Titelbild-Digitale-Welt-Landkarte-Europa-Vernetzung-Weltkarte-pixabay-3699552-geralt

23.11.2018 – Lesezeit: 3 Minuten

Impulse / Geschäftsführung

Diese 7 Trendthemen sollten CIOs auf dem Schirm haben (1)

Das Marktforschungsinstitut Gartner hat sieben disruptive Trends identifiziert, die Geschäftsmodelle entscheidend verändern können. Wir fassen die wichtigsten Ergebnisse von Gartner in zwei Teilen zusammen und zeigen, welchen Einfluss diese auch auf den Mittelstand haben.

Auf dem Gartner-Symposium Mitte Oktober 2018 in Orlando haben die Marktforscher sieben disruptive Trends vorgestellt. Zu den wichtigsten Strömungen gehören laut Gartner: Quantum Computing, Echtzeit-Sprachübersetzungen, Nanotechnologie, Schwarmintelligenz, Mensch-Maschine-Schnittstellen, die Revolution in der Software-Distribution sowie die Disintermediation des Smartphones. Wir stellen sie vor.

1. Quantum Computing

Quantum Computing ist mit Sicherheit der bedeutendste Trend und wird Hardware, wie wir sie kennen, grundlegend verändern. Die neue Generation von Supercomputern kommt mit hochkomplexen Berechnungen erheblich besser zurecht als klassische Systeme. Das gilt unter anderem bei Aufgabenstellungen in Wissenschaft und Wirtschaft wie bei der Simulation von Verkehrsströmen in Großstädten. Allerdings sind Quantenrechner im Moment noch sehr teuer. Die Preise liegen jenseits der Millionengrenze.

Ein Trend für CIOs: Quantum Computing

Ein wesentlicher Vorteil: Quantencomputer machen herkömmliche Verschlüsselungsverfahren aufgrund ihrer enormen Rechengeschwindigkeit obsolet. Berechnungen, für die herkömmliche Rechner Jahre brauchen, schaffen Quantencomputer in Sekundenbruchteilen. Bevor Cyberkriminelle die Technologie für Attacken nutzen, sollten Ihnen Unternehmen zuvorkommen und mit Quantenrechnern an Abwehrmechanismen arbeiten. Erste Ansätze zu einer Post-Quantum-Kryptographie gibt es bereits.

Für mittelständische Unternehmen dürfte sich die Anschaffung von Quantenrechnern frühestens in einem Jahrzehnt lohnen. Es gibt jedoch Simulatoren, mit denen sich die Leistungsfähigkeit von Quantencomputern bereits jetzt unverbindlich testen lässt. Der derzeit leistungsfähigste Quantum Simulator ist die 35-qubit Atos Quantum Learning Machine.

2. Echtzeit-Sprachübersetzungen

Bei dem von Gartner ausgerufenem Trend der Echtzeit-Sprachübersetzungen, der laut den Analysten die globale Kommunikation grundlegend verändern soll, ist aus europäischer Perspektive eine Menge Skepsis angebracht, weil diese technologisch längst nicht ausgereift sind. Die Übersetzungstechnologien von Google haben ihre Schwächen und kommen mit komplexen Sprachen wie Deutsch nicht gut zurecht.

Echtzeit Übersetzung ist ein weiterer IT-Trend

Einige Algorithmen von Start-ups wie Deepl sind besser, aber das grundsätzliche Problem bleibt bestehen. Einzelne Wörter mögen korrekt übersetzt sein, aber Satzbau und Grammatik sind kaum überwindbare Hürden, die sich auch mit fortgeschrittener Technologie so schnell nicht überwinden lassen. Hier ein Beispiel von Thomas Mann: „Dass Herr Kerr mich blöde findet, geht nicht ganz mit rechten Dingen zu“ wird von Google übersetzt als „That Mr. Kerr finds me stupid is not quite right with things“. Trotz Künstlicher Intelligenz (KI) wird es hier wohl noch viele Jahre dauern, bis sich Übersetzungstechnologien völlig problemlos verwenden lassen.

3. Nanotechnologie

Erheblich bessere Perspektiven bietet Nanotechnologie: Die extreme Verkleinerung von Computern eröffnet völlig neue Möglichkeiten etwa in der Medizintechnik. In der Kombination von 3D-Druck und Nanotechnologie könnte es bald möglich sein, aus organischem Material Stammzellen zu drucken. Bei der Krebstherapie können Nanogeräte in den menschlichen Körper eindringen und gezielt Tumore aufspüren und vernichten.

Nanotechnologie als Trend in der IT-Welt

Auch in der herstellenden Industrie können die winzigen Computer für völlig neue Einsatzmöglichkeiten sorgen, die bisher noch nicht absehbar sind. Mittelfristig werden Nanocomputer auch für den Mittelstand sehr interessant werden, etwa in der Fehlersuche und Diagnose.

Lesen Sie in unserem zweiten Teil, welchen Einfluss die Trends Schwarmintelligenz, Mensch-Maschine-Schnittstellen, Software-Distribution und die Disintermediation des Smartphones auf unsere IT-Welt haben werden.

Quellen: Titelbild Weltkarte, geralt / Alle pixabay: Nanotechnologie, A_Different_Perspective / Translation, falarcompaulo / Platine, blickpixel