen. Und es trägt in vielerlei Fällen zu guter bis sehr guter Laune bei. In Zeiten des Fachkräftemangels kann ein richtiges Mittagessen in der hauseigenen Kantine zum schlagenden Argument werden.

Wenn es um die Wurst bzw. ihre Wurst geht, verstehen viele Leute keinen Spaß. Das musste Autohersteller VW am eigenen Leib erfahren. Die Mitarbeiter liebten die hauseigene Currywurst mit exquisitem Ketchup-Geschmack. Dann traf aber irgendjemand die Entscheidung, den Lieferanten für das Ketchup zu wechseln, der ein anderes Rezept verwendete. Das Ergebnis: Die Currywurst schmeckte nicht mehr und es gab einen regelrechten Aufstand innerhalb der Belegschaft. Der Firmenfrieden am Standort Wolfsburg geriet in Gefahr.

Die Werksrestauranttester

Mit dem richtigen Essen kann man also gewinnen oder verlieren. Das hat den Verein Food & Health dazu bewogen, methodisch Kantinentests durchzuführen. Nun gibt es da erhebliche Unterschiede, vom Turnhallencharme der 60er-Jahre bis zu modernen Restaurants, wie Gründerin Theresa Geisel berichtet. Vom Äußeren kann man aber nicht auf die inneren Werte schließen und in manchen Turnhallen gibt es ausgezeichnete Mahlzeiten.

„Die Unternehmen stehen unter Druck, weil die Angestellten gutes Essen aus nachhaltiger Produktion erwarten. Wenn zwei Firmen eine Fachkraft anwerben wollen und in Bezug auf Gehalt und Standort Ähnliches zu bieten haben, kann die Kantine für den Bewerber entscheidend sein,“ erklärt Geisel.

Vegan, koscher & halal

In Kantinen zu kochen, ist keine leichte Aufgabe. Veganes oder vegetarisches Essen ist in Mode und Nachhaltigkeit wir immer öfter nachgefragt. Manche befolgen die Vorgabe ihrer Religion und akzeptieren nur koscher oder Halal. Andere dagegen wollen herzhaft essen und bevorzugen Schweinebraten oder die klassische Currywurst, wie bei VW. Eine erfolgreiche Kantine muss also eine breite Palette an Speisen anbieten und das fällt größeren Unternehmen leichter als kleineren.

Die Initiative Job & Fit hält fest: „Essen und Trinken sind Teil der Unternehmensphilosophie, wobei Betriebsrestaurants zentrale Kommunikationsplattformen bilden.“ Deshalb hat sie den Qualitätsstandard der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE) DGE mitentwickelt, nach dem sich Unternehmen zertifizieren lassen können. Es gibt eine Standard- und eine Premium-Zertifizierung.

Optimieren dank Digitalisierung

Längst ist auch in der Küche die Digitalisierung angekommen. „Die neuen mobilen Technologien liefern nicht nur „mehr“ Daten, sondern auch qualitativ „andere“ Daten. Die Digitalisierung bietet uns die große Chance, Interventionen zu Verhaltensänderungen gezielter auf die individuellen Bedürfnisse der Nutzer und spezifischen Ess-Situationen anzupassen“, sagt Prof. Dr. Britta Renner von der Universität Konstanz. Das Auge isst immer mit und mit der richtigen Visualisierungstechnik können Kantinen ihre Attraktivität weiter steigern.

Food & Health führt sogar einen regelrechten Wettbewerb durch. Interessenten können sich hier anmelden. Preise werden in drei Kategorien vergeben – für kleine, mittlere und große Küchen.

Employee Experience verbessern

Die Experten der All for One Group beraten Sie gerne, mit welchen Essens-Empfehlungen oder anderen psychologischen Ansätzen Sie Ihre Attraktivität für Fachkräfte sowie die sogenannte Employee Experience noch weiter steigern. Mehr zum Thema Fachkräftemangel und wie Sie den „War of Talents“ um den Nachwuchs für sich entscheiden, erfahren Sie hier.

Quelle: Titelbild pixabay, Romnshka