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29.04.2019 – Lesezeit: 3 Minuten

Geschäftsbereiche / Geschäftsführung

Microsoft bietet AI-Seminare für Führungskräfte

Künstliche Intelligenz (Artificial Intelligence, AI) fordert eine neue Unternehmenskultur, die über rein geschäftliche Aspekte hinausgeht. Führungskräfte müssen sich zum Beispiel auch mit ethischen Fragen auseinandersetzen. Antworten darauf und andere Fragen will die von Microsoft gegründete AI Business School geben.

Studien über Künstliche Intelligenz (KI) gibt es zuhauf. Eine von Microsoft im März 2019 in Berlin veröffentliche Studie hat sich erstmals mit Fragen rund um KI und Unternehmensführung beschäftigt, wie sie Inhalt der neu gegründeten AI Business School der Gates Company sein sollen. Künstliche Intelligenz ist Microsoft Deutschland zufolge nämlich eine „strategische Führungsaufgabe“.

Durchgeführt wurde die Studie von Susan Etlinger, AI Analyst der Altimeter Group aus San Francisco, und Heike Bruch, Professorin und Direktorin am Institut für Führung und Personalmanagement der Universität St. Gallen. Befragt wurden dazu laut Microsoft 1.150 Führungskräfte aus 13 Ländern weltweit – darunter Deutschland, Frankreich und Italien.

Strategische Planung und Inspiration sind starke Motive

Etlinger erklärt in einem YouTube-Video die Ergebnisse der Umfrage. Erstaunlich findet sie, dass die meisten Führungskräfte mit der KI-Einführung, anders als erwartet, gar nicht mehr Produktivität im Sinn haben. Vielmehr liege ihr Fokus darauf, durch KI mehr Zeit für strategische Planung sowie für die Motivation und Inspiration von Mitarbeitern zu gewinnen. Inspiration gehört eher zur amerikanischen Führungskultur und weniger zu der in Mittel- und Nordeuropa, aber mittlerweile erlebt man auch immer mehr deutsche Führungskräfte, die dem nacheifern und in der Lage sind, ihre Mitarbeiter und Aktionäre zu inspirieren.

 

 

So sagt auch Professorin Bruch: „Erfolgreiche Führungskräfte haben die Wichtigkeit von KI erkannt, und nutzen die Technologie für operative Aufgaben – aber auch, um bessere Führungskräfte zu werden. Sie möchten also Wachstum vorantreiben, die richtigen Prioritäten setzen und Menschen inspirieren. Durch KI wird Führung noch menschlicher und hilft Entscheidern, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren: die Beschäftigten.“

Die wichtigsten Studienergebnisse im Überblick

Die Kernergebnisse der Studie unterscheiden zwischen Unternehmen mit schnellem und geringerem Wachstum. Weltweit ist der Einsatz von KI bei den schnell wachsenden Unternehmen mit 37,8 gegenüber 17,1 Prozent mehr als doppelt so hoch wie in langsamer wachsenden Unternehmen. In Deutschland ist der Unterschied mit 66,7 zu 16,7 Prozent sogar noch größer.

Großer KI-Unterschied zwischen Unternehmen mit schnellem und geringem Wachstum

93 Prozent der Führungskräfte von schnell wachsenden Unternehmen wollen binnen der nächsten ein bis drei Jahre in KI für die Entscheidungsfindung investieren. Die Spitzenmanager von Unternehmen mit geringerem Wachstum geben sich dafür ein längeres Zeitfenster von drei bis fünf Jahren.

Im Vergleich schneller und langsamer wachsender Unternehmen...

  • ...wünschen sich 76 gegenüber 67 Prozent der Führungskräfte Unterstützung, um für das KI-Zeitalter gerüstet zu sein.
  • ...erwarten 66 gegenüber 8 Prozent positive Auswirkungen auf ihre Mitarbeiter- und Unternehmensführung.
  • ...wollen 53 gegenüber 33 Prozent KI für die Entscheidungsfindung, 43 gegenüber 34 Prozent für die Prozessoptimierung und 28 gegenüber 27 Prozent für die Entwicklung neuer Produkte und Services einsetzen.

Als die größten Herausforderungen sehen 47 Prozent aller Führungskräfte die schnelle Anpassung an neue und sich verändernde Marktbedingungen. 41 Prozent halten es für herausfordernd, eine Kultur zu fördern, in der Mensch und Maschine erfolgreich zusammenarbeiten. 40 Prozent wünschen sich von KI Unterstützung bei der Entwicklung von Mehrwerten für ihre Kundenlösungen.

Unterstützung und Beratung kommt von mehreren Seiten

Wie sie sich selbst und ihr Unternehmen für KI fit machen und davon profitieren, das will die neu gegründete Microsoft AI Business School vermitteln. Die Online-Kurse nähern sich den Themen mit den Schwerpunkten Strategie, Kultur, Ethik und Verantwortung über Best Practices in kleinen Videos und Texten an. Microsoft-Führungskräfte wie Finanzchefin Amy Wood und Marketingchef Chris Capossela werden mit Teilnehmern ihre Erfahrungen und Perspektiven teilen. Vor allem geht es in den Kursen auch darum, einen verantwortungsbewussten Umgang mit Technologie zu vermitteln. Die einzelnen „Schulfächer“ stehen online jederzeit kostenlos auf Abruf bereit.

Wie Künstliche Intelligenz auch im Vertrieb genutzt werden kann, erfahren Sie in diesem Artikel.

Quelle: Titelbild pixabay, geralt