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17.01.2020 – Lesezeit: 2 Minuten

Prozesse / Marketing, Vertrieb und Service

So will die Bundesregierung unsere Digitalisierung vorantreiben

Digitalisierungswüste Deutschland? Im internationalen Vergleich liegt Deutschland bei der Digitalisierung stellenweise abgeschlagen auf den hinteren Plätzen. Diese Initiativen der Bundesregierung zur Besserung für den Mittelstand sind bereits auf den Weg gebracht.

Gesamtplatz 12 ist nichts, womit man sich brüsten kann und er liegt weit entfernt von der Champions League. Aber genau diesen Mittelfeldplatz belegt Deutschland unter den derzeit noch 28 Mitgliedstaaten der EU, wie die Studie „The Digital Economy and Society Index (DESI)“ der Europäischen Kommission dokumentiert. Besonders trübe sieht es bei den digitalen öffentlichen Services aus. Dort belegt Deutschland Platz 24 – also einen Abstiegsrang. Die zweite Liga der Digitalisierung droht. Mittlerweile hat auch die Bundesregierung erkannt, dass es im alten Trott nicht mehr weitergehen kann. Eine Reihe von Initiativen soll Deutschland nach vorne bringen.
Netzausbau angehen

Es gibt viel zu tun, und die seit langen Jahren akute Probleme harren einer Lösung. Im Frühjahr ist eine Konferenz im Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur geplant, um die immer noch unzureichende Netzabdeckung bei Breitband und Mobilfunk außerhalb der Ballungsräume anzugehen. Wieder einmal soll Bürokratie abgebaut und Sorgen von Städten und Gemeinden sollen stärker berücksichtigt werden.

Der Ausbau des Mobilfunknetzes mit dem neuen Standard 5G wird überschattet durch die politischen Querelen rund um Huawei und schreitet nur langsam voran. Die Telekom hat angekündigt, die Zahl der 5G-Sendemasten im Jahr 2020 von 450 auf 1.400 zu erhöhen, was immer noch sehr weit von einer kompletten Abdeckung entfernt ist. Derzeit ist 5G in acht deutschen Großstädten „erhältlich“ und dort auch nur in einigen Stadtvierteln.

Bessere Dienstleistungen geplant

Die öffentliche Verwaltung arbeitet immer noch überwiegend mit Papier: Wer ein Dokument benötigt, muss sich persönlich auf das Amt begeben und dort in lange Warteschlangen einreihen. Selbst die Kommunikation innerhalb des Bundestags ist papierbasiert oder erfolgt per Fax.

Das 2017 verabschiedete Onlinezugangsgesetz (OZG) enthält die Verpflichtung, bis 2022 alle 575 Dienstleistungen der öffentlichen Verwaltung digital anzubieten. Um dies auch tatsächlich zu verwirklichen, hat am 1. Januar 2020 die Föderale IT-Kooperation (FITKO) mit der neuen Präsidentin Dr. Annette Schmidt die Arbeit aufgenommen. Sie soll die föderale IT-Strategie und -Architektur erarbeiten und umsetzen, gemeinsame Lösungen fördern und entwickeln, Transparenz schaffen sowie die relevanten Interessengruppen vernetzen.

Wie die Mondlandung

Die FITKO wird bis Ende 2021 die verschiedenen Geschäfts- und Koordinierungsstellen des IT-Planungsrats übernehmen. Schmidt sieht noch Herausforderungen bei der Umsetzung der Anwendungen im Hintergrund und die Optimierung der Verwaltungsprozesse im Back End. Sie ist optimistisch, dass es gelingt, bis 2022 die Angebote des Bundes zu digitalisieren. Bei Ländern und Kommunen dürfte es länger dauern. Ein geplantes Kommunalgremium der FITKO soll die Belange der Städte und Gemeinden berücksichtigen.

Einige Experten vergleichen das OZG mit der Mondlandung und erwarten eine echte Revolution. Andere sind skeptisch und beobachten, dass sich Behörden nur langsam wandeln, weil sie noch zu stark in Zuständigkeiten und Abhängigkeiten denken. Einig sind sich bei einem Punkt aber alle: Die Digitalisierung muss schleunigst her.

Warum zur Digitalisierung aber noch mehr gehört als die reine Technik, erfahren Sie in diesem Artikel.

Quelle: Titelbild pixabay, flotty