14.09.2020 – Lesezeit: 2 Minuten

Prozesse / Geschäftsführung

Use Case: Papierlose Auftragsabwicklung in der Textilveredelung

Während Fertigungsaufträge bislang analog in Papierform übermittelt wurden, hat die WICO Textilbeschichtung und -kaschierung GmbH aus Pirmasens nun ein digitales System eingeführt. Dadurch wird die Auftragsabwicklung papierloser und nachhaltiger.

Noch gehört es in vielen Unternehmen zum Alltag, dass Mitarbeiter/innen bspw. in der Fertigungshalle einen Papierzettel mit bestimmten Auftragsinformationen suchen. WICO geht nun einen großen Schritt in Richtung Digitalisierung und führt eine entsprechende Schnittstelle ein. Auf Displays an den jeweiligen Produktionsmaschinen sehen Mitarbeiter/innen aktuelle Auftragsdaten ein: So entsteht eine digitale und nachhaltige Vernetzung zwischen Büro und Produktion. Änderungen sowie der aktuelle Stand von Aufträgen werden direkt ins System eingegeben. Damit stehen sie sowohl den Produktions- als auch Bürokolleg/innen unmittelbar zur Verfügung – ohne dass jemand lästige Zettel suchen muss.

„Transparente Auftragsabwicklung“

„Das Projekt bringt uns gleich mehrere Verbesserungen“, verrät Marcel Kettering, Geschäftsführer von WICO (unten links im Bild). „Zum einen werden unsere Prozesse rund um die Auftragsabwicklung transparenter, weil wir nachvollziehen können, wie lange ein bestimmter Prozess gedauert hat. Und in Zeiten des Fachkräftemangels sind wir sehr froh, wenn wir die Mitarbeiter mithilfe von digitalen Tools unterstützen und so unsere Effizienz steigern.“

WICO-Geschäftsführer Marcel Kettering (links) und Verfahrenstechniker Florian Borne

Über WICO

Die WICO Textilbeschichtung und -kaschierung GmbH mit Sitz in Pirmasens ist ein Spezialunternehmen für Lohnveredelung in den Bereichen Textilbeschichtung und -kaschierung. Darunter versteht man das Beschichten und Kaschieren von textilen Stoffen. Beim Kaschieren werden mehrere Lagen von Materialien miteinander verklebt. Das 1991 gegründete Unternehmen mit ca. 25 Mitarbeitern setzt auf eine kontinuierliche, marktorientierte und nachhaltige Geschäftsentwicklung. Die Unternehmenskunden kommen vorwiegend aus der Textil-, Schuh-, Leder- oder Ölfilterindustrie. Zur Modernisierung des Betriebs gehören auch die Erweiterung und Digitalisierung der Anlagentechnik.

„Richten Weg eingeschlagen“

„Auch kleine und mittlere Unternehmen sollten die Digitalisierung ernst nehmen. Wie zahlreiche Praxisbeispiele zeigen, können digitalisierte Geschäftsprozesse den entscheidenden Vorteil auf dem Markt bedeuten. WICO hat hier also genau den richtigen Weg eingeschlagen“, so Max Birtel, Projektkoordinator vom Mittelstand-4.0-Kompetenzzentrum in Kaiserslautern, das WICO bei der Digitalisierung unterstützt.

In der Projektbegleitung wurden zunächst Prozesse analysiert und Optimierungsmöglichkeiten herausgearbeitet. Anstelle eines analogen Zettels soll jeder Arbeitsschritt im digitalen System erfasst werden. Anpassungen der Software gehören dabei genauso dazu wie die passende Hardware in der Fertigung. Nach dem Test an einer Beschichtungsmaschine wird die Vernetzung nun auf alle Fertigungsmaschinen ausgeweitet. Künftig schließen sich noch mehr Schritte aus der Auftragsabwicklung dem Digitalisierungsprozess an. Vorbereitungsschritte wie das Bestücken der Maschinen mit Material oder das Erfassen der Kundenbedarfe sowie Verpacken und Versand sollen optimiert werden. Zettel werden in Zukunft eine Sache der Vergangenheit sein, ist Geschäftsführer Kettering überzeugt.

Quelle: Titelbild und Artikelbilder Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Kaiserslautern, A. Sell