18.09.2020 – Lesezeit: 2 Minuten

Human Resources / Technologie

Künstliche Intelligenz statt menschliche Kompetenz?

Mittelständische Unternehmen trauen sich zunehmend an speziellere Anwendungsbereiche für Künstliche Intelligenz (KI) heran: Programmierte Bots führen Bewerbungsgespräche, definieren Management-Prozesse und steuern weitere – bislang menschengeführte – Bereiche.

Viele Unternehmen wagen weitere Schritte beim Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI). Aktuell kommen KI-Anwendungen für Datenanalyse, Prozessautomatisierung oder in Form von Chatbots zum Einsatz. Das zeigt auch eine Umfrage des Fraunhofer-Instituts: 75 Prozent der befragten Unternehmen sind noch in der Planung zum KI-Einsatz, 16 Prozent nutzen bereits KI-Anwendungen.

KI in HR und Prozessmanagement

Der nächste Schritt, den Entscheider mittlerweile vermehrt gehen, ist der Einsatz von KI in Führungspositionen. Das Unternehmen Bridgewater kündigte zum Beispiel ein System an, das mithilfe Künstlicher Intelligenz Personal- und Managemententscheidungen treffen soll. Auch andere Unternehmen möchten Artificial-Intelligence-(AI-)Systeme für Personal und Managementaufgaben zunehmend nutzen. Dieses „Decision Making“ als wirtschaftliches Anwendungsfeld von AI wird in vielen Bereichen immer attraktiver. Die KI wertet die verfügbaren Daten aus, analysiert Risiken und schlägt anschließend eine geeignete Vorgehensweise vor.

Siemens bewertet das Thema KI kritischer. „Künftig werden wir Systeme haben, die Aufgaben und Tätigkeiten verteilen werden. Dies bedeutet eine tiefgreifende Verschiebung der Rolle von KI-Systemen und erfordert umso mehr Achtsamkeit gegenüber unseren Mitarbeitern“, so Siemens-Chef Dr. Ulli Waltinger.

Jobbots sollen Recruiting revolutionieren

Künstliche Intelligenz gilt bereits seit geraumer Zeit als Zukunft des HR-Recruitings. Ziel ist es, die Bewerber mittels KI zu bewerten und auszuwählen. In den USA testen Unternehmen die nächste Stufe in Form von Bots, die das gesamte Bewerbungsverfahren verwalten. In den Bewerbungsgesprächen erfasst eine Software die Mimik und Stimme des Bewerbers via Webcam. Nach dem Gespräch gibt der Bot Empfehlungen zu den einzelnen Bewerbern ab, ob dieser für die Stelle geeignet ist.

Empathievermögen: Fehlanzeige

Beim vermehrten Einsatz von Bots, die eine hohe Verantwortung tragen, kommen natürlich auch Fragen auf: Diskriminieren die Algorithmen durch die datenfixierte Programmierung potentielle Mitarbeiter systematisch? Schließlich kommt es bei Jobs nicht nur auf die faktische Eignung an, sondern auch um das Verständnis und das Interesse an Tätigkeit und Unternehmen. Kritiker befürchten, dass die Bots ein Eigenleben entwickeln könnten und Personalentscheidungen treffen, die nicht im Sinne des Unternehmens sind.

Machine Learning als Mehrwert nutzen

Mit Hinblick auf diese Fragen wird klar: Besonders im HR- und Management-Bereich sind Unternehmen in Bezug auf den Einsatz von KI noch skeptisch. Anders sieht es dagegen in den Bereichen Internet of Things (IoT) und Machine Learning (ML) in der Industrie aus. Viele Mittelständler haben IoT bereits im Einsatz und profitieren von effizienteren und beschleunigten Prozessen.

Video-Mittelstand-Heute-Unternehmen-investieren-mehr-in-IoT

Falls auch Sie über den Einsatz von KI und ML in Ihrem Unternehmen nachdenken, sollten Sie sich einen kompetenten Partner mit ins Boot holen. Die All for One Group, führende IT- und Consulting-Gruppe, hilft beispielsweise Unternehmen dabei, ihre Geschäftsmodelle zu erweitern und sich durch Prozessautomatisierung gegenüber Wettbewerbern abzugrenzen.

Lesen Sie auch, wie Unternehmen und Bildungseinrichtungen ihre Mitarbeiter in Richtung Einsatz von Künstlicher Intelligenz weiterbilden können – und welche Angebote es schon gibt.

Quelle: Titelbild iStock, mennovandijk