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18.07.2017 – Lesezeit: 3 Minuten

Prozesse / Technologie

Was ist eigentlich die Blockchain?

Mittlerweile ist die digitale Währung Bitcoin in zahlreichen Branchen bekannt, nicht zuletzt durch den Anstieg des Preises für einen Bitcoin-Token Anfang des Jahres. Aber auch der Wert von Ether, der Cryptowährung hinter Ethereum, verfünfzigfachte seinen Wert seit Januar zeitweise. Ethereum, wie auch Bitcoin und andere digitale Währungen, basieren dabei auf der Blockchain. Aber was genau ist diese Technologie, die derzeit in aller Munde ist?

So wie vor einigen Jahren der Begriff “Cloud” ein oft diskutiertes Thema war, von dem nur wenige genau wussten, was er genau bedeutet, verhält es sich momentan mit der Blockchain. Diese gilt als eine erfolgsversprechende Technologie und vor allem die Finanzbranche, aber auch traditionelle Unternehmen wie Daimler engagieren sich derzeit in der Blockchain-Forschung.

Warum das so ist, lässt sich am besten nachvollziehen, wenn man die Funktionsweise der Blockchain versteht. Die mit ihr verbundenen Cryptowährungen sind im Grunde nur die Entlohnung für das Errechnen eines Blocks. Das heißt, sie dienen lediglich dazu, zur Verfügung gestellte Rechenleistung zu belohnen. Aber wie wird ein solcher Block erstellt?

 

Und so funktioniert die Blockchain: Von der Anfrage über die Validierung bis hin zur Transaktion (Quelle: Evernine GmbH).

Was ist ein Block und wie entsteht er?

Ein Block wird generiert, indem ein Computerprozessor (CPU) oder ein Grafikprozessor (GPU) einen verschlüsselten Code so lange “bearbeitet”, bis er den passenden Schlüssel gefunden hat. Es handelt sich also um eine Art mathematisches Rätsel, nach dessen Lösung der verschlüsselte Code entschlüsselt ist. In etwa so, als stünden Sie mit einer Milliarde Schlüsseln vor einer Tür und suchten nach dem richtigen. Nur sucht ein Computer natürlich deutlich schneller.

 

Was ist Blockchain ? Dies sehen Sie hier!

 

Diese Geschwindigkeit, mit der der Computer einen Schlüssel nach dem anderen prüft, beziehungsweise die Blöcke bearbeitet, nennt man Hashrate. Dabei handelt es sich um die Rate, mit der ein Prozessor den Hash errechnet – den passenden Schlüssel oder eine Rechenoperation. Hat jemand einen Block gefunden, wird er mit einer Cryptowährung belohnt, also mit Bitcoin, Ether, Litecoin, Ripple oder einem von hunderten anderen Tokens, wie eine Einheit auch genannt wird.

Der finanzielle Wert für das Mining, also das Erarbeiten von Blöcken, ist nur ein Aspekt von Blockchains. Und einen echten Wert erhielten die Währungen auch erst, als finanzielle Institutionen begannen, die Token gegen echtes Fiatgeld wie US-Dollar und Euro einzutauschen.

Transaktionen mit Smart Contracts

Ein weitaus interessanterer Aspekt ist der errechnete Block, der nun mit einer Transaktion “gefüllt” werden kann. Diese kann eine klassische Banktransaktion sein, wenn also beispielsweise Geld von einem auf ein anderes Konto überwiesen wird. Aber auch eine Anweisung, wie: Wenn ein bestimmtes Projekt abgeliefert wird, erhält das Softwareunternehmen seine Bezahlung.

Blockchain - Eine erfolgsversprechende Technologie. (Quelle: Zapp2Photo/iStock)

Diese Anweisung kann im Grunde alles Mögliche sein, mehrere Bedingungen und Aktionen haben und wird Smart Contract genannt. Ein intelligenter Vertrag, der immer dann ausgeführt wird, wenn ein oder mehrere bestimmte Ereignisse eintreten. Wenn das passiert, wird die entsprechende Transaktion als Block an die bisher ausgeführten Blöcke angehängt. Und zwar an alle, die jemals stattgefunden haben, seit der erste Bitcoin-Block oder ein anderer Block generiert wurde.

Somit wird auch der Name Blockchain klar, denn es handelt sich um eine Kette von Blöcken, die immer weiter verlängert wird und jede Transaktion vollständig nachvollziehbar macht. Es ist also nicht möglich, Transaktionen wie Geldtransfers einfach rückgängig zu machen. Für den Fall müsste eine zweite Transaktion das Geld wieder zurück schicken. Eine Annullierung ist einer Blockchain nur möglich, wenn man die gesamte Kette und somit das gesamte System spaltet, was “Fork” genannt wird, auch bekannt aus Versionierungen von Software.

Maximales Vertrauen, wenn kein Vertrauen notwendig ist

Damit die Transaktionen auch so funktionieren wie vorgesehen, nutzen Blockchains das Zero-Trust-Prinzip. Keine Institution muss beispielsweise den Geldtransfer abwickeln und es muss keinem Mittelsmann vertraut werden. Ein Smart Contract, der als Code in einem Block der Blockchain steht, wartet im Grunde nur darauf, dass ein Ereignis eintritt, das ihn aktiviert und führt die Anweisung dann so aus, wie vorgesehen.

Jeder mit Zugriff auf die Blockchain kann sehen, was der Smart Contract machen wird und jede Transaktion nach Ausführung prüfen. Somit wird Betrug oder die Manipulation bei der Ausführung unmöglich. Denn jeder Teilnehmer in der Blockchain hat diese auf seinem Computer und aktualisiert diese auch ständig mit erfolgten Transaktionen. Somit verifizieren sich sämtliche Teilnehmer ständig gegenseitig und es muss keiner einzigen Quelle mehr vertraut werden. Weder einer wirtschaftlichen Institution, noch einer staatlichen Stelle.

Die Blockchain ist also deshalb so vorteilhaft, da sie absolute Transparenz erzeugt, schnell funktioniert und die Rechenleistung auf die Teilnehmer der Blockchain verteilt ist. Und sie sorgt im Endeffekt für Kosteneinsparungen, wie beispielsweise Ripple zeigt, eine Blockchain, die von zahlreichen Banken und Versicherungen genutzt wird. Aber auch in anderen Branchen werden Blockchain-Technologien an Bedeutung gewinnen. Einige sprechen von der größten Revolution seit Erfindung des Computers, zumindest aber seit des Internets.

Quelle Titelbild: from2015 / iStock