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01.02.2019 – Lesezeit: 3 Minuten

Human Resources / Impulse

War for Talents: Kampf gegen den Fachkräftemangel

Das Konzept New Work eröffnet Arbeitnehmern mehr Freiheiten und Handlungsmöglichkeiten. Das macht den Arbeitsplatz attraktiver und hilft Unternehmen im globalen „War for Talents“. Die Unternehmensberatung McKinsey prägt den Begriff Ende der 90er-Jahre und beschreibt damit sehr eindrücklich die Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt.

Wer sich in Zeiten des Fachkräftemangels im sogenannten „War for Talents“ die besten Talente sichern will, muss sein Unternehmen attraktiv machen. Insbesondere für mittelständische Unternehmen ist der „War for Talents“ ein Thema, denn es ist mittlerweile nicht unüblich, dass Standorte grenzübergreifend miteinander vernetzt sind. Da sitzen beispielsweise Entwickler in Ungarn und unterstützen die Marketingkollegen am Hauptstandort in Deutschland. Hierzulande gilt die Überalterung der Gesellschaft und damit der Arbeitnehmer ein größeres Thema als in anderen Ländern, wie diese Grafik zeigt. Es lohnt sich also, über die deutschen Landesgrenzen zu blicken. Umgekehrt zieht es viele deutsche Arbeitnehmer ins Ausland, so dass sich Arbeitgeber auch im Wettbewerb um Talente der internationalen Konkurrenz stellen müssen.

Die umworbenen Talente legen viel mehr Wert auf flexibles Arbeiten und Work-Life-Balance. Ein Mittel, um die Attraktivität der eigenen Firma zu erhöhen, ist das Konzept des New Work. Dieses wurde vom österreichischen Sozialphilosophen Frithjof Bergmann schon vor einigen Jahrzehnten entwickelt und ist im Zeitalter der Digitalisierung aktueller denn je. Es geht dabei um die Themen Selbstständigkeit, Freiheit und Gemeinschaft.

Für die Diplom-Psychologin und HR-Expertin Judith Klups steht New Work für einen fundamentalen Wandel der gesamten Arbeitswelt. Chefs müssten sich fragen, welche Art von Arbeit sie ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Zukunft ermöglichen möchten. Klups ist Mitgründerin der Strategieberatungs-Agentur Zukunftsagenten, einem Start-up, das „Arbeiten 4.0“ in seiner Komplexität beleuchtet und die Workforce von morgen lebt. „Einer der Vorteile durch Digitalisierung besteht darin, durch die Automatisierung von Aufgaben anderen Tasks wie Austausch und Kommunikation wieder einen höheren Stellenwert geben zu können“, so Klups.

Cloud als Teil von New Work

Die Möglichkeit zu Homeoffice und flexibler Arbeitsgestaltung sind nur Teilaspekte des Konzeptes New Work. Wichtig sind auch die richtigen Werkzeuge, also Collaboration Tools für die Cloud, die Teams an verschiedenen Orten miteinander verbinden. Einige Unternehmen haben bereits Shared Desks eingeführt: Dies bedeutet, dass das Unternehmen weniger Tische als Mitarbeiter hat. Mehrere Angestellte müssen und können sich also einen Tisch teilen, weil einige beispielsweise immer unterwegs beim Kunden sind.

Das funktioniert in verschiedenen Situationen unterschiedlich gut. Für Außendienstmitarbeiter ist das alles nichts Neues, denn sie waren schon immer hauptsächlich unterwegs. Traditionelle Büromitarbeiter müssen sich allerdings umstellen. Es gibt durchaus Widerstände, die häufig von älteren Angestellten kommen, die teilweise in ihren (Arbeits-)Gewohnheiten festgefahren sind.

Neue Ansprüche an Arbeit

Die junge Generation geht mit einer ganz anderen Anspruchshaltung an die Arbeitswelt heran. Für sie ist New Work keine Zukunftsvision, sondern eine Selbstverständlichkeit. Viele jüngere Fachkräfte lassen Arbeitgeber links liegen, die sie in starre Strukturen zwängen wollen. Interdisziplinäre Teams treten in New Work an die Stelle traditioneller Abteilungen. Hierarchie ist nicht mehr gefragt, sondern informelle Zusammenarbeit bestimmt künftig das Bild. Der Trend geht also weg von der Präsenzkultur und hin zu digital unterstützter Flexibilität, die Innovationen befördern soll. Ziel ist es, das sogenannte „Employer Branding“ zu verbessern.

Frithjof Bergmann selbst findet es „banal, dass New Work besser für den Betrieb ist als Arbeit unter Zwang, bei der irgendein Vorgesetzter den Mitarbeitern Dinge vorschreibt.“ Damit New Work funktionieren kann, müssen vor allem Vorgesetzte mit ganzem Herzen dahinterstehen. Sie sollten sich ein Stück von ihrer althergebrachten Befehlsgewalt lösen und innerlich bereit sein, mit ihren Mitarbeitern über Ziele und Prozesse zu sprechen. Im Dialog mit Angestellten sollte die Mission des Unternehmens herausgearbeitet und verständlich erklärt werden, um den „Krieg um Talente“ für sich zu gewinnen.

Wie das IT-Beratungshaus All for One Steeb neue Strategien im War of Talents erarbeitet, erfahren Sie in diesem Experten-Interview.

Quellen: Titelbild pixabay, nastya_gepp