17.06.2020 – Lesezeit: 2 Minuten

Prozesse / Marketing, Vertrieb und Service

Use Case: Wie Digitalisierung hilft, Ressourcen effizient einzusetzen

Die Komage Gellner Maschinenfabrik ist derzeit dabei, ein ERP-System einzuführen. Ziel des Familienunternehmens aus Kell am See ist es, Mitarbeiter zu entlasten. Durch optimierte Prozesse entstehen freie Kapazitäten, und so widmen sich Mitarbeiter nun anderen Aufgaben.

Die Komage Gellner Maschinenfabrik KG gilt als Nischenmarktführer und traditionsreiches Familienunternehmen, das seit mehr als 100 Jahren Pulverpressen herstellt. Der Betrieb presst Pulvermetalle oder Keramik für den späteren Einsatz in Automobilteilen oder Zahnersatz. Komage-Kunden sind weltweit in unterschiedlichen Branchen angesiedelt, und die Maschinen werden individuell an deren Bedürfnisse angepasst – Losgröße 1 statt Massenware. Nun richtet sich das Unternehmen digital für weitere 100 Jahre aus.

Mit ERP in die Zukunft

„Wir möchten durch das ERP unsere Abläufe effizienter gestalten und das Wissen im Unternehmen sichern“, so Margit Gellner-May, Geschäftsführerin von Komage. „Ein großer Vorteil eines solchen Systems ist vor allem die bessere Übersicht über den aktuellen Stand der Aufträge, was wiederum die Mitarbeiter im Alltag entlastet. Um den Stellenwert dieses Digitalisierungsprojekts zu verdeutlichen, haben wir sogar eine eigene Stelle dafür geschaffen und Maximilian Lehnen als Projektleiter eingestellt.“ Mit der Einführung eines ERP-Systems digitalisiert das Unternehmen nun die Schnittstellen zwischen Fertigung und Verwaltung. Unterstützung erhält Komage vom Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Kaiserslautern, das die Einführung über einen Zeitraum von rund sechs Monaten begleitet.

Einzelfertigung als Herausforderung

Komage hat es geschafft, die historisch entstandenen Insellösungen abzuschaffen und ihre Prozesse sowie Programme digital zu verknüpfen. „Die Herausforderung für uns bestand darin, ein ERP-System zu finden, das eine Einzelfertigung – wie sie bei unseren individuellen Pressen vorliegt – optimal abbildet und uns gleichzeitig nicht in unserer Flexibilität einschränkt“, so Projektleiter Maximilian Lehnen. Durch das ERP-System wurden Schnittstellen zwischen Konstruktion, Arbeitsvorbereitung und Produktion miteinander vernetzt. So ist Komage dem langfristigen Ziel ein wesentliches Stück nähergekommen, „papierlos zu werden – in Produktion und Verwaltung“.

Vom Retrofitting zur Energiespar-Presse

Die Komage Gellner Maschinenfabrik stellt drei Arten von Pulverpressen her: mechanische, hydraulische und elektrische. „Die rein mechanischen Pressen stellen wir schon am längsten her. Sie bieten uns einen großen Markt: das sogenannte Retrofitting. Ältere Pressen werden anhand der Kundenwünsche nachgerüstet und modernisiert“, so Jörg Lindemans, Prokurist und Betriebsleiter von Komage. „Der flexibelste und gleichzeitig wichtigste Bereich für uns sind jedoch die hydraulischen Pressen.“

Energieeffizienz ist ein ebenso wichtiges Kriterium beim Verkauf und der Entwicklung von Pulverpressen, denn Kunden möchten so wenig Energie wie möglich durch die Maschinen verbrauchen. Das neue ERP-System ist ein zusätzlicher wichtiger Schritt in diese Richtung. Wie eine App zur Effizienz in der Fertigung beiträgt, erfahren Sie in dieser Success Story über PS Automation aus Bad Dürkheim.

Quelle: Titelbild Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Kaiserslautern, A. Sell