05.10.2020 – Lesezeit: 2 Minuten

Human Resources / Impulse

Hybride Lernformen: So wird unser Bildungssystem digital

Die Corona-Krise stellt das Bildungssystem vor große Herausforderung. Lehrer hadern aufgrund mangelnder Digitalkompetenz mit Remote-Unterricht, eine technische Infrastruktur fehlt gänzlich und Schulen sind digital überfordert. Ist der sogenannte Dreiphasenplan für hybride Lernformen das Zukunftskonzept für den Unterricht?

Neben vielen anderen Branchen und Sektoren hat die Corona-Krise auch das Bildungssystem kräftig durchgeschüttelt. Für viele Lehrkräfte war der Wechsel zum digitalen Unterricht eine große Herausforderung: Mehr als die Hälfte (55 Prozent) haben nach eigenen Angaben mangelhafte digitale Kompetenz und konnten keinen adäquaten Video-Unterricht zum herkömmlichen Frontalunterricht abbilden.

Fehlende Kompetenz und spärliches Angebot

Fast die Hälfte der Lehrkräfte bemängelt außerdem den schlechten Zugang zu digitalen Lerninhalten. Die Digitalisierung des Unterrichts, die wegen den Hygienemaßnahmen so schnell umgesetzt werden musste, hat längst bekannte Missstände „aufgedeckt“. Die Initiative D21 greift das mit der Meinung vieler Eltern auf: Drei Viertel (75 Prozent) berichten von Problemen beim digitalen Unterricht. Am meisten fiel den Eltern die fehlende Unterstützung und Kompetenz der Schulen auf, die die Schüler oft mit ihren Problemen alleine ließen oder ein spärliches Angebot der digitalen Bildungsmaterialien übermittelten. Auch Internetprobleme waren hier laut den befragten Eltern oft ein Hindernis.

Hybrides Lernen in 3 Phasen

Wie in vielen anderen Branchen machte die Corona-Krise dabei Missstände und Versäumnisse auch im Bildungssystem klar. Es war auch für die „alten“ Institutionen eine Zeit des Lernens, wie es weitergeht. Neben der technischen Infrastruktur von Schulen und Hochschulen müssen auch Lehrpläne sowie Digitalkompetenz von Lehrern und Schülern verbessert werden. Das Dreiphasen-Modell des Whitepapers „Education Reimagined: The Future of Learning” von Microsoft zeigt eine Möglichkeit, Lehrer und Schüler näher in Richtung hybridem Lernen zu bringen (PDF).

Phase 1: Disruption

Die dreiteilige Phase bestehend aus der Unruhe-, Lern- und Wachstumszone beschreibt die ersten Monate nach Schließung der Schulen und liegt somit für viele Betroffenen bereits Vergangenheit. Vernetzungs- und Strategiefragen machen sich bei den Lehrern breit. Wenn die Fragen soweit geklärt sind, dass der Unterricht steht, geht es um inhaltliche Fragen: Wie geht es den Beteiligten? Wie können sich Lehrer du Schüler besser vernetzen?

Wie schafft man mit den verfügbaren Mitteln Lernerfolge und gewährleiste Kontinuität des akademischen Lernens? Anschließend macht sich die Wachstumszone breit. Nachdem Schulen und Lehrer vorerst „neuen“ Standard eingeführt haben, geht es nun um Verbesserungsfragen hinsichtlich Technologie, Hilfeleistung oder Sichern des Wohlbefindens.

Phase 2: Übergang

In diesem Abschnitt von hybridem Lernen geht es um die Wiedereröffnung von Schulen. Die Pandemie stößt auf Unsicherheit der Schulen. Der neue Normalzustand nach Wiedereröffnung erfordert jedoch auch Flexibilität der Lehrer und Schüler. Sie müssen einen guten Mittelweg zwischen Remote- und Präsenz-Unterricht finden, ohne die Hygienemaßnahmen zu missachten und trotzdem Lernerfolge zu verbuchen.

Dabei spielt auch die Analyse der letzten Monate im Homeschooling und das Teilen von Erfahrungen eine große Rolle für die Schüler.

Phase 3: Neugestaltung

Nun gilt es, ein Zukunftskonzept für die Bildungseinrichtungen zu entwickeln. Aus traditionellen Ansätzen, innovativen Methoden und Erkenntnissen aus der Remote-Unterrichtszeit lassen sich agile hybride Lernmodelle bilden. Auch über die Corona-Krise hinaus kann das Konzept zukünftig ein Maßstab für neue Ansätze und die fortschreitende Digitalisierung des Bildungssystems sein. Das Wohlbefinden und die Lernkurve dürfen allerdings nicht auf der Strecke bleiben.

Digitalisierung schneller vorantreiben

Für dieses Zukunftskonzept dürfen auch technische und infrastrukturelle Fragen nicht außen vor bleiben. Es gibt auch für institutionelle Einrichtungen Partner, die große Erfahrung mit geeigneten Kommunikationstools haben. Die Experten der All for One Group, führende IT- und Consulting-Gruppe im DACH-Raum, beraten Unternehmen und öffentliche Einrichtungen bei der Implementierung von Microsoft 365 – in Richtung ortsunabhängiges Arbeiten und Lernen. 

In diesem Beitrag erfahren Sie, wieso Digitalisierung in den Schulen überhaupt nur langsam vorangeht.

Quelle: Titelbild pixabay, finelightarts