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15.04.2019 – Lesezeit: 2 Minuten

Geschäftsbereiche / Human Resources

Frauenanteil in der Geschäftsführung weiterhin niedrig

Der Frauenanteil in den Vorstandsetagen im deutschen Mittelstand wächst zwar, aber auf der einen Seite sehr langsam und auf der anderen Seite ist dieser mit einem Prozentanteil von 17,1 Prozent immer noch sehr gering. Das zeigt eine Studie von Ernst & Young (EY).

Die Zahl der Frauen im Top-Management des deutschen Mittelstands hat im vergangenen Jahr nur leicht zugelegt, so eine EY-Studie. Ein Frauenanteil von 17,1 Prozent (2019) ist ein Zuwachs von 0,8 Prozent gegenüber 16,3 Prozent (2018). Damit sind mittelständische Firmen in dieser Hinsicht immer noch besser aufgestellt als DAX-Konzerne, in denen der Anteil 15 Prozent beträgt.

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„Selbstverständlich begrüßen wir den leichten Anstieg von Frauen in Führung bei mittelständischen Unternehmen, aber insgesamt treten wir auf der Stelle“, so Birgit van Aken, Vorsitzende des Verbands deutscher Unternehmerinnen Bremen-Weser-Ems. „Wir brauchen einen Wandel in gesellschaftlichen Rollenbildern und in den Unternehmenskulturen.“ Zudem kommentiert EY-Partnerin Elfriede Eckl: „Der Aufstieg von Frauen in die Führungsgremien der deutschen Wirtschaft verläuft nach wie vor nur zäh. Die Mittelständler stehen zwar etwas besser da als börsennotierte Unternehmen – allerdings ist ein Frauenanteil von 17,1 Prozent kein Grund, sich auf die Schulter zu klopfen.“

Maschinenbau lediglich mit 12 Prozent Frauenanteil

Regional sind überdurchschnittlich viele weibliche Führungskräfte im Mittelstand in Schleswig-Holstein, Thüringen und Berlin zu finden. Bei den Branchen liegen Transport und Verkehr sowie Finanz- und andere Dienstleistungen mit jeweils 21 Prozent an der Spitze.

Der Frauenanteil in Chefetagen ist auch von der Branche abhängig

Deutlich unterrepräsentiert sind Frauen dagegen nach wie vor in den klassischen Industriebranchen: Der Maschinenbau hat lediglich einen Frauenanteil von 12 Prozent auf der obersten Führungsebene, die Unternehmen der Metallerzeugung und -bearbeitung und der Bau liegen mit einem Anteil von 14 Prozent nur leicht darüber.

Fachkräftemangel auch hier zu spüren

Fast die Hälfte der mittelständischen Firmen (45 Prozent) gibt an, es sei schwierig, genügend qualifizierte Frauen zu finden. Aber dennoch betreiben nur 22 Prozent der deutschen Mittelständler aktive Frauenförderung. Elf Prozent der Unternehmen wollen Gehaltsunterschiede zwischen Frauen und Männern in gleicher Position verringern und zehn Prozent bieten Trainings zur Karriereförderung gezielt für Frauen an. Besonders Berliner Firmen sind innerhalb der Frauenförderung aktiv – beispielsweise durch das Angebot von flexiblen Arbeitszeitmodellen.

„Man kennt sich“

Eckl sieht darin schon Schritte in die richtige Richtung. „Zudem ist die Kultur bei mittelständischen Betrieben oft weniger auf bestimmte Modelle ausgerichtet. Stattdessen gibt es prinzipiell eher flache Hierarchien, man kennt und unterstützt sich gegenseitig und findet spontan pragmatische Lösungen.“ Wie Führung für Frauen in Teilzeit funktionieren kann, erfahren Sie in diesem Artikel.

Quelle: Titelbild pixabay, ernestoeslav / Grafik Evernine GmbH