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03.01.2018 – Lesezeit: 2 Minuten

Impulse

Die Deutschsprachige SAP-Anwendergruppe im offenen Dialog über ihre Anforderungen

Als Weltmarktführer für Unternehmenssoftware stellt SAP aufgrund seines verbreiteten Einsatzes einen wichtigen Bestandteil der Digitalen Transformation in Unternehmen dar. S/4HANA ebnet den Weg für eine vollvernetzte Zukunft der Industrie 4.0 und Digitalwirtschaft, was auch die Deutschsprachige SAP-Anwendergruppe e.V. (DSAG) auf ihrem mittlerweile 18. Jahreskongress so sieht. Es gibt aber auch Vorschläge zur Optimierung des Lizenzmodells und einige andere Punkte, die die unabhängige Interessengemeinschaft angesprochen hat.

Im Vorlauf zum Jahreskongress, der am 26. bis 28. September 2017 stattfand, hatte der Verein unter seinen Mitgliedern eine Umfrage durchgeführt, die zeigt, dass S/4HANA bei 70 Prozent der Befragten als hochrelevant für die Digitale Transformation angesehen wird. Gleichzeitig sieht rund die Hälfte die klassische Business Suite aber auch als mögliches Tool für das zukünftige Geschäft oder fährt eine Doppelstrategie mit dem Einsatz beider Lösungen in der Übergangsphase.

Cloud-, IoT- und KI-Akzeptanz weiterhin gering

Mit Hinblick auf das Know-how und die Qualität seiner Softwarelösungen erntet SAP von den Mitgliedern der DSAG positives Feedback, kritisiert wird von den rund 3.300 Mitgliedsunternehmen dagegen eher das Cloud-Modell der neuen Anwendungen. Der Tenor ist hier, dass es in diesem Falle zu Doppellizensierungen kommen kann, wenn ein Unternehmen noch klassische SAP-Tools im Einsatz hat und diese nun in der Cloud nutzen möchte. Die DSAG möchte sich dafür einsetzen, dass SAP ein einheitliches Preis- und Lizenzmodell einführt, von dem beide Seiten auf lange Sicht profitieren.

So macht SAP Leonardo die Fabrik intelligent

Connected Platform von SAP Leonardo:

Interessant ist hierbei, dass der SAP-Cloud-Plattform von rund der Hälfte der Mitglieder so gut wie keine Relevanz im Rahmen der Digitalisierung zugesprochen wird, wobei die Tools genau dafür entwickelt worden sind. Ähnlich sieht es bei SAP Leonardo aus. 82 Prozent sprechen der Plattform für IoT und künstliche Intelligenz momentan keine Bedeutung zu. Aus diesen Einschätzungen kristallisiert sich recht deutlich heraus, dass hier noch große Aufklärungsarbeit und Beratung notwendig ist.

Aufklärung und Beratung für die Industrie 4.0 notwendig

Denn besonders diese beiden Bereiche sind es, die die Digitalisierung im Maschinenbau und der verarbeitenden Industrie in Zukunft antreiben werden. Deutschland befindet sich hier momentan in einer wirtschaftlich guten Lage, sollte diesen Vorsprung aber nicht als allzu gemütliches Polster ansehen. Denn wenn sich die Unternehmen in den Feldern selbstlernender Maschinen und Algorithmen nicht weiterentwickeln, werden es in einigen Jahren Firmen aus dem Silicon Valley und Asien sein, die den jetzigen Konkurrenzkampf zu ihren Gunsten entscheiden könnten.

Weltweiter Umsatz SAPs mit Cloud-Abos und -Support

 

Die Relevanz von Cloud-Anwendungen zeigt sich durch das Verkaufswachstum der entsprechenden Services in den letzten Jahren. (Quelle: Statista)

 

Diesen Punkt bestätigte die DSAG auf ihrem Jahreskongress mit der Aussage, dass sich die überwiegende Mehrheit der Mitgliedsunternehmen nach eigener Einschätzung noch am Anfang der Digitalen Transformation befindet. Von Seiten SAPs wünschen sie sich als Unterstützung etwas mehr Transparenz und Informationen zu den Produkten sowie ein durchgängiges und klar definiertes Sicherheits- und Governance-Konzept.

 

Quelle Titelbild: 3alexd/iStock