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12.09.2018 – Lesezeit: 2 Minuten

Impulse / Human Resources

New Work: Drei Veränderungen der Arbeitswelt

New Work heißt das neue Zauberwort der digitalen Arbeitswelt. Erfunden hat das Konzept der österreichische Sozialphilosoph Frithjof Bergmann – mit dem Ziel, eine von hierarchischen Strukturen befreite neue Arbeitswelt, die Mitarbeitern neue Möglichkeiten zur Selbstverwirklichung bietet. In diesem Beitrag präsentieren wir drei grundsätzliche Veränderungen, welche sich für die Zukunft der Arbeitswelt ergeben.

Veränderte Inhalte

Klar ist bereits jetzt: Einige Stellen werden wegfallen, aber dafür entstehen an anderen Positionen neue Jobs. Doch selbst, wenn ein Arbeitsplatz weiterhin besteht, werden sich Aufgabenbereiche innerhalb des Berufs verändern. Mehr Kreativität ist ebenso stark gefragt wie mehr Emotionalität und soziales Verhalten. Darüber hinaus müssen Menschen auf der anderen Seite lernen, mit Maschinen zu interagieren.

Wichtig dabei: Der Mensch muss in solchen Mensch-Maschine-Teams (auch „Zentauren-Teams“ genannt) stets die Kontrolle behalten und der Maschine den rechten Weg weisen – falls sie in die falsche Richtung abdriften sollte. Diese „Zentauren“ müssen dafür die richtigen Trainings erhalten und von ihren Vorgesetzten oder der Personalabteilung Hinweise zum sinnvollen Vorgehen erhalten.

Neue Arbeitskultur

Damit ist auch eine neue Arbeitskultur gefragt. Hier kommt „New Work“ ins Spiel. Frithjof Bergmann hat sein Konzept bereits in den 80er-Jahren entwickelt. Aber erst im Zeitalter der Digitalisierung erhalten seine Ideen die Aufmerksamkeit, die sie verdienen.

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Zu „New Work“ gehören Entscheidungs- und Handlungsfreiheit, Selbständigkeit sowie das Gemeinschaftserlebnis. Bergmann fordert, die Arbeitszeit zu dritteln: Ein Drittel der Zeit verbringen Arbeitnehmer mit der bisherigen Lohnarbeit. Ein weiteres Drittel gehen sie einer Beschäftigung nach, die sie „wirklich, wirklich wollen“. Und das letzte Drittel unserer Zeit soll dazu genutzt werden, sich selbst zu versorgen, und zwar mit High-Tech-Eigenproduktion.

Die alten Produktionskonzepte haben ausgedient und moderne Unternehmen agieren in kleinen Einheiten. Als Beispiel kann BMW dienen, das sich intern in kleine Start-ups neu gliedert. Auch andere Firmen haben die Zeichen der Zeit erkannt und wollen agiler und kleiner werden. Für die Arbeitnehmer bedeutet diese neue Arbeitskultur, dass sie selbstbestimmter agieren und mehr Verantwortung tragen können.

Gesetzlichen Rahmen schaffen

Der Gesetzgeber sollte auf die veränderte Arbeitswelt reagieren und das großenteils veraltete Arbeitsrecht entsprechend anpassen. Denn: Das Betriebsverfassungsgesetz wurde zuletzt 1972 grundlegend überarbeitet. Es sollte jetzt erneut auf den Prüfstand gestellt werden, denn in der digitalen Welt greift der alte Begriff des Betriebes zu kurz und auch das klassische Verständnis des Arbeitnehmers ist überholt.

Die neue Arbeitswelt ist geprägt von zeitweiligen und flexiblen Beziehungen, neuen Elementen der Zusammenarbeit und mobiler Beschäftigung. Arbeitszeiten sind flexibel und können nicht mehr mit der Stechuhr gemessen werden. Es gibt zumindest Anzeichen, dass die Politik die Zeichen der Zeit erkannt hat: So wurde innerhalb des Arbeitsministeriums eine Denkfabrik eingerichtet, welche die Zukunft der Arbeit erkunden soll.

Interessant: Welche wichtige Rolle die Unternehmenskultur beim Thema "New Work" spielt

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