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04.12.2019 – Lesezeit: 4 Minuten

Geschäftsführung / Technologie

So gelingt der Umstieg auf SAP S/4HANA

Viele mittelständische Unternehmen hängen an ihren SAP-Standardapplikationen und scheuen nach wie vor den Umstieg auf SAP S/4HANA. Nicht zuletzt deshalb, weil ihnen die Lösung kompliziert erscheint. Mit dem richtigen Partner jedoch wird die Migration deutlich vereinfacht, und es offenbaren sich schnell die Vorteile der cloudfähigen Echtzeit-Business-Suite.

Alle reden von Digitalisierung: SAP S/4HANA ist der Echtzeit-ERP-Schlüssel dazu und eröffnet Unternehmen völlig neue Möglichkeiten, innovative Geschäftsmodelle zu entwickeln – etwa auf Basis unzähliger Daten, die vernetzte Produkte, Sensoren und Aktoren als Teil des großen Internet of Things (IoT) heute und in Zukunft liefern werden. Um auch nur die relevantesten Daten aufzunehmen, zu analysieren und auswerten zu können, wäre eine herkömmliche Datenbank schnell überfordert. Daher hat SAP 2008 ein SAP HANA genanntes Datenbankmanagementsystem auf den Weg gebracht, das auf den Arbeitsspeicher statt auf Festplatten zugreift. Damit sind besagte Analysen in Echtzeit möglich.

ERP, CRM & Co. – in der Cloud vereint

Das Gros der deutschen Unternehmen, die meisten davon mittelständische, arbeitet für die Ressourcenplanung noch mit SAP ERP oder mit der SAP Business Suite, die auch Customer Relationship Management (CRM), Supply Chain Management (SCM), Supplier Relationship Management (SRM) und einzelne Branchenlösungen beinhaltet. Mittlerweile können SAP-Kunden die Business Suite auch auf Basis der In-Memory-Datenbank SAP HANA betreiben. Manager können somit auf Knopfdruck in Echtzeit Informationen und Analyseergebnisse abrufen, wofür früher oft Minuten, Stunden oder gar Tage an Rechenleistung erforderlich waren. 2015 hat SAP dann mit SAP S/4HANA das erste Produkt vorgestellt, das ganz auf dem vereinfachten Datenmodell SAP HANA basiert, das ERP, CRM, SCM und SRM vereint und sowohl als Cloud-Lösung als auch on-premises (mit eigenen Servern und anderen Bordmitteln) verfügbar ist. Gleichzeitig hat der deutsche Softwareriese angekündigt, dass SAP S/4HANA ab 2025 die Business Suite und SAP ERP komplett ablösen soll.

Diese Ankündigung stellt gerade für mittelständische Unternehmen eine große Herausforderung dar und setzt sie quasi unter Zugzwang. Um ihnen und anderen Unternehmen den Umstieg auf die neue „Cloud first, aber nicht Cloud only“-Lösung zu erleichtern, hat SAP ein oben genanntes Integrated Delivery Framework erstellt, das klare Rollen und Zuständigkeiten zwischen SAP, Partnerunternehmen wie der All for One Group und den Kunden in jeder Phase der Migration beschreibt und somit die Prozesse für die Implementierung wesentlich schneller und effizienter macht.

Mit SAP im Dream Team

Michael Kleinemeier, SAP-Vorstandsmitglied und Leiter des Bereichs SAP Digital Business Services, hat im September 2019 in einem Artikel mit dem Titel „SAP und Partner: Das Dream Team für Ihren Umstieg auf SAP S/4HANA“ hervorgehoben, welche Bedeutung Partner für Unternehmen haben, die den Umstieg auf SAP S/4HANA angehen wollen. Mehr als 20 Partner würden schon das SAP Integrated Delivery Framework zur Optimierung der Implementierungsprozesse nutzen. Partnerservices wie SAP Value Assurance und die SAP Model Company helfen Partnerunternehmen von SAP beim Risikomanagement, bei höchstmöglicher Kosteneffizienz und bei der Entwicklung von Branchenlösungen.

Um Unternehmenskunden den Umstieg zu erleichtern, hat SAP das kostenlose Tool „SAP Readiness Check“ entwickelt. Mit diesem können Bestandskunden überprüfen, ob ihr SAP-ERP-System die Voraussetzung für die Umstellung auf SAP S/4HANA erfüllt. Mit dem SAP ERP Central Component (ECC) 6.0 Enhancement Package 8 sollte das kein Problem sein. Darüber hinaus hat SAP für Kunden weltweit ein „SAP S/4HANA Movement“ genanntes Programm aufgelegt, das den Umstieg auf die neue intelligente Businessplattform ebnen soll. Dort erhalten SAP-Kunden alle wichtigen Informationen zum neuen ERP-Systeme und wie sie den Umstieg mit einem Partner angehen können. Wer den Umstieg alleine angehen will, kann den seit Sommer verfügbaren Service „SAP S/4HANA Adoption Starter Engagement“ nutzen, der für SAP-Kunden aus aller Welt unter anderem Zugriff auf Lerninhalte, virtuelle Lernumgebungen und Tools für die Zusammenarbeit mit anderen Nutzern gewährt.

Wie Kleinemeier ausführt, haben in Deutschland erst rund 3.600 SAP-Kunden den Umstieg auf SAP S/4HANA vollzogen. „Da Agilität immer wichtiger wird, gehen wir davon aus, dass die Zahl der Unternehmen, die das SAP-S/4HANA-Movement-Programm nutzen, noch weiter steigen wird“, so SAP-Vorstandsmitglied Kleinemeier. Wie die Reise aussehe, das sei bei jedem Unternehmenskunden individuell und hänge auch von der jeweiligen Branche, IT-Umgebung und dem eigenen Kundenstamm ab. SAP stelle aber sicher, dass „je nachdem, welchen Weg zum intelligenten Unternehmen ein Kunde einschlägt, er bei jedem Schritt optimale Services und Support“ erhalte.

All for One setzt auf Partner für Branchenlösungen

So wie SAP seine Partner unterstützt, setzt auch die All for One Group auf ein starkes Partner-Ökosystem für vertikale Branchenlösungen. Das Unternehmen aus Filderstadt bei Stuttgart ist selbst SAP Platinum Partner und – von den Kunden viel geschätzt, gleichsam auf Augenhöhe – das führende IT-Haus für mittelständische Unternehmen im deutschsprachigen Raum einschließlich Österreich und der Schweiz. Mit mehr als 100 Partnern deckt die All for One Group mehr als 70 Themengebiete ab, um rund 45 Branchen und Subbranchen zu bedienen. Das Partner-Ökosystem umfasst Branchen-, Lösungs-, Consulting-, Innovations- und Servicepartner. Beispiele für Branchenpartner sind Allianzen in der Nahrungs-, Genussmittelindustrie und Verpackungsindustrie sowie in den Bereichen Bauwirtschaft und Logistik. Consultants tragen maßgeblich dazu bei, den Ansprüchen zu genügen, Projekte in hoher Qualität im gesteckten Zeit- und Budgetrahmen umzusetzen. Mit Entwicklungs- oder Co-Innovationspartnern hat das Unternehmen seit Jahrzehnten schon kreative, individuelle Kundenlösungen hervorgebracht.

Ihr Weg zu SAP S/4HANA

Die All for One Group hat ein Vorgehensmodell entwickelt, um Unternehmenskunden auf dem Weg zu SAP S/4HANA zu unterstützen. Das fängt an bei der Vorbereitung mit Workshops zur Evaluierung, der Initialisierung und der Readiness (einschließlich Bereitschaft und Erfüllen der Voraussetzungen) sowie ein Code- oder Vorab-Check mit Fehlerprotokoll. Dann geht es an die Konzeption der Transformation, technischen Architektur und eigentlichen Migration. Die dritte Säule ist die der Realisierung mit Implementierung von SAP S/4HANA auf Basis der hauseigenen Prozessbibliothek von sowie der Systemumstellung.

Die Initialisierung samt Koordination nimmt in der Regel nur fünf Arbeitstage der Projektleitung in Anspruch. Für die Initial- und Readiness-Workshops werden sechs Tage im Haus und drei Arbeitstage bei All for One veranschlagt. Die Workshops beinhalten die Vorstellung der SAP-UX-Technologien (UX steht hier für User Experience), die Analyse der verschiedenen Prozesse beim Unternehmenskunden (Vertrieb und Logistik, Finanzen und Controlling, Einkauf und Beschaffung sowie die digitale Supply Chain), den Custom Code Check und die Besprechung des Fehlerprotokolls. Zum Evaluierungsworkshop gehören die Vorstellung und Bewertung der Wege zu SAP S/4HANA, Handlungsempfehlungen und Präsentation einer Roadmap für die Maßnahmen und nächsten Schritte.

Darüber hinaus bietet die All for One Group über verschiedene Tochterunternehmen auch weitergehende Dienstleistungen an. Die Allfoye Managementberatung GmbH mit Sitz in Düsseldorf setzt zum Beispiel oft schon beim Mindset in den Chefetagen an und unterstützt mittelständische Unternehmen bei der Prozessautomation, der agilen Kundeninteraktion und der Entwicklung von Geschäftsmodellen auf Basis von Digitalisierungsvorhaben.

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Quelle: Titelbild iStock, phototechno