Neues Gesetz: Bundesregierung will autonomes Fahren auf die Straße bringen

12.03.2021 – Lesezeit: 2 Minuten

Prozesse / Produktion und Logistik / Technologie

Neues Gesetz: Bundesregierung will autonomes Fahren auf die Straße bringen

Die Bundesregierung hat mit einem neuen Gesetz einen weiteren Schritt bei autonomen Fahrlösungen gemacht. Ziel ist es, internationaler Vorreiter des autonomen Fahrens zu werden. Bis 2022 will das Bundesverkehrsministerium autonome Fahrzeuge in Form von Shuttlebussen oder fahrerlosen Verbindungen zwischen Logistikzentren einsetzen.

Die Bundesregierung will mit dem neuen Gesetz, dass das Kabinett Anfang Februar auf den Weg brachte, international an die Spitze des autonomen Fahrens gelangen. So soll laut Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer Deutschland als erstes Land weltweit die bereits weit erforschte Technologie der autonomen Fortbewegung „aus den Forschungslaboren auf die Straße holen“.

Einsatz im Nahverkehr und bei Logistikzentren

2017 brachte die Regierung den Stein – beziehungsweise die Technologie – in Form eines Gesetzes ins Rollen. Unter bestimmten Voraussetzungen durfte ein Fahrzeug selbstständig fahren. Es soll immer ein Fahrer, der in Notfällen eingreift, mit an Bord sein.

 

Mit dem aktuellen Entwurf soll der „Next Step“ folgen. Das Gesetz soll laut Bundesregierung einen zentralen Baustein darstellen, damit das autonome Fahren in Zukunft in der Praxis gelingen kann. Die Regierung sieht in der intelligenten Technologie diverse Einsatzmöglichkeiten, wie beispielsweise im öffentlichen Nahverkehr, bei fahrerlosen Verbindungen zwischen Logistikzentren oder bei Verkehrsangeboten, die speziell den Bewohnern im ländlichen Raum mehr Mobilität gewähren sollen.

 

Gesetz stuft autonomes Fahren ein

Das Gesetz regelt den Einsatz fahrerloser Kraftfahrzeuge im öffentlichen Straßenverkehr. Die aktuelle Bundesregierung setzt damit eine Vereinbarung aus dem Koalitionsvertrag zwischen CDU, CSU und SPD um.

 

Aber nicht nur das autonome Fahren soll die Technologie durch das Gesetz im öffentlichen Raum übernehmen. Auch das fahrerlose Parken bei sogenannten Dual-Mode-Fahrzeugen soll möglich sein. Hier kann der Fahrer die Technologie dazu anweisen, nach der Fahrt das Parken zu übernehmen.

 

Die Rahmenbedingungen des Gesetzes orientieren sich dabei an den fünf Stufen der Automatisierung der Society of Automotive Engineers. Während bei Stufe Eins und Stufe Zwei der Skala die Technologie nur in gewissen Zeiträumen oder Situationen die Lenkung, das Gas oder die Bremse übernimmt, soll das Gesetz Stufe Vier auf die Straßen bringen.

 

Bei dieser Stufe des autonomen Fahrens, dem voll automatisierten Fahren, übernimmt das System für einen gewissen Zeitraum die Kontrolle über das Fahrzeug. Dabei muss der Fahrer nicht mehr das Geschehen überwachen. Wenn das System den Automationsmodus verlässt, fordert es den Fahrer auf, zu übernehmen. Kommt der Fahrer der Aufforderung nicht rechtzeitig entgegen, bringt das System das Fahrzeug auf dem Seitenstreifen oder in einem anderen „risikominimalen Zustand“ zum Stehen.

 

Bis 2022 sollen autonome Lösungen auf die Straße

Ziel ist nach den Angaben vom Bundesverkehrsministerium unter Andreas Scheuer, bis zum Jahr 2022 Fahrzeuge mit autonomen Fahrfunktionen in den normalen Betrieb zu bringen. Scheuer erklärt: „Jetzt geht der Entwurf an Bundestag und Bundesrat zur weiteren Beratung. Wir brauchen die zügige Umsetzung für die Innovationen im Transformationsprozess“.

 

Wann Stufe Fünf der intelligenten, durch künstliche Intelligenz gestützten Technologie in Deutschland auf die Straßen kommt, bleibt abzuwarten.

 

Das Internet of Things (IoT) könnte nach einem EU-Projekt beim autonomen Parken helfen. Wir geben in diesem Beitrag einen Überblick.

 

Quelle: istockphoto, Scharfsinn86, Stock-Fotografie-ID: 1224103700