24.01.2020 – Lesezeit: 2 Minuten

Geschäftsbereiche / Human Resources

Mit New Pay auf dem Weg zum agilen Gehalt

Agile Strukturen erfordern neue Gehaltsmodelle. Aus der Idee des New Work wird das New Pay abgeleitet, mit dem Entlohnung gerechter gestaltet werden soll. Wie das in der Praxis ankommt, erfährt derzeit der Onlinehändler Zalando.

New Work braucht New Pay. Aus dieser Idee riefen im Jahr 2017 die drei Experten Sven Franke, Stefanie Hornung, und Nadine Nobile eine Blogparade ins Leben und veröffentlichten kurz danach ihr Buch „New Pay - inkl. Arbeitshilfen online (Haufe Fachbuch)“.

Die These lautet, dass bisherige individuelle leistungsgerechte Vergütung mit Boni und Incentives zu wenig auf den Unternehmenserfolg abzielt und häufig nach dem berühmten Schema F agiere. Aber in einer neuen digitalen Welt sind andere Qualitäten gefragt, die mit New Pay besser erreicht werden können. Bezahlung solle ein Werkzeug der Kulturarbeit werden und Querdenken sowie unternehmerische Initiativen honorieren.

Dynamisches Gehalt für mehr Motivation

Ein dynamisch gestalteter Gehaltsanspruch soll sich an der Wertschöpfung der Mitarbeiter orientieren. Boni sollten an wechselnde Rollen geknüpft sein. Das System zielt den Experten zufolge darauf ab, Motivation durch Hochleistung noch weiter zu erhöhen. Diese Idee erhält mittlerweile viel Zuspruch. Es gibt eine Menge Diskussionen mit unterschiedlichen Vorstellungen, wie New Pay aussehen soll. Ein allgemeingültiges und konkretes Modell hat sich indes noch nicht herausgeschält.

„Für uns ist New Pay kein fertiges Gehaltsmodell von der Stange, sondern ein Veränderungsprozess. Es geht darum, ein Vergütungssystem zu schaffen, das zur Form der Zusammenarbeit in einer Organisation passt“, erklärt Autorin Stefanie Hornung. Es mache Sinn, erst einmal mit einer Gruppe von Mitarbeitern eine Statusanalyse zu machen. Dann gehe es um Fragen wie: „Was sind die Vorstellungen der Mitarbeiter?“, „Wie passt ein bestimmtes Modell zur Kultur im Team oder im Unternehmen?“ oder „Wo soll sich die Organisation in Sachen Zusammenarbeit in den nächsten Jahren hin entwickeln?“.

Unternehmen, auch im Mittelstand, sollen sich überlegen, welche positiven und negativen Effekte zu erwarten sind, wenn man an bestimmten Stellschrauben im Vergütungssystem dreht. „Uns sind rund 100 Unternehmen bekannt, die sich auf den Weg zu neuen Gehaltsstrukturen gemacht haben – und es werden immer mehr. Es ist sinnvoll, sich mit denen auszutauschen, die schon ihre Erfahrungen gemacht haben,“ so Hornung.

New Pay stößt nicht immer auf positive Resonanz

Ein Unternehmen, das bereits auf das New Pay Konzept setzt, ist Versandriese Zalando. Das dort eingesetzte Modell mit der Feedback-Software Zonar ist allerdings umstritten und kommt nicht bei allen gut an.

Einige kleinere Unternehmen probieren derzeit andere New-Pay-Modelle aus. So hat beispielsweise die Agenturgruppe Ministry Group aus Hamburg mit ihren rund 50 Beschäftigten, zum größten Teil Programmierer und Kreative, sich für diese Lösung entschieden. „Gefühlte Fairness kann man, wenn überhaupt, nur mit einem Formelmodell realisieren", glaubt Geschäftsführer David Cummins. „Wir haben festgestellt, dass nicht mangelnde Transparenz der Gehälter unser Problem ist. Stattdessen müssen wir für Nachvollziehbarkeit sorgen."

New Pay und New Work in der Praxis

Die Experten der All for One Group haben in verschiedenen erfolgreichen Projekten rund um das Thema New Work umfassende Erfahrungen gesammelt und stehen gern mit Rat und Tat an Ihrer Seite.

New Pay kann ein Teil der New-Work-Workshops sein

Ob auf New Work jetzt schon Next Work folgt und welche Konsequenzen das hat, erfahren Sie in diesem Artikel.

Quelle: Titelbild pixabay, nattanan23