21.12.2020 – Lesezeit: 3 Minuten

Geschäftsführung / Technologie

Studie: IIoT bleibt trotz Krise gefragt

Trotz der Corona-Pandemie und der dadurch an vielen Stellen schweren Zeiten setzen Unternehmen weiterhin auf das Industrial Internet of Things (IIoT). Sie sind sogar zu höheren Investitionen bereit, um zukunftsfähiger zu werden. Das zeigt diese Studie.

Viele Branchen wie Touristik, Entertainment und verwandte Bereiche kämpfen spätestens in der zweiten Welle der Corona-Krise ums förmlich nackte Überleben. Aber auch in bekannten Industriezweigen sieht es nicht besser aus: Anfang Dezember 2020 hat die Lufthansa angekündigt, sich von fast 30.000 Mitarbeitern bis Jahresende trennen zu wollen.

Dennoch: Ein überraschend positives Bild im Hinblick auf das Industrial Internet of Things (IIoT) zeichnen die Marktforscher von IDC in ihrem Report „IDC Studie: 40 Prozent der befragten Industrieunternehmen wollen Investitionen in IIoT erhöhen – trotz oder gerade wegen Corona“ (November 2020). Demnach haben viele Industrieunternehmen in Deutschland das Potenzial des Industrial Internet of Things für sich erkannt und in diversen Anwendungsfällen bereits umgesetzt. Die aktuelle Wirtschaftslage bremse zwar die IIoT-Pläne vieler Unternehmen momentan aus, von einem Erliegen oder Stillstand könne aber keinesfalls die Rede sein.

Doppelt so viele Optimisten wie Pessimisten

Laut der Umfrage unter 250 industriellen und industrienahen Unternehmen mit mehr als 100 Mitarbeitern, die Ende September zur Umsetzung von Industrial IoT befragt wurden, wollten damals fast 40 Prozent wollen wegen COVID-19 ihre Investitionen in IIoT - also die Digitalisierung und Vernetzung von Maschinen, Werkzeugen und Produkten zur Erzeugung von Daten beispielsweise für Automatisierung und Analysen – erhöhen. Lediglich 18 Prozent der Befragten plante, sie zu senken. Der Zeitpunkt der Umfrage mahnt allerdings etwas zur Vorsicht, da im September der harte Lockdown im November noch gar nicht absehbar war.

IIoT kann Herausforderungen bewältigen

Laut IDC sehen viele Unternehmen zentrale Vorteile im IIoT zur Bewältigung kurzfristiger Herausforderungen: 53 Prozent wollen Prozesse optimieren und Kosten sparen, 47 Prozent erhoffen sich bessere und schnellere Entscheidungen aufgrund genauerer Daten. Insgesamt planen 59 Prozent der Befragten neue Projekte – auch um den neuen Herausforderungen rund um Corona zu begegnen.

Co-Innovation im Ökosystem

Das Motto Wilhelm Tells „Der Starke ist am mächtigsten allein“ war lange Zeit auch die Leitlinie vieler Unternehmen. In schweren Zeiten setzt sich immer mehr die Erkenntnis durch, dass es besser ist, einig Volk von Brüdern zu sein. „Großes Potenzial liegt aber auch darin, sich mit externen Partnern zu verbinden“, erklärt Marco Becker, Senior Consultant und Projektleiter bei IDC. „Immer mehr Wertschöpfung wird digital und in Kooperationen mit anderen Unternehmen in Ökosystemen stattfinden – zunehmend auch zwischen komplett verschiedenen Branchen. Für die Schaffung neuer, gemeinsamer datenbasierter Geschäftsmodelle haben sich immerhin schon rund 39 Prozent der Nutzer von IoT-Plattformen umfassend oder in Pilotprojekten mit externen Innovationspartnern vernetzt.“

Chancen durch 5G, KI und ML

Obwohl die Befragten mit 43 Prozent zum größten Teil kabelgebundene Verbindungen für ihre IIoT-Projekte nutzen, ist 5G der Technologiebaustein, der IIoT und insbesondere die Weiterentwicklung von Edge Computing am stärksten fördert. Neue Einsatzszenarien sind beispielsweise dezentrale und großflächige Anwendungen mit hohen Performanceanforderungen wie das autonome Fahren oder kleinflächige Anwendungen mit extrem hoher Gerätezahl wie eine automatisierte Fabrik.

Insgesamt setzen momentan bereits 13 Prozent der befragten Unternehmen 5G in Projekten und Pilotprojekten ein, weitere 46 Prozent planen es. 5G kann zudem von Unternehmen lizenziert oder dank Standards wie 5G NR-U unlizenziert genutzt werden, um ein privates Campus-Netzwerk zu realisieren. Auch Künstliche Intelligenz (KI) und maschinelles Lernen (ML) sind momentan bei 49 Prozent der Befragten produktiv oder in Pilotprojekten im Einsatz. Für viele Anwendungsszenarien wird vor allem die Verschiebung der Algorithmen in die Endgeräte mithilfe von Edge Computing interessant – beispielsweise in Fahrzeuge oder Kameras und Computer-Vision- Systeme.

Workshops für IIoT

Die All for One Group, führende IT- und Consulting-Gruppe, zeigt Interessenten in Workshops konkrete Nutzungsszenarien für IoT, KI und Co. auf. Technologien wie Internet of Things (IoT), Künstliche Intelligenz, Machine Learning, Chatbots, Virtual & Augmented Reality, Big Data, Predictive & Analytics stehen dabei im Mittelpunkt. Warum so viele Unternehmen auf KI-Lösungen aus der Cloud vertrauen, erfahren Sie hier.

Quelle: Titelbild pixabay, geralt