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01.02.2019 – Lesezeit: 3 Minuten

Prozesse / Produktion und Logistik

SAP-EWM: Einführung eines neuen Logistikzentrums

Als Berater für Extended Warehouse Management (EWM) treffe ich häufig auf das Szenario, dass die Geschäftsführung einer unserer Kunden – nennen wir ihn beispielhaft Logistik AG – entschieden hat, ein neues Logistikzentrum zu bauen. Damit beginnt die Herausforderung.

Durch die Ausrichtung der Logistik AG an sich verändernde Märkte und Geschäftsmodelle stehen neue Großaufträge ins Haus, die den betrieblichen Ablauf aufgrund folgender Punkten beeinflussen. 1) Kunden bestellen häufiger, jedoch kleinere Mengen und Sendungen, 2) Im Lager fällt ein größerer Produktmix an und 3) Handelsketten und Online-Marktplätze „verursachen“ zunehmen hochvolumige Bestellungen, und sie fordern digitale Bestandstransparenz. Dazu muss man wissen: In den letzten 15 Jahren haben sich Prozesse im Lagerbereich der Logistik AG nur wenig verändert. Nach der Einführung von SAP im Jahre 2007 hat die Logistik AG 2010 leicht angepasste Lagerprozesse im SAP ERP WM-Modul inklusive zweier Insellösungen umgesetzt.

Neue Herausforderungen

Durch die kräftigen Investitionen der Geschäftsführung der Logistik AG, um die 200-Millionen-Umsatzmarke zu knacken, stehen der Logistikleiter und die interne IT vor der Herausforderung ein neues hochtechnologisches und vollautomatisiertes Lager konzipieren und in Betrieb nehmen zu müssen. Parallel wird die Liste der Anforderungen an die unternehmensspezifische digitale Supply Chain immer länger; der Anteil der neuen Logistikprozesse, die im SAP ERP WM-Modul standardnah abbildbar sind, hingegen wird immer kleiner. Eines ist klar: Die Logistik AG benötigt eine nachhaltige Strategie in puncto Lagerverwaltung, die u.a. folgende Anforderungen nachhaltig und flexible lösen kann.

  • Sicherstellen von Liefersicherheit in einem dynamischen Marktumfeld mit neuen Kundenanforderungen
  • Optimierung von Lagerbeständen und Schaffung von Transparenz des Material- und Werteflusses über die gesamte SAP Supply Chain
  • Wirtschaftlichkeit und langfristige Investition in eine Zusatzlizenz für SAP EWM

Tipps zur Vorbereitung

Was zeigen die Erfahrungen der Logistik AG? Machen Sie sich frühzeitig Gedanken, wie Ihre IT-Strategie zur digitalen Supply Chain aussehen soll und wie sich diese in Ihrem Unternehmen realistisch umsetzen lässt. Beginnen Sie bestenfalls nicht erst nach Start der physischen „Bauphase“ oder im Anschluss an die Beauftragung der Lagertechnik. Denken Sie darüber nach, ob die Anbindung und Steuerung der Lagertechnik im Zusammenspiel mit Ihrem ERP-System zwingend vom Anlagenhersteller realisiert werden muss. Unter Umständen machen Sie sich unabhängiger, wenn Sie die Materialflusssteuerung in der eigenen Hand haben und nicht vom jeweiligen Hersteller abhängig sind. Setzen Sie sich in der Planungsphase mit den möglichen Anlagenherstellern und Ihrem SAP-Systemhaus zu dritt an den Tisch. Speziell im Bereich der Anbindung von Sensoren und Aktoren bieten sich neue, innovative Möglichkeiten durch das IoT-Lösungsportfolio der SAP (Stichwort: SAP Cloud Functions & MQTT-Protokoll).

Unterschätzen Sie nicht die Wichtigkeit einer optimalen „Harmonie“ zwischen Lagerlogistik-Lösung und ERP-System – auch im Hinblick auf die Umstellung auf das neue SAP-ERP-System „S/4HANA Enterprise Management“ mit embedded EWM und/oder dezentrale EWM und der Cloud-Strategie der SAP im Bereich Supply Chain Execution (SCE). Kennen Sie beispielsweise die Möglichkeiten, die Ihnen das „Digitale Innovationssystem“ auf Basis der SAP Cloud Plattform (Stichwort: „Leonardo“) bietet?

Wie Sie Ihr SAP-Systemhaus einbinden, sobald die strategische Endscheidung der Geschäftsführung gefallen ist, zeigt das „konkrete“ Beispiel der Logistik AG. Die Logistik AG verfügt über zwei manuelle und ein vollautomatisiertes Hochregallager mit einer separaten Lagersteuerung von Westfalia, welche seit etwa 13 Jahren im Einsatz sind. Das neue Logistikzentrum soll diese Läger bis Mitte 2021 ablösen. Die Logistik AG terminiert rückwärts, um diesen Prozess gewährleisten zu können.

  • Bis Anfang 2020 sollte der IT-seitige Projektstart sein, beginnend mit der sogenannten Blueprint-Phase.
  • Zuvor, etwa im Oktober 2019, sollte die Budgetierung zur Freigabe durch die Geschäftsführung finalisiert sein.
  • Rund ein halbes Jahr zuvor ist der Kick-off zur Erarbeitung der Roadmap. Wobei ein besonderes Augenmerk darauf gerichtet wir, dass das IT-integration des Logistikzentrums optimal auf die Umstellung des aktuellen SAP ECC 6.0 auf SAP Enterprise Management ausgerichtet ist.

Sie möchten mehr wissen?

Wie das ganze Szenario aussieht und wie Logistik- und ERP-Experten des IT-Beratungshauses All for One Steeb Sie bei Ihren Aufgabenstellungen unterstützen, erfahren Sie vom 19. bis 21. Februar 2019 auf der LogiMAT-Messe in Halle 8 Stand F03.

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Quellen: Titelbild pixabay, stafichukanatoly