Eine Datenbrille ermöglicht die digitale Unterstützung in der Fertigung

03.01.2019 – Lesezeit: 2 Minuten

Technologie / Produktion und Logistik

Auch Startups benötigen Unterstützung bei der Digitalisierung

Im ersten Moment klingt es seltsam, dass ein Startup Hilfe bei der Digitalisierung benötigt. Startups stehen allerdings vor den gleichen Herausforderungen wie mittelständische oder große Unternehmen. So meisterte die MiniTec Smart Solutions aus dem rheinland-pfälzischen Schönenberg-Kübelberg ihre Digitalisierung-Challenge.

„Ich bringe die Informationen, die ein Mitarbeiter in der Produktion benötigt, um seine Aufgabe zu erfüllen, auf eine möglichst einfache Art über Bildschirme oder eine Datenbrille direkt zu ihm“, erklärt Dr. Marius Orfgen, Gründer und Geschäftsführer von MiniTec Smart Solutions GmbH. Das IT-Startup – im März 2017 gegründet –, stellt mit seinem Team digitale Assistenzsysteme zur Unterstützung von Produktionsmitarbeitern her.

Dr. Marius Orfgen (links) mit seinem „smarten“ Team Markus Kaiser und Ramona BarieEin solches Assistenzsystem dient als digitale Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Fertigung eines Produktes. Anstatt einer Papieranleitung, die möglicherweise noch nicht vollständig ist, erkennt ein digitales System über Bilderkennung, welche Tätigkeit ein Produktionsmitarbeiter gerade erledigt und kann ihm aktuelle Information zur Montage zur Verfügung stellen.

Was ist ein Assistenzsystem?

Ein Assistenzsystem soll die Arbeit des Menschen erleichtern und ihn bei komplexen Tätigkeiten unterstützen – und ihn nicht ersetzen. Die Montage an sich bleibt durch die Assistenzsysteme manuell, nur erhält der Produktionsmitarbeiter eine digitale Anleitung, wie er ein spezifisches Produkt zu fertigen hat. Das ist vor allem bei einer hohen Produktvielfalt hilfreich, um sich nicht alle einzelnen Varianten eines Produkts merken zu müssen.

Über das Assistenzsystem erhält ein Mitarbeiter Unterstützung bei der Montage von ProduktenAußerdem kann das System zum Anlernen neuer Mitarbeiter verwendet werden. Die Lösung kann dazu eingesetzt werden, Mitarbeiter für bestimmte Tätigkeiten zu qualifizieren, ohne dafür die Zeit der erfahreneren Mitarbeiter in Anspruch zu nehmen. Durch das digitale System sollte ein Laie befähigt werden, ein Produkt zu fertigen.

Mobile First

Ein durchaus realistisches Szenario, auch bei mittelständischen Nicht-IT-Unternehmen, ist der Einsatz einer mobilen Datenbrille wie Microsoft HoloLens. Die digitale Lösung mit einem Assistenzsystem kann sowohl über eine Datenbrille abgespielt werden als auch am Tisch des Handarbeitsplatzes durch Projektion auf die Arbeitsplatte oder einen separaten Bildschirm integriert werden.

Eine Datenbrille ermöglicht die digitale Unterstützung in der FertigungBeide Varianten haben Vor- und Nachteile: Für jede Situation muss das Unternehmen flexibel entscheiden, welche Option besser zu seinen Prozessen passt. Die Daten sind immer dieselben – ob mobil auf der Datenbrille oder stationär am Hand-Arbeitsplatz.

Im Baukasten-Prinzip

Die gesamte Idee hinter dem Digitalisierungsprojekt bei MiniTec Smart Solutions: dynamische Anleitungen gemäß den Nutzeranforderungen ermöglichen. So wurden einzelne Software-Bausteine für die Assistenzsysteme entwickelt, die miteinander kombinierbar sind – wie ein flexibles Baukastensystem. So muss das Startup nicht mehr für jeden Kunden ein komplett neues Programm entwickeln. Als Unterstützer war das Mittelstand-4.0-Kompetenzzentrum Kaiserslautern an Bord. Ein Glücksfall für MiniTec-Projektleiterin Ramona Barie: „Ein externer Blick auf unsere internen Prozesse und digitalen Lösungen, aber dennoch mit der entsprechenden IT-Fachexpertise, hat uns sehr geholfen – auch wenn wir ein digitales IT-Startup sind.“

Wie ein digitales Pilotprojekt zu mehr Effizienz in der Produktion eines Herstellers von Antriebstechnik führt, erfahren Sie hier.

Quellen Bilder (alle): Mittelstand-4.0-Kompetenzzentrum Kaiserslautern, A. Sell