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26.02.2019 – Lesezeit: 5 Minuten

Geschäftsführung / Technologie

SAP Performance: Probleme, Bottleneck, Analyse, Optimierung

Mehr als 90 Prozent aller Unternehmen, die SAP nutzen, können die Performance ihres Systems spürbar verbessern. Dies ist vor allem dann notwendig, wenn Betriebsstörungen durch Performanceprobleme entstehen oder Anwender in ihrer täglichen Arbeit eingeschränkt werden.

SAP Performance Experte Yüksel Tiryaki verrät im Interview alles zu den möglichen Gründen für ein langsames SAP System, zu Diagnosen, Lösungen und Kosten rund um die SAP Performance Analysis und Optimierung.

Wenn SAP Nutzer nach „SAP Performance Problemen“ googeln oder Sie mit Kunden sprechen, was genau ist dann mit „Performance Problem“ gemeint? Was konkret bedeutet das?

Grundsätzlich sprechen wir von einem Performance Problem, wenn es bereits einen störenden Einfluss auf den laufenden Betrieb eines Unternehmens hat. Das kann eine „einfache“ Störung des Betriebsflusses sein, wenn Prozesse nicht mehr termingerecht ablaufen. Es gibt aber auch schlimmere Fälle, dass zum Beispiel ein Teil einer Produktion komplett stillsteht oder dass LKWs nicht mehr vom Hof kommen, weil das System an einer bestimmten Stelle im Prozessablauf hängt. Nicht zuletzt hat auch der User ein Problem, wenn er ständig die Sanduhr vor Augen hat.

Wir unterscheiden in der Regel zwischen permanenten und sporadischen Performance Problemen: Permanente Probleme treten kontinuierlich auf und sind eher akut bzw. haben extreme Auswirkungen auf den Betrieb, während sporadische Probleme „nur“ spontan auftreten und störend sind. Die eigentliche Optimierung ist quasi die dritte Kategorie im Bunde und kann in jedem System durchgeführt werden.

Wie oft treten solche SAP Performance Komplikationen auf?

Viele im Management von Unternehmen, die Komplikationen dieser Art schon länger haben, arrangieren sich irgendwie und versuchen, damit zu leben. Das führt dazu, dass Unternehmen ihren Betrieb an das System anpassen – und nicht andersherum, wie es eigentlich sein sollte. Daher kommen Performance Probleme vermutlich viel häufiger vor, als wir das überhaupt erfahren. Ich würde sagen, dass die meisten Unternehmen mindestens einmal im Quartal einen kleinen Schmerz im System spüren. Häufige Probleme werden durch ständige Änderungen und Erneuerungen im System ausgelöst.

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Der Auftrag ist gesetzt. Wie ist nun das weitere Vorgehen?

Als allererstes hören wir dem Kunden zu und lassen uns dessen Problem erklären, um Anforderungen, Bedürfnisse und Erwartungshaltung zu verstehen. Während des Gesprächs versuchen wir, das Muster des Problems ausfindig zu machen – ganz nach dem Motto „analysieren und beheben“. Danach starten wir Analysen, die direkt an der Problemstelle tracen. Akute Probleme schauen wir natürlich zuerst an. Wenn die Diagnose steht, packen wir die Probleme direkt an der Wurzel an. Falls ein sporadisches Problem vorliegt, setzen wir verschiedene Tools ein, um es einzufangen.

Im Allgemeinen gibt es keine feste Vorgehensweise, kein Schema F und keine Schablone, die sich stumpf auf jedes Unternehmen anwenden lässt. Wir geben jedem Kunden konkrete und individuelle Lösungen; Floskeln wie „Hoffen wir mal, dass es funktioniert“ wären spekulativ und kommen bei uns nicht vor. Gerne schauen wir uns den Schmerz direkt bei Kunden vor Ort an. Viele Dinge lassen sich aber auch mühelos aus der Entfernung, also remote, lösen – vor allem wenn Zeitdruck herrscht.

Die Diagnose liefert entsprechende Ergebnisse. Und jetzt?

Das Wichtigste für uns ist, dass wir dem Kunden die Ergebnisse zunächst einmal auf technischer Basis verständlich machen. Wir verzichten also auf die Transaktion mit einem 50-seitigen Report, der irgendwann in der Schublade verschwindet, sondern wir bringen die relevanten Ergebnisse auf den Punkt. Wenn möglich, greifen wir zu Onlinemaßnahmen, so dass der Kunde relativ schnell den Unterschied spürt.

Zusätzlich achten wir darauf, dass alle Ressourcen effektiv eingesetzt werden. Zu beachten ist auch, dass wir bei der Optimierung nicht selten von einem Faktor 1.000 oder 10.000 sprechen. Eine Hardware-Erweiterung ist der letzte Schritt, wenn überhaupt. Konkret sind wir für SAP-Systeme zuständig, schauen aber auch auf Storage oder Betriebssysteme und geben KPIs vor.

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Für welche Systeme ist dieser Service möglich?

Grundsätzlich sollten SAP sowie eine SAP-Datenbank vorhanden sein. AnyDBs, also Nicht-HANA-Datenbanken, funktionieren nach demselben Prinzip, so dass wir immer zu einer Diagnose kommen – auch wenn es nicht immer zu jedem Problem die gewünschte Lösung gibt. Eine Herausforderung ist die Arbeit mit SAP HANA: Hier müssen wir grundlegend anders an das Problem rangehen, da HANA eine andere Technologie und Architektur aufweist. Das geht dann schon stärker in den Bereich Entwicklung, wobei es für unseren Service zeitlich keinen Unterschied macht. Ein HANA-Kunde muss also nicht länger auf seine Diagnose warten als ein AnyDB-Kunde. Die endgültige Lösung ist meist aber erst nach einer Umstellung des Codes möglich, was von den Entwicklern vor Ort abhängt.

Das Problem ist identifiziert. Wie lange dauert es, bis es behoben ist?

Bei so gut wie allen Anbietern und Systemhäusern ist es eine langwierige Prozedur, bei der die Kunden schon im ersten Schritt eine Woche „verlieren“, bis ein Ticket überhaupt bearbeitet wird. Bei uns hingegen dauert es in den meisten Fällen eher länger, einen gemeinsamen Termin mit dem Kunden zu finden statt die Lösung zu ermitteln. Sobald wir das Go haben, setzen wir uns ran und können meist nach nur einem halben Tag die Diagnose präsentieren. Da sich bestimmte Probleme und damit bestimmte Lösungen ähneln, lösen wir rund 90 Prozent der Fälle innerhalb von vier Stunden. Klingt für viele unglaubwürdig, weil so ein Vorgang früher gerne mal bis zu mehrere Tage gedauert hat, ist aber Realität. Meist dauert es lange, bis wir Zugriff auf das System des Kunden bekommen. Bei AnyDB ist das Ganze noch einfacher: Wir entdecken ein Problem, halten kurze Rücksprache mit dem Kunden und lösen es dann remote. Ganz wichtig ist, dass das Problem am Ende diagnostiziert ist.

Wo finden SAP Nutzer schnelle Hilfe und wie viel kostet dieser Service?

Wir vom IT-Beratungshaus All for One Steeb bieten einen solchen Service. Am einfachsten sind wir per E-Mail erreichbar. Wer bereits Kunde bei uns ist, hat meist einen Ansprechpartner im Vertrieb, über den der Service abgewickelt wird. Natürlich können sich auch Nicht-Kunden bei uns melden. Wir finden für fast jedes Problem eine passende, nachhaltige Lösung. Unser Service liegt bei Kosten im mittleren vierstelligen Euro-Bereich, egal ob Kunde oder Nicht-Kunde. Das beinhaltet die Analyse, Problemfindung und die Optimierung des Systems. Erfahrungsgemäß benötigen wir dafür weniger als einen Arbeitstag – schneller und effizienter ist keiner am Markt. Außerdem begleiten wir den Kunden auch an den darauffolgenden Tagen und verifizieren unsere Optimierungen.

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Was macht den Service von All for One so besonders?

Im Gegensatz zu unseren Mitbewerbern am Markt haben wir ein eigenes SAP Performance Team, das sich ausschließlich mit SAP Performance Themen und entsprechender Architektur beschäftigt. Wir monitoren nicht erst fünf Tage lang das System, sondern wir gehen direkt rein und kommen mit klaren Aussagen zurück. Dabei setzen wir auf Individualität und nicht auf Kataloglösungen, Massenware oder automatisierte Abläufe mit Check-Listen. Viele unserer bisherigen „Patienten“ sind fasziniert davon, wie schnell wir als Assistant sie von ihrem „Schmerz“ befreien. Den Kunden oder Interessenten bei Performance Problemen zu helfen, das ist auch meine persönliche Leidenschaft.

Vielen Dank für das Interview!

Wie SAP-Berater arbeiten, warum sie zu den meistgesuchten Fachkräften in der IT-Branche gehören und ob sie eine SAP Einführung wie bei Lidl, Deutsche Post und Haribo verhindern können, lesen Sie in diesem Beitrag.

Quelle: Titelbild pexels, Bruce Mars