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30.01.2019 – Lesezeit: 3 Minuten

Marketing, Vertrieb und Service / Technologie

IoT am Airport 4.0: Nie wieder verlorene Koffer

Dass Gepäckstücke während einer Flugreise verloren gehen, kommt nicht selten vor. Eine IoT-Lösung mit RFID-Systemen kann den Standort von Gepäckstücken anzeigen. RFID (Radio Frequency Identification) dient zur berührungslosen Erkennung zwischen Sender und Empfänger, zum Beispiel in Funk-Autoschlüsseln. Künftig soll dies in der Luftfahrt zum Einsatz kommen. Aktuell bestehen allerdings noch Startschwierigkeiten.

Ein Alptraum, der leider noch viel zu oft zur Realität wird: Urlauber steigen nach einem langen Flug übermüdet aus dem Flugzeug und möchten eigentlich nur noch ins Hotel. Am Gepäckband läuft ein Koffer nach dem anderen an den Wartenden vorbei. Nach einiger Wartezeit wird den Reisenden allmählich bewusst, dass sie vergeblich warten: Das eigene Gepäckstück ist verschwunden. Damit solche bösen Überraschungen der Vergangenheit angehören, wird an Flughäfen verstärkt mit dem Internet of Things (IoT) gearbeitet.

Beim Check-in vorgesehen: Gepäck mit RFID-Chips

Seit Juni 2018 schreibt die Luftfahrtbehörde IATA Fluglinien mit der Resolution 753 vor, dass in allen Gepäckmarkern beim Check-in Chips integriert sein müssen, welche die RFID-Technologie verwenden. Koffer und sonstiges Gepäck senden damit Signale zu ihrem jeweiligen Standort. Dies soll verhindern, dass Gepäckstücke verloren gehen. Außerdem werden das Ausladen und Sortieren der Koffer erheblich beschleunigt.

Vom Meer in die Lüfte

Dabei ist RFID nicht neu: Die Technologie wird schon seit mehr als zehn Jahren bei Schiffscontainern eingesetzt. Auch an deutschen Flughäfen ist der Einsatz von RFID schon lange gang und gäbe. Bereits 2013 hat die Lufthansa Systeme zur Kofferaufgabe an den Flughäfen Frankfurt, Hamburg und München eingeführt, die RFID-Tags lesen können. Im Gegensatz zu den bisher verwendeten Barcodes ist für die IoT-Lösung kein direkter Sichtkontakt zwischen Sende- und Empfangsmedium notwendig.

Dagegen steht der Flughafen Zürich vor einem Dilemma, denn er will 500 Millionen Franken in eine Gepäcksortieranlage investieren, die nicht auf RFID ausgelegt ist. Und auch die Lufthansa macht nicht nur positive Erfahrungen: Eine Kooperation zwischen Lufthansa und Kofferhersteller Rimowa mit dem „Electronic Baggage Tag“, der allerdings ohne RFID funktionieren sollte, ist zwei Jahre nach der Einführung 2018 gescheitert. Die Koffer mit Display sind aktuell bei Rimowa online nicht mehr verfügbar.

Mittlerweile hat Lufthansa einen neuen Anlauf mit einem portablen Bagtag gestartet, indem sowohl RFID als auch Near Field Communication (NFC) zum Einsatz kommt. Im Praxistest erwies sich aber auch das neue System als unbefriedigend und nicht ausgereift. Neben der Lufthansa bastelt auch Delta Airlines am Thema RFID: Die Amerikaner haben 2016 ein entsprechendes Projekt gestartet – mit Hilfe des deutschen RFID-Spezialisten Feig Electronic.

Knackpunkt: hohe Kosten

Ein wesentliches Hindernis auf dem Weg hin zu RFID sind die hohen Projektkosten. RFID-Tags selbst kosten zwar nur wenige Cents, aber die Infrastruktur dafür ist extrem aufwändig. IATA will in diesem Jahr einen RFID-Standard für Fluglinien vorstellen. „Ich hoffe, dass bis Ende 2020 das Gepäck auf der Hälfte aller Passagierreisen mit RFID ausgestattet ist“, so Andrew Price, Chef der Fachabteilung Gepäck bei IATA. Es bleibt abzuwarten, ob dieser Zeitplan eingehalten werden kann – falls der Koffer mit dem wichtigen Zeitplan darin nicht auch irgendwo verloren geht.

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Quellen: Titelbild pixabay, JESHOOTS-com / Mann beim Check-in iStock, David Prado