Titelbild-Fitness-Gesundheit-Massnahmen-Unternehmen-Sport-fit-558730-unsplash-Bruce-Mars

25.03.2019 – Lesezeit: 3 Minuten

Human Resources / Impulse

Fit im Mittelstand: So fördern Unternehmen die Gesundheit ihrer Mitarbeiter

Gesunde Mitarbeiter sind die wichtigsten Eckpfeiler von Unternehmen. Mit gezielten Maßnahmen können sie nicht nur den Krankenstand reduzieren, sondern auch steuerliche Vorteile nutzen. Diese konkreten Möglichkeiten sind für Mittelständler interessant.

Viele Mitarbeiter leben oft nach der Devise „Sport ist Mord“ und verbringen ihre Zeit lieber am Schreibtisch als im Fitness- oder Gesundheitsstudio. Aber Unternehmen sollten aktive Gesundheitsvorsorge nicht als reine Privatsache sehen, sondern sich ihrer Verantwortung bewusst sein.

Es bestehen häufig noch Vorbehalte, wie eine Studie der Zeitschrift „Personalwirtschaft" in Zusammenarbeit mit dem Fürstenberg Institut, der ias gruppe sowie der Techniker Krankenkasse zum Thema Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) zeigt. Demnach glauben fast 15 Prozent der befragten Mittelständler, dass BGM nur ein Thema für große Unternehmen sei und messen dem Thema Mitarbeiter-Gesundheit allgemein nur eine geringe Bedeutung bei.

Kostenlose Maßnahmen

„Unsere Kolleginnen und Kollegen nehmen unsere Gesundheitsangebote sehr gerne an“, verrät Claudia Abele, Personalleiterin beim IT-Beratungshaus All for One Steeb. „Die beste Rückmeldung und damit das größte Lob bekommen wir auf unser sogenanntes Resilienztraining. Das ist ein 2,5-tägiges Burn-Out-Prophylaxe-Programm, bei dem sich jeder Mitarbeiter anmelden und kostenlos teilnehmen kann.“

Kostenlos sind auch die regelmäßig stattfindenden Rücken- und Nackenmassagen, für die eine Physiotherapeutin eigens an den Standort kommt, um die Mitarbeiter während der Arbeitszeit zu verwöhnen. Wer sich einen Platz auf der Massageliege ergattern möchte, muss allerdings schnell sein: Die Termine sind nachvollziehbarerweise äußerst beliebt und schnell vergeben.

Zusätzlich bietet All for One Steeb einmal im Jahr in den großen Geschäftsstellen wie Filderstadt bei Stuttgart einen Fahrrad-Aktionstag an: Ein hiesiger, kooperierender Fahrradhändler bietet Probefahrtmöglichkeiten mit diversen Pedelecs und Fahrrädern, ein Physiotherapeut gibt Tipps zum Thema "Fit auf dem Rad" und ein Profi zeigt im Reparaturworkshop, wie jeder "Reifenpannen selbst beheben" kann. Beim Fahrradleasing können Mitarbeiter des IT-Beratungshauses beim Radkauf sogar finanziell einiges sparen.

Steuerliche Vorteile nutzen

Das Gegenargument „kostet sowieso nur Geld“ zieht meist nicht, denn durch betriebliche Gesundheitsförderung winken handfeste finanzielle Vorteile. Bis zu 500 Euro kann ein Unternehmen pro Mitarbeiter und pro Jahr lohnsteuerfrei für Maßnahmen der Gesundheitsförderung investieren. Dies ist im § 3 Nr. 34 Einkommensteuergesetz (EStG) geregelt. Gefördert werden Bewegungsprogramme, Ernährungsangebote, Suchtprävention und Stressbewältigung. Keine Übernahme gibt es in der Regel dagegen bei Mitgliedsbeiträgen für einen Sportverein oder ein Gesundheitszentrum.

Fragen Sie Ihre Mitarbeiter

Um von den steuerlichen Vorteilen zu profitieren, sollten Entscheider zunächst in den Dialog mit ihren Mitarbeitern treten und in einer informellen Umfrage herausfinden, ob überhaupt und was gewünscht ist. Alternativen zu einem klassischen „Sportprogramm“ wären beispielsweise Gratisangebote für Obst und Getränke, Wanderausflüge, gemeinsames Kochen, der Besuch eines Ernährungsberaters, Fitnessgeräte im Büro, Massagebänke oder kleine Wettbewerbe mit Bewegungs-Apps. Solche Mehrwertleistungen fördern das Betriebsklima und sind angesichts des Fachkräftemangels ein wichtiges Argument im Wettbewerb um qualifizierte Mitarbeiter.

Führung bedeutet auch Vorbild zu sein. Wenn der Chef die Mitarbeiter zu aktiven Gesundheitsvorsorge anhält, ist dies schon ein wichtiger Schritt. Nehmen Sie das Thema Gesundheit ernst und geben Sie Ihren Mitarbeitern das Gefühl in guten Händen zu sein.

Krankheit schadet Unternehmen

Klar ist: Ausfallzeiten durch Krankheit haben negative Auswirkungen auf Ihr Unternehmen. Wenn ein Mitarbeiter länger ausfällt, kann dies zu Umsatzverlust und geringer Produktivität führen. Projekte können länger dauern oder ganz scheitern. Schon aus wirtschaftlichen Gründen sollten Unternehmen dem Thema Gesundheit also eine hohe Bedeutung beimessen.

„Wir möchten unser Angebot künftig gerne weiter ausbauen“, so Abele. „Dazu gehört unter anderem, unseren Kolleginnen und Kollegen attraktive Mitgliedsbeiträge für Fitness-Studios anzubieten. Bislang waren allerdings die Wege zu den beteiligten Studios zu weit. Das hat sich nun geändert, und wir prüfen die Möglichkeiten erneut.“ Wie Sie Mitarbeiter auch mit fairen Löhnen an Ihr Unternehmen längerfristig binden, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Quelle: Titelbild unsplash, Bruce Mars