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13.07.2018 – Lesezeit: 6 Minuten

Prozesse

So bringen Sie SAP in die Public Cloud

Eine aktuelle Studie von Crisp Research zeigt die Chancen und Risiken, sobald eine SAP-Infrastruktur in die Cloud portiert wird. Die wichtigsten Erkenntnisse für CIOs und IT-Verantwortliche im Mittelstand erhalten Sie hier zusammengefasst. Die vollständige Studie können Sie auf dem diesjährigen DSAG Jahreskongress (16.-18. Oktober, Leipzig) erhalten, wo sie vom Studienpartner All for One Steeb vorgestellt wird.

Die Public Cloud Plattformen von Amazon Web Services (AWS), Microsoft Azure, IBM, Google und die SAP Cloud Plattform (SCP) haben sich stetig fortentwickelt und sind mittlerweile für SAP-Systeme geeignet. Die Fragen, welche sich für Sie als IT-Leiter stellen: Welchen Nutzen und welche Risiken beinhalten die Cloud Plattformen? Lohnt sich der Abstecher in die Cloud überhaupt oder drohen Kostenfallen?

Die Marktforscher von Crisp Research haben sich im Auftrag von Deutschlands größtem SAP-Haus, All for One Steeb, des Themas angenommen und präsentieren erstmals empirische Ergebnisse. Die Top-Ergebnisse hat Mittelstand.Heute für Sie zusammengefasst.

Sie wollen die gesamte Studie erhalten und sich über wichtige Fragen austauschen? Auf dem DSAG Jahreskongress haben Sie Gelegenheit dazu – jetzt hier anmelden!

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Die wichtigste Erkenntnis zuerst: Cloud-First ist real. 37 Prozent aller CIOs und SAP-Verantwortlichen gehen davon aus, dass bis 2020 mehr als die Hälfte der SAP Workloads in der Cloud betrieben werden. Technisch ist das kein Problem. Die Infrastrukturen der großen Cloud-Provider sind mittlerweile wirklich SAP-ready und die Anwender haben positive Erfahrungen gesammelt.

Dies ist praktisch Outsourcing reloaded oder die Weiterentwicklung von Managed Services. Mehr als die Hälfte der SAP-Anwender haben den SAP-Betrieb an externe Dienstleister ausgelagert, meist in deren Rechenzentren.

Was erhoffen sich IT-Verantwortliche von der Cloud?

Es bestehen feste Vorstellungen, welche Vorteile und Chancen sich aus dem Betrieb von SAP-Lösungen auf IaaS/PaaS-Plattformen in der Public Cloud ergeben - im Gegensatz zum Betrieb im eigenen Rechenzentrum oder dem klassischen Hosting. So erhoffen sich 41 Prozent der Befragten eine höhere Agilität sowie Innovationsgeschwindigkeit in der Unternehmens-IT. 40 Prozent möchten von der globalen Verfügbarkeit profitieren und mehr Automatisierung im SAP-Betrieb erwarten 38 Prozent. Auch die schnellere Umsetzung der Digitalen Transformation im Gesamtunternehmen ist für 38 Prozent ein wichtiger Punkt. Die On-Demand-Verfügbarkeit und Performance zum Abfedern von temporären Lastspitzen ist dagegen nur für 23,9 Prozent wichtig.

Insbesondere die beiden letzten Erkenntnisse lassen erstaunliche Schlussfolgerungen zu. Im Mittelpunkt steht also nicht das Abfedern von Lastspitzen, traditionell ein beliebtes Argument der Cloud-Anbieter, sondern etwas anderes: Neue Technologien wie das Internet der Dinge (IoT), Künstliche Intelligenz (KI) oder Blockchain werden von den großen Technologieanbietern auf ihren Cloud-Plattformen bereitgestellt. Die Anbindung daran sichert, dass die IT-Verantwortlichen die Digitale Transformation schneller umsetzen können. Die Cloud-Plattformen bieten also Mehrwerte jenseits des Blechs – und das ist das eigentlich Interessante.


Michael Scherf, in der Geschäftsführung von All for One Steeb verantwortlich für Managed Cloud Services, erklärt dazu:

„Workloads in die Cloud zu verlagern ist sicher interessant – Stichwort Agilität und globale Verfügbarkeit. Aber am Ende geht es um etwas anderes. Die Unternehmen wissen: Die neuesten Technologien werden von SAP, Microsoft und anderen Anbietern auf ihren Cloud-Plattformen bereitgestellt, etwa rund um Machine Learning, IoT, Analytics. Diese muss ich irgendwann in meine Geschäftsprozesse – also in mein SAP – integrieren. Da macht es Sinn, mein SAP gleich auf diese Cloud-Plattform zu stellen.“


Es gibt Probleme, aber auch Lösungen

 

Die digitale Transformation sichert Unternehmen den Fortbestand. Als Stolpersteine erweisen sich aber immer wieder die wachsende Komplexität Mehr als einem Drittel der Entscheider bereitet die Komplexität der Cloud Kopfzerbrechen (Quelle: iStock/ DNY59).

 

Allerdings ist nicht alles Gold, was glänzt: Mehr als einem Drittel der Entscheider bereitetet die Komplexität der Cloud nach wie vor Kopfzerbrechen. Konkret gilt das Produktportfolio der Cloud-Provider als unübersichtlich und verwirrend. Vielen IT-Entscheidern fällt es schwer, die Übersicht über die Preismodelle der Cloud-Provider zu erhalten, die zudem nach Regionen variieren. Einige neue Cloud-Angebote sind laut Crisp Research technisch noch nicht ausgereift.

Die Migration in die Cloud fürchten genau ein Drittel der Befragten. Typischerweise sind zuerst virtuelle Workloads in die Cloud verlagert worden. Produktive SAP-Workloads werfen völlig neue Herausforderungen auf.

Die IT-Verantwortlichen haben erkannt, dass die hohe Komplexität der Plattformen nur mit einem kompetenten Systemhauspartner umgesetzt werden kann, weil die hauseigene IT-Abteilung oft überfordert ist. Fast 80 Prozent der IT-Verantwortlichen wollen deshalb Partner auf dem Weg in die Cloud einbeziehen.

Auch Lizenzen und sonstige Kosten sind ein Problem. Es mangelt dabei an Transparenz bei der Preiskalkulation. 30 Prozent der Entscheider sehen noch Klärungsbedarf beim Lizenzmodell von SAP in der Cloud.

Public Cloud schreitet dennoch voran

Trotz aller Bedenken ist die Public Cloud mindestens in einigen Bereichen bereits etabliert. Nur zwölf Prozent schließen den Weg in die Public Cloud kategorisch aus.

Etwa ein Drittel der Anwender setzt dagegen bereits die Public Cloud produktiv im Rahmen erster Projekte und Workloads ein. Hier hat sich in den vergangenen Jahren viel getan. Die Hälfte der befragten Unternehmen befindet sich noch in der Evaluierungs- und Planungsphase. 14 Prozent denken darüber hinaus über einen Ausbau und den Betrieb der SAP-Kernsysteme in der Public Cloud nach.

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Test und Dev als Lotsen

Den Anfang macht laut Studie die Mehrheit der SAP-Anwender mit der Verlagerung der Development & Testsysteme in die Public Cloud. Das hat den Vorteil, dass in der Public Cloud On-Demand Instanzen für das Testing, einfache und automatisierte Provisionierung und Konfiguration von virtuellen Maschinen, Betriebssystemen und kompletten Development-Stacks realisiert werden können und auch die Risiken im Hinblick auf Datenschutz und Compliance gering sind, da mit Testdaten gearbeitet werden kann.

Als zweites werden dann meist SAP-spezifische Workloads für Data Warehousing und Analytics angegangen. Dafür spricht, dass sie meist problemlos von den produktiven Workloads getrennt werden können. Bemerkenswert ist, dass die risikoreiche Migration der Kernanwendung eher als Backup und Archivierung in Angriff genommen wird.

Bereits ein Fünftel der Anwender betreibt ihr Kern-ERP in der Public Cloud. Im Rahmen der Digitalisierung ist es von Vorteil, ERP und neue digitale Anwendungen zu verknüpfen. Dies kann in der Public Cloud realisiert werden.

So wählen IT-Verantwortliche die richtige Cloud Plattform

AWS und Google waren lange Zeit Pioniere in der Public Cloud, aber SAP Anwender vertrauen laut der Studie eher den Cloud-Plattformen der etablierten Business-Riesen Microsoft und SAP. Vor allem von der SAP Cloud Platform erhoffen sich IT-Verantwortliche eine einfache Anbindung der Kern-ERP-Prozesse an die Cloud Services in Verbindung mit dem Internet der Dinge.

Beinahe 60 Prozent setzen strategisch auf die SAP Cloud Plattform (SCP) und weitere 29 Prozent nutzen SCP auf Projektbasis. 45 Prozent setzen auf Microsoft Azure in einer strategischen Rolle. Der Cloud-Marktführer AWS landet nach Einschätzung der befragten Entscheider noch hinter IBM und Oracle.

Hybrid bevorzugt

Die Public Cloud kann zwar in einigen Gebieten punkten, ist aber keineswegs für jeden Anwender vollkommen. 65 Prozent wollen zwar Teile ihrer SAP-Systeme in der Public Cloud betreiben, dies aber eng verzahnt mit den Bestandssystemen des Unternehmens. Nur kleine Unternehmen oder Start-ups setzen komplett auf die Public Cloud.

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Ratschläge und Ausblick

Die Autoren der Studie raten Entscheidern, möglichst bald eine Strategie für die Migration und den Cloud-Betrieb von SAP-Workloads auf IaaS und PaaS-Plattformen zu entwickeln und umzusetzen.

Crisp Research empfiehlt, sich einen Dienstleistungspartner ins Boot zu holen, es sollte aber sichergestellt werden, dass dieser über umfassende Kompetenzen mit Cloud-Technologien verfügt. Selbst wenn dieser Umstand den Auswahlprozess erschwert.

Bei der Wahl der Cloud-Plattform ist ebenfalls Sorgfalt erforderlich. Wichtige Faktoren sind die eigene Roadmap, Integrationsanforderungen, Möglichkeiten zur Automation und „last not least“ der Preis. Auf der Suche nach der vollständigen Studie? Hier werden Sie fündig. 

Quelle Titelbild: dolgachov/iStock