Unternehmen und Angestellte nutzen nicht das volle Potenzial vom Homeoffice

19.05.2021 – Lesezeit: 2 Minuten

Impulse / Technologie

Unternehmen und Angestellte nutzen nicht das volle Potenzial vom Homeoffice

Wo es möglich ist, müssen Unternehmen ihren Mitarbeitern wegen Corona zwar seit Januar 2021 Homeoffice anbieten, aber die Firmen und ihre Beschäftigten schöpfen das Potenzial noch lange nicht aus, zeigt eine neue Studie des ifo Instituts.

Als Teil der Corona-Schutzmaßnahmen und als wichtigen Baustein zur Bekämpfung der Pandemie hat die deutsche Bundesregierung den Unternehmen und ihren Mitarbeitern Homeoffice verordnet. Genauer gilt das natürlich nur für Betriebe oder Geschäftsbereiche, in denen das möglich ist. Nun möchte man meinen, dass große Industrieunternehmen sich damit besonders schwertun. Aber wie eine aktuelle Studie des ifo Instituts zeigt, arbeitet in der Industrie fast ein Drittel der Beschäftigten im Homeoffice, während es in kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) nur knapp ein Viertel ist.

30 gegenüber 56 Prozent

Insgesamt liegt das Potenzial für Homeoffice in Deutschland bei 56 Prozent, rechnet ifo-Forscher Jean-Victor Alipour vor, allerdings würde dieses von den Unternehmen und ihren Mitarbeitern noch viel zu wenig ausgeschöpft. „Die im Januar beschlossene Pflicht der Firmen zum Homeoffice, um die Corona-Ansteckungen zu verringern, ist deshalb bislang zum Teil verpufft“, so der Co-Autor der ifo-Studie laut Pressemeldung des Münchener Instituts. Tatsächlich haben im Februar 2021 nur 30 Prozent der Beschäftigten im Homeoffice gearbeitet.

Wie Alipour kritisiert, gibt es in Deutschland für Arbeitnehmer lediglich eine freiwillige Verpflichtung zu Homeoffice, während es in Frankreich und Belgien im Winter für beide Seite, wo möglich, verpflichtend ist. Selbst im Februar haben nur 81 Prozent der Unternehmen im Homeoffice arbeiten lassen. In vielen Business Units oder Abteilungen dürfte der Anteil deutlich darunter gelegen haben.

Anreize könnten Akzeptanz steigern

Das ifo Institut schlägt vor, die Arbeit von zuhause für beide Seiten attraktiver zu machen. Eine Möglichkeit wären Belegungsobergrenzen für Büros, welche die „Office“-Arbeitsplätze teurer machen würden, eine andere eine stärkere steuerliche Vergünstigung für potenzielle „Heimarbeiter“. Die fünf Euro pro Tag und höchsten 600 Euro jährlich, wie sie jetzt steuerlich geltend gemacht werden können, sieht Alipour als Entlastung bei den Kosten, nicht aber als echten Anreiz.

Wie Industry of Things eine Studie der Universität Mannheim zitiert, senkt schon 1 Prozent mehr Homeoffice die Corona-Inzidenz um 4,5 bis 8 Prozent.

Der Dienstleistungssektor verzeichnet laut ifo Institut den höchsten Anteil von Beschäftigten im Homeoffice. Da sind es 40 Prozent, im Großhandel 24 Prozent, in der Industrie knapp 22 Prozent, im Baugewerbe und im Einzelhandel jeweils etwa 10 Prozent.

Übrigens: Wie Homeoffice in Corona-Zeiten gut und produktiv genutzt werden kann, erklärt Tea Meiner, Beraterin für New Work bei der Allfoye Managementberatung in einem auf HR Heute veröffentlichten Podcast.

 

Quelle: istockphoto, Morsa Images, Stock-Fotografie-ID:491880133