13.01.2021 – Lesezeit: 1 Minuten

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So will Bayern seine Gesundheitsämter digitalisieren

Gesundheitsämter arbeiten bundesweit in großen Teilen noch mit analogen Mitteln. Das macht sich auch bei der Bekämpfung des Coronavirus bemerkbar. Durch Fax-Kommunikation und Papierberge verlieren Ämter bei hohen Fallzahlen schnell den Überblick. Mit diesem 10-Punkte-Plan will Bayern nun digitalisieren.

Neun Monate nach Beginn der in Deutschland steigenden Infektionszahlen durch das Coronavirus hat sich in puncto Digitalisierung nicht viel in den Gesundheitsämtern getan. Testergebnisse und Listen mit Kontaktpersonen werden von Beamten immer noch per Fax verschickt. Das frisst laut NDR zu viel Zeit. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter brauchen zu viel Zeit, Papiere manuell in die digitalen Nachverfolgungssysteme einzutragen. Die Folge: eine wahre Fax-Flut.

Bayern will einheitliche digitale Verwaltung

Ende Dezember hatte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder deswegen dem Ministerrat einen 10-Punkte-Plan vorgelegt. Dieser soll die Gesundheitsämter dazu verpflichten, umgehend bayernweit auf das einheitliche System „SORMAS“ (Surveillance Outbreak Response Management and Analysis System) zum Pandemiemanagement umzustellen. So kann die Kontaktnachverfolgung der positiv getesteten bayrischen Bürger einfacher von der Hand gehen.

Zuletzt hatte die deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina bereits den Zettelkrieg in den Gesundheitsämtern bemängelt: „Eine effektive Kontaktnachverfolgung ist aktuell vielfach nicht mehr möglich“. Das soll sich mit dem 10-Punkte-Plan der bayrischen Landesregierung nun ändern. Ein einheitliches System gibt es schon. SORMAS kann die Handhabung der positiven Coronafälle in den Gesundheitsämtern vereinfachen. Infektionsketten sind durch das intuitive Programm einfacher nachzuvollziehen.

SORMAS hat sich in der Vergangenheit bewährt

Das System war bereits 2014 weltweit bekannt geworden: Im Zuge des westafrikanischen Ebola-Ausbruchs half es der Seuchenschutzbehörde vor Ort, die Fälle erfolgreich einzudämmen. Mittlerweile wird das Analysesystem weltweit für 37 Infektionskrankheiten eingesetzt. Darunter neben Ebola und Corona auch die Viruserkrankung Masern und die tropische Infektionskrankheit Malaria.

Bis Ende des Jahres sollen 90 Prozent der 375 Gesundheitsämter das System verpflichtend nutzen. So sollen bundesweit Kontaktketten automatisch nachverfolgt werden und die Testlabore schneller mit den Ämtern und dem Robert-Koch-Institut kommunizieren.

Nicht nur die deutsche Verwaltung wird durch Corona zum Digitalisieren „gezwungen“. Auch mittelständische Unternehmen müssen umdenken und Innovationen vorantreiben.

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Quelle: Titelbild pixabay bboellinger