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09.10.2019 – Lesezeit: 2 Minuten

Prozesse / Geschäftsführung

Vom Newcomer zum erfolgreichen Mittelständler

Start-ups gibt es heute wie Sand am Meer. Viele sind auch sehr schnell erfolgreich, aber nur wenige schaffen den Aufstieg in den Mittelstand – schon gar nicht so schnell wie Aroundhome und Flyeralarm. So haben es beide Unternehmen geschafft, sich langfristig im deutschen Mittelstand einen Namen zu machen.

Bereits vor mehr 17 Jahren ging Flyeralarm an den Start und hat damit den europäischen Druck-Markt auf den Kopf gestellt. Dabei hatte der Gründer Thorsten Fischer gar keine Schimmer davon, wie eine Druckerei funktioniert. „Ich hatte null Ahnung von dem Geschäft, null Maschinen und null Ahnung, wie die Dinger überhaupt funktionieren“, so Fischer.

Im Vergleich zu den Platzhirschen unter den Druckereien brach Flyeralarm mit den Konventionen. Eines der Geheimrezepte von damals: Das Unternehmen kannte kein „Nein“. Was auch immer bedruckt werden soll, wird bedruckt. Von klassischen Flyern und Magazinen bis hin zu Fußballtrikots und Schlitten kann bei Flyeralarm eine Vielzahl von Gegenständen bedruckt werden. Und das mit Erfolg: Während die Branche allgemein schrumpft, wächst das Unternehmen seit bald 20 Jahren unaufhaltbar.

In 10 Jahren zum Milliardenkonzern

Berlin gilt als Mekka der Start-up-Szene. Viele der Neugründungen mit innovativen Ideen, so definieren sich Start-ups, sind aber nur ein kurzes Aufflackern, bevor sie wieder verglühen. Viele sind aber auch vom eigenen Erfolg überrascht und müssen plötzlich unternehmerisch denken und handeln.

Ein Berliner Start-up, das wirklich Erfolgsgeschichte geschrieben hat und es in nur zehn Jahren zu einem Milliardenkonzern mit 500 Mitarbeitern, 12.000 registrierten Partnern und 1,8 Millionen Kunden gebracht hat, ist Aroundhome. Heute ist es nach eigenen Aussagen Deutschlands größter Vermittler für Produkte und Dienstleistungen rund ums Haus.

Das verdankt das bis 2018 noch unter dem Namen KäuferPortal firmierende Unternehmen natürlich auch starken Investments. So sind 2016 ProSiebenSat.1 und General Atlantic eingestiegen, aber das war acht Jahre, nachdem Robin Behlau und Mario Kohle kurz vor der Finanzkrise mit gerade mal 23 das KäuferPortal ins Leben gerufen haben. Die Idee war, Online- und Fachfirmen zusammenzubringen. Dafür gab es ein Jahr später schon den Bitkom-Innovationspreis, heute ist es ein Hidden Champion der Branche.

IT als Umbau-Meister

Derzeit baut Aroundhome die IT massiv um. Dafür hat es das Unternehmen 2018 Steffen Heilmann als CTO an Bord geholt. Wie der neue Technologiechef erklärt, stützt sich der Erfolg von Aroundhome und Start-ups allgemein nicht zuletzt auf die Einführung von definierten Prozessen und der vollständigen IT- oder besser Technologie-Integration im Unternehmen. Dabei gehe es nicht nur um die fachliche Umsetzung von Anforderungen, sondern müsse die Technologieorganisation mit den einzelnen Fachbereichen auch Hypothesen aufstellen und diese in kurzen iterierenden (sich wiederholenden) Zyklen austesten.

Agiles Management und innovative IT als Treiber

Befragt, welche drei Tipps er Start-ups mitgeben möchte, nannte er als erstes die Einführung agiler Methoden, angefangen vom Management bis in alle Bereiche der Organisation. Ferner hält Heilmann es für unabdingbar, regelmäßig die Rollen der Führungskräfte zu überdenken und gegebenenfalls anzupassen. Bei kleineren Organisationen müssten die Führungskräfte auch noch mehr mitarbeiten, bei größeren mehr und mehr an der Organisation arbeiten. Drittens empfiehlt Heilmann, die IT-Kapazitäten darauf zu konzentrieren, technische Schuld zu reduzieren und innovative Themen voranzutreiben. „Das erhöht zum einen die Zufriedenheit innerhalb der Mannschaft, sorgt aber auch gleichzeitig dafür, dass Wachstum besser abgedeckt werden kann“, so Heilmann.

Wie auch Sie agile Methoden in Ihr Unternehmen einführen, erfahren Sie in diesem Artikel.

Quelle: Titelbild iStock, PeopleImages