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07.12.2018 – Lesezeit: 3 Minuten

Human Resources / Impulse

Studie: Deutsche Unternehmen setzen auf digitale Weiterbildung

Unternehmen in Deutschland stehen unter einem massiven Digitalisierungsdruck. Die Mehrheit von ihnen will nun auch Mitarbeiter miteinbeziehen, zeigt eine Bitkom-Studie. An Angebot und Nachfrage mangelt es nicht, aber viele Maßnahmen sind noch nicht bedarfsgerecht genug.

Die Konkurrenz schläft nicht. Das haben mittlerweile fast alle deutschen Unternehmen erkannt und verstärken daher die Maßnahmen in Sachen Digitalisierung. Allein der viel beklagte Fachkräftemangel bremst sie aus. Daher müssen sie etwas tun, ihre Mitarbeiter digital auszubilden statt darauf zu warten, dass der geeignete Kandidat vom Himmel fällt. Besonders in ländlichen Regionen, wo viele mittelständische Industriebetriebe angesiedelt sind, setzt sich diese Erkenntnis immer mehr durch.

Mehrheit bietet Weiterbildungen an

Immerhin knapp zwei Drittel der deutschen Unternehmen bieten ihren Beschäftigten mittlerweile Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen mit Blick auf die Digitalisierung an. Das zeigt eine aktuelle Studie im Auftrag des ITK-Branchenverbands Bitkom und des TÜV-Verbands VdTÜV. Zwei Jahre vorher lag der Anteil mit 36 Prozent noch deutlich darunter. Allerdings war damals vielen Unternehmen wohl noch gar nicht bewusst, unter welchem Digitalisierungsdruck sie stehen.

Grafik: So stehen Unternehmen zu digitaler Weiterbildung

Zurück zur Studie: Demnach stehen Mitarbeitern für jede Art Weiterbildung durchschnittlich 2,3 Arbeitstage und 709 Euro im Jahr zur Verfügung. Ein externer Anbieter würde pro Seminartag zwischen 450 und 500 Euro kosten. 99 Prozent der Unternehmen stimmen zwar der Erkenntnis zu, dass Digitalisierung lebenslanges Lernen voraussetzt, aber 57 Prozent der Befragten haben noch überhaupt keine Strategie für die Vermittlung digitaler Kompetenzen. „Wir haben kein Erkenntnisproblem, es geht um die Umsetzung“, kommentiert Bitkom-Präsident Achim Berg das Dilemma.

Die Macher der Studie empfehlen digitale Lerninhalte für die Weiterbildung, aber nur 32 Prozent der Unternehmen nutzen sie. Knapp die Hälfte setzt auf Seminare im eigenen Haus, 24 Prozent auf Online-Seminarangebote.

TÜV Süd mit reichhaltigem Angebot

Keine der genannten Maßnahmen ist geeignet, alle Mitarbeiter gleichermaßen auf den digitalen Zug zu holen, daher wird ein gesunder Mix empfohlen. Die Akademie von TÜV Süd bietet beispielsweise auf Deutsch und Englisch Schulungen und Materialien zu verschiedenen Themen wie Informationssicherheit und Datenschutz, Change-Management, Industrie 4.0 und Technische Leitung an. Die Standorte sind dabei nicht nur auf Süddeutschland begrenzt, sondern reichen bis Bremen und Hamburg. Diese und andere Weiterbildungsmöglichkeiten in Sachen Digitalisierung erhalten Sie in unserer Übersicht:

Digitalisierung beginnt im am Kopf

Digitalisierung setzt Change Management voraus, weiß die Düsseldorfer Allfoye Managementberatung GmbH, die sich zur Aufgabe macht, Unternehmen bei der Digitalisierung und dem nötigen Transformationsmanagement zu unterstützen. Die Methodik setzt vor allem bei Führungskräften an und schlägt sich in entsprechenden Seminaren und Workshops nieder. Allfoye-CEO Dr. Thomas M. Fischer betont: „Die Digitalisierung muss bei den führenden Köpfen anfangen. Wenn sie nicht überzeugt davon sind, werden sie auch die Mitarbeiter nicht mitziehen und wenig Bereitschaft zeigen, in Fort- und Weiterbildung ihrer Mitarbeiter zu investieren. Diese ist aber nötig, denn die Zukunft deutscher Unternehmen liegt in der Digitalisierung und darin, in neuen Feldern wie Künstliche Intelligenz einen internationalen Spitzenplatz einzunehmen.“ Er ergänzt: „Deutschland, das Land der Dichter und Denker, muss seine Leute gut ausbilden, damit wir auch in Zukunft zu den Vordenkern gehören.“

Wie es um die Digitalisierung im deutschen Mittelstand steht und welche Branchen besonders nachziehen sollten, erfahren Sie in diesem Artikel.

Quellen: Titelbild unsplash, rawpixel / Grafik Evernine GmbH